Oberliga Baden-Württemberg Nullacht verliert auch das Kellerduell

Von Manuel Schust
Nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler konnte 08-Keeper Sven Burkhardt nicht weiterspielen. Foto: /Martin Kalb

Gegen Türkspor Neckarsulm setzt es für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen eine deutliche 0:4-Klatsche.

Im Duell zweier seit November siegloser Mannschaften zwischen dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen und Türkspor Neckarsulm kassierten die Nullachter am Freitagabend eine bittere 0:4-Heimniederlage, mit der auch die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Oberliga begraben sein dürften.

In einer kampfbetonten Partie betrieben die Bissinger einen hohen Aufwand, blieben aber offensiv zu harmlos gegen wesentlich effektivere Gäste. Neckarsulm erzielte zwei Treffer nach Eckbällen, profitierte von einem Torwartfehler und war in den entscheidenden Momenten einfach bissiger.

Debüt für Uwe Rapolder

Die Gäste hatten sich nach neun sieglosen Spielen von ihren Co-Trainern Robin Neupert, Marco Sautter und Enzo Romano getrennt und mit Uwe Rapolder einen prominenten Neuzugang im Trainerteam präsentiert, der vor über 20 Jahren den 1. FC Köln und Arminia Bielefeld in der Bundesliga betreut hatte. Der 67-Jährige stand bislang Türkspor Neckarsulm beratend zur Seite und unterstützt nun Spielertrainer Julian Grupp an der Seitenlinie.

Die Nullachter starteten gut ins Spiel und versuchten durch Vorchecken schnelle Balleroberungen zu generieren. Das gelang in der Anfangsphase durchaus. Doch schon da wurde deutlich, dass man aus den guten Ansätzen kein Kapital schlagen konnte. Zum Herausspielen wirklicher Chancen kam es nicht. Auf den Versuch von Alexander Götz einen Elfmeter herauszuholen, fiel Schiedsrichter Alessio Remili nicht herein. „Die können ja gar nichts“, ätzte auf der Türkspor-Bank Uwe Rapolder über die Nullachter. Die Gäste versuchten sich nun selbst im aggressiven Pressing, agierten aber in der Anfangsphase noch zu foulanfällig.

Doch die Fehlerquote bei den Bissingern stieg von Minute zu Minute. Nach einem Eckball stieg Melvin Avdic am höchsten. 08-Keeper Sven Burkhardt hechtete herunter und bekam den Ball zwar noch zu fassen. Doch da hatte das Leder bereits die Torlinie überschritten und Türkspor bejubelte den Führungstreffer in der 21. Minute.

Burkhardt scheidet verletzt aus

Kurz darauf prallte Burkhardt beim Klären eines steil gespielten Balles mit einem Gegenspieler zusammen und musste mit einer Oberschenkelblessur ausgewechselt werden. Leif Lochbrunner kam so zu seinem Oberliga-Debüt. Doch der ins kalte Wasser geschmissene 19-Jährige leistete sich gleich einen Schnitzer und spielte einen viel zu kurzen Pass ins Zentrum. Den fing Danis Dipa ab und bediente Pascal Sohm, der den Ball ins lange linke Eck zum 2:0 zirkelte.

Die Nullachter zeigten sich nicht sonderlich geschockt und versuchten weiter, das Spiel an sich zu reißen. Auch nach dem Seitenwechsel war Schwung in der Partie. Max Stumm, der für den glücklosen Emre Yalcin nun im Spiel war, versprühte viel Energie und ging weite Wege. Doch die Drangphase sollte verpuffen. Und Neckarsulm zeigte sich wieder effizient. Nach einem unglücklich abgefälschten Ball landete das Spielgerät beim eingewechselten Philipp Seybold. Und dessen Flanke fand Cristian Giles Sanchez, der gegen die Laufrichtung von Leif Lochbrunner zum 3:0 einköpfte (57.). Kurz vor Ende des Spiels sorgte Giles Sanchez dann nach einem Eckball für den 4:0-Endstand. Am langen Pfosten setzte sich der Torjäger durch und erzielte seinen zweiten Treffer des Abends.

„Wir müssen so viel Aufwand betreiben und der Ball geht trotzdem nicht rein. Und der Gegner braucht kaum Aufwand betreiben und erzielt Tore“, brachte es 08-Trainer Daniel Zmpitas nach der Partie auf den Punkt. „Am Ende steht dann ein 4:0. Deshalb brauchen wir auch nicht drüber sprechen, dass es eigentlich ein offenes Spiel war, denn wir waren vier Tore schlechter.“

Bei noch sechs ausstehenden Liga-Spielen liegen die Bissinger in der Oberliga als Vorletzter elf Zähler hinter dem rettenden Platz zwölf. Am kommenden Freitag (19 Uhr) ist der FSV 08 zu Gast beim 1. CfR Pforzheim.

 
 
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