Notunterkunft in Bietigheim-Bissingen 160 Geflüchtete können in der Sporthalle unterkommen

Von Heidi Vogelhuber
Am Freitag wurden noch die letzten Arbeiten durchgeführt, um die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums Bietigheim-Bissingen für die Unterbringung von Geflüchteten vorzubereiten. Foto: /Martin Kalb

Geflüchtete ziehen demnächst in die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums Bietigheim-Bissingen ein. Schulleiter Stefan Ranzinger geht von wenig Unterrichtsausfall aus – man sei bereits krisenfest.

Wir haben Ende letzter Woche vom Schulträger, dem Landkreis Ludwigsburg, erfahren, dass die Zahl der Geflüchteten so stark angestiegen ist, dass die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums wieder benötigt wird“, berichtet Stefan Ranzinger auf Nachfrage der BZ. Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Bietigheim-Bissingen zeigt sich aber optimistisch: „Wir werden das ähnlich gut meistern wie damals in der Flüchtlingskrise“, sagt er und verweist auf die Unterbringung von Geflüchteten eben dort im Oktober 2015.

Auf Notsituation vorbereitet

Die Halle sei damals über Nacht in Beschlag genommen worden. Spontan habe der Sportunterricht umorganisiert werden müssen. Jetzt jedoch sei man erfahrener, besser auf eine solche Notsituation vorbereitet, sagt der Schulleiter.

In den nächsten Tagen werden Geflüchtete in der Halle, die bereits von den BSZ-Hausmeistern sowie Teams des Landratsamts hergerichtet worden ist, einziehen. Der Aufbau wurde durch Mitglieder sämtlicher Hilfsorganisationen im Landkreis gestemmt. Die Koordination erfolgte durch den Fachbereich Bevölkerungsschutz, teilt Dr. Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts Ludwigsburg (LRA), auf Anfrage der BZ mit. Es waren rund 50 Helferinnen und Helfer eingesetzt. Nach rund fünf Stunden war die Halle eingerichtet. Es wurden mit Stellwänden Räume gebaut, in denen je vier Klappbetten stehen. Insgesamt wurden 160 Unterbringungsplätze eingerichtet. Am Freitagvormittag wurden noch letzte Elektrikerarbeiten erledigt.

Equipment aus dem Zentrallager

Das eingesetzte Equipment, also Betten, Schränke und Stellwände, stammt aus dem zentralen Lager des Bevölkerungsschutzes. „Diese Einrichtungsgegenstände lagern wir für besondere Krisen und Katastrophen ein“, erklärt Fritz. Die Bewohner der Notunterkunft werden, sobald sie eingezogen sind, durch eine Cateringfirma versorgt und durch den Sozialen Dienst des Landratsamtes betreut, sagt der LRA-Sprecher weiter.

Alles sei schnell und organisiert vonstattengegangen, berichtet Stefan Ranzinger, da das Muster für den Aufbau schon in der Schublade lag. Man war bereits auf die Notunterbringung eingestellt – und arbeite weiterhin „mit Hochdruck am Ausbau der Unterbringungskapazitäten“, sagt Fritz.

Sportunterricht muss umgeplant werden

Nächste Woche will sich Ranzinger mit Schulleitern sowie dem Sport- und Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen zusammensetzen, um den Sportunterricht der nächste Wochen und Monate – wie lang die Unterbringung dauern wird, ist noch unbekannt – zu planen. Von viel Schulunterricht, der ausfällt, geht der BSZ-Leiter nicht aus. „Vielleicht wird es die ersten Wochen ein bisschen ruckeln, aber wir sind ja krisenerprobt.“

Die Sportlehrer könnten den Theorieunterricht vorziehen, außerdem gebe es die Möglichkeit, in die Sportanlage Ballkult Ellental auszuweichen oder auch Leichtathletik im Freien im Sportpark am Ellental zu betreiben. „Klar ist das nicht so komfortabel wie Sportunterricht in der eigenen Halle. Aber wir leisten natürlich unseren Beitrag. In solchen Krisenzeiten müssen alle zusammenhalten“, so Ranzinger.

 
 
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