Neustart beim Bönnigheimer Kulturfenster Oase in der Kulturwüste

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„Poems on the Rocks“ mit Jo Jung (links) kommt zum ersten Open Air des Kulturfenster Bönnigheim am 24. Juli im Bönnigheimer Mineralfreibad.⇥ Foto: Martin Kalb

Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit einem Open Air im Freibad, beendet das Kulturfenster im Juli die bedrückende Stille in der Stadt.

Nach einer langen Zeit zu Hause will der Verein Kulturfenster Bönnigheim bald richtig auf die sprichwörtliche Pauke hauen: „Viele sehnen sich nach einem Konzert und nach Leuten, die gerne Musik live erleben“, stellt Ute Pfeil, im Vereinsvorstand mit der Programmplanung betraut, fest. Irish Folk und Kabarett und natürlich Rockmusik in allen Schattierungen gab es die letzten Jahre reichlich und regelmäßig im Kulturkeller. Doch ein Open-Air auf die Beine zu stellen, das sieht der Verein jetzt als besondere Herausforderung in einer besonderen Zeit.

Not macht eben doch erfinderisch. „Ein Open-Air wollten wir schon lange mal abhalten“, erklärt Ute Pfeil. Im Juni oder im Juli wäre ein Konzert im Kulturkeller wegen der aktuellen Coronasituation sicher nicht möglich gewesen. „Mit dem Open Air starten wir in ein verkürztes Kulturjahr“, kündigt sie  an. Auch die Bönnigheimer Stadtverwaltung ließ sich anstecken vom neu kursierenden Festival-Fieber und stellt dem Kulturverein das Bönnigheimer Mineralfreibad für sein Open Air zur Verfügung.

Rockgeschichte im Freibad

Das Kulturfenster Bönnigheim hat für die Freiluft-Aktion am 24. Juli eine ihrer Hausbands eingeladen: „Es kommen die ,Poems on the Rocks’ aus Ludwigsburg. Die waren mindestens schon vier Mal bei uns im Kulturkeller und werden jedes Mal gefeiert“, kündigt Pfeil an. Im Gepäck hat die fünfköpfige Band kompakt geschnürte Rockgeschichte mit eigenem Witz und Charme. Die Band will ihr Publikum im Bönnigheimer Freibad mitnehmen auf eine poetische Reise durch die wilden 1960er- und 1970er-Jahre, aber auch zur Jahrtausendwende.

Doch bis es so weit ist, dass die Besucher am Samstag, 24. Juli, ab 19.30 Uhr mit eigenem Klappstuhl oder Decke das Bönnigheimer Mineralfreibad stürmen können, brauchte es ein fein ausgetüfteltes Konzept aus coronakonformen Hygieneregeln. „Alle Wege werden genau ausgeschildert. Auf die Rasenflächen werden Quadrate gesprüht, so dass jeder weiß, wohin mit seiner Decke oder seinen Stühlen. Karten gibt es nur im Vorverkauf und zwar über Reservix, um persönliche Kontakte zum Beispiel an der Abendkasse zu vermeiden, und natürlich herrscht Maskenpflicht“, macht Ute Pfeil deutlich.

„Grünes Licht“ vom Land

Noch bis vor wenigen Tagen haben mit ihr auch alle anderen Engagierten gezittert und gehofft. Dann kam grünes Licht von Seiten des Landes Baden Württemberg. Beim Einlass soll strikt getrennt werden zwischen Freibad- und Konzertbesuchern. Die Absperrungen weisen beiden Gruppen den Weg. Konzertbesucher dürfen links abbiegen auf die große Liegewiese. Für Snacks sorgt der Freibad-Caterer.

Das Konzept für das Open-Air stand schon vor der Zusage der Stadtverwaltung. „Da sind wir halt einfach mal in Vorleistung gegangen“, sagt Pfeil, und tatsächlich hat sich das gelohnt. „Die Stadt sponsert uns die große Bühne, so dass wir Gas geben können“, so Ute Pfeil. Die Bühne soll so aufgestellt werden, dass die Musik in Richtung Florianshütte schallt und nicht ins Städtle. Ärgern will der rührige Kulturverein mit dieser Aktion niemanden. Im Gegenteil: „Wir hoffen, dass so ein Open-Air auch eine gute Werbung für unser schönes Mineralfreibad ist“, erklärt Pfeil.

www.kulturfenster-boennigheim.de

 
 
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