Oberliga-Halbzeitbilanz Die Kickers sind das Maß der Dinge

Von Claus Pfitzer
Der FSV 08 Bietigheim-Bissingen (rechts Loris Hoffmann in der Begegnung gegen den 1. FC Rielasingen) ist mit sechs Siegen aus neun Spielen die zweitbeste Auswärtsmannschaft. Foto: /Oliver Bürkle

Der Traditionsverein aus Stuttgart-Degerloch führt die Tabelle der Oberliga nach der Vorrunde mit klarem Vorsprung an. 08 Bietigheim-Bissingen weist überragende Auswärtsbilanz auf.

Die Vorrunde in der Oberliga ist abgeschlossen, bis zur Winterpause stehen noch drei Spieltage der Rückrunde auf dem Programm der 18 Mannschaften.

Der Tabellenführer

Der Tabellenführer

Der Topfavorit auf die Meisterschaft in der Oberliga und den Aufstieg in die Regionalliga wurde den Vorschusslorbeeren gerecht. Mit sechs Punkten Vorsprung auf der Zweiten SG Sonnenhof Großaspach beendeten die Stuttgarter Kickers den ersten Teil der Saison als Herbstmeister. Aus der Vorrunde verabschiedete sich die Mannschaft von Trainer Mustafa Ünal mit einem 8:1-Heimerfolg über den Tabellenletzten Freiburger FC. Es war der zehnte Sieg in Folge.

Die Kickers haben nur eins von 17 Spielen verloren: 0:2 beim FV Ravensburg. Mit Kevin Dicklhuber stellen die Stuttgarter auch den besten Torschützen mit seinen 15 Treffern. Führend ist der Tabellenprimus und Zuschauermagnet auch in der Auswärtstabelle mit acht Siegen und einer Niederlage, bei den meisten Toren (59) und den wenigsten Gegentreffer (8).

Die Verfolger

Die Verfolger

Sechs Punkte hinter den Kickers und sieben Zähler vor den Verfolgern aus Göppingen und Bietigheim-Bissingen belegt die SG Sonnenhof Großaspach Rang zwei und damit jenen Platz, der am Saisonende zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga berechtigt.

In acht von 17 Partien spielte die SG zu Null. „38 Punkte aus den ersten 17 Saisonspielen zu holen, ist unfassbar“, sagte SG-Trainer Evangelos Sbonias nach dem 3:2-Heimsieg zum Vorrundenausklang gegen den FC Holzhausen. Sbonias hat aus einem gegenüber der Abstiegssaison nahezu komplett neuen Kader eine diszipliniert und taktisch klug auftretende Einheit geformt, die schwer zu schlagen ist und die mit sieben Siegen und nur einer Niederlage aus neun Partien die Heimtabelle anführt. Schärfste Konkurrenten der Großaspacher um Platz zwei sind wohl der 1. Göppinger SV, der nach erfolgreichen Auftritten in den Wochen zuvor mit einer 0:5-Heimniederlage gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen aus der Hinserie verabschiedet wurde, und eben jene Nullachter vom Bissinger Bruchwald.

Die sind mit sechs Siegen aus neun Spielen die zweitbeste Auswärtsmannschaft. Mit Auftritten wie jüngst in Göppingen und mehr Konstanz bei den Heimspielen (schon vier Niederlagen) ist die Mannschaft von Trainer Markus Lang ein ernsthafter Anwärter auf Platz zwei. Neben der schwankenden Formkurve vor allem daheim bereiteten immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle Probleme. Mit Nesreddine Kenniche, der schon 13 Tore erzielt hat, spielt der Shooting-Star der Liga beim FSV 08.

Die Enttäuschungen

Die Enttäuschungen

Hoch gehandelte Anwärter auf einen Spitzenplatz wie der FC Nöttingen, der FV Ravensburg oder der FC 08 Villingen finden sich im Tabellenmittelfeld und müssen den Blick eher hin zur Abstiegszone richten. Vor allem die Villinger enttäuschten bislang auf ganzer Linie, auch wenn sie zuletzt beim starken Neuling ATSV Mutschelbach mit 3:1 gewonnen haben. Vor zwei Wochen kehrten mit den beiden Innenverteidigern Dragan Ovuka und Mauro Chiurazzi zwei Leistungsträger dem FC 08 den Rücken.

Die Überraschungsteams

Die Überraschungsteams

Eine Bereicherung für die Liga sind die erstmals im baden-württembergischen Oberhaus aufgetauchten FC Holzhausen und ATSV Mutschelbach. Der badische Dorfverein, in Sichtweite zur Autobahn Stuttgart – Karlsruhe gelegen, nennt sich selbst „Die Macht an der A8“, und wurde diesem Namen meist auch gerecht mit seinem frischen und forschen Offensivfußball.

In der Heimtabelle belegt der ATSV Platz drei mit fünf Siegen, zwei Remis und zwei Niederlagen. In der Gesamttabelle sprang bislang Rang sechs heraus. Ebenfalls direkt an einer Autobahn, der A 81 von Stuttgart nach Singen, ist der FC Holzhausen daheim. Torjäger Janik Michel, in der Saison 2021/22 mit 48 Treffern bester Torschütze aller deutschen Sechstligisten, hat auch eine Liga höher schon 14 Mal getroffen. Holzhausen folgt Mutschelbach auf Platz sieben.

 
 
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