Oberliga-Spitzenspiel Großaspach gegen Stuttgarter Kickers Der Dirigent an der Seitenlinie

Von Michael Nachreiner
Mit Gesten und Kommandos hat SG-Trainer Evangelos Sbonias immer wieder versucht, seine SG Sonnenhof Großaspach im Spitzenspiel gegen die Stuttgarter Kickers zu organisieren. Foto: Avanti/Ralf Poller

SG-Trainer Evangelos Sbonias aus Bietigheim zeigt vollen Einsatz in der Coachingzone. Seine Anstrengung bleibt aber ohne Lohn: Großaspach unterliegt im Oberliga-Topspiel den Stuttgarter Kickers mit 0:3 (0:1).

Von der ersten Sekunde an ist Evangelos „Laki“ Sbonias im Spitzenspiel der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem Zweiten SG Sonnenhof Großaspach und dem Spitzenreiter SV Stuttgarter Kickers unter Strom gestanden. „Ich bringe immer die gleiche Energie aufs Feld – egal ob es gegen die Stuttgarter Kickers oder den Tabellenletzten geht. Es geht darum, dem Team zu helfen“, berichtet der Trainer der Gastgeber. Doch aller Einsatz war vergebens. Seine SG Sonnenhof verlor am Freitagabend vor knapp 5000 Zuschauern mit 0:3 (0:1) gegen die Elf von der Waldau – kassierte ihre erste Heimniederlage in dieser Saison.

Gesten und Kommandos

Immer wieder versuchte Sbonias, seine Mannschaft zu organisieren – entweder mit Handzeichen oder mit Kommandos. Gelungene Aktionen wurden durch anfeuerndes Klatschen und Anfeuerungsrufe honoriert. Bei Fehlpässen hat er aber seine Spieler auch mit Gesten und Rufen wissen lassen, was er davon hielt. Außerdem suchte er immer wieder das kurze Gespräch mit seinen Assistenten Marcel Ivanusa und Julian Schieber. Und wenn dem Großaspacher Trainer eine Schiedsrichter-Entscheidung nicht gefallen hat, wurde Linienrichter Tobias Lauber aus Kleinglattbach verbal bestürmt, der an der Seitenlinie mit den Auswechselbänken seinen Job machte.

Das 0:1 durch Kevin Dicklhuber nahm Sbonias allerdings stoisch entgegen. Wie zur Steinsäule erstarrt mit den Händen hinter dem Rücken verschränkt stand der Trainer aus Bietigheim in seiner Coachingzone, als der Stuttgarter Kapitän aus rund 20 Metern abzog und der Ball abgefälscht ins Netz trudelte (6.).

In der ersten Halbzeit blieb das Duell des Tabellenzweiten gegen den -ersten in der Wir-machen-Druck-Arena in Aspach aber einiges schuldig. Beide Teams nahmen sich kaum etwas. „Ich habe heute zwei Topteams gesehen, deren Leistung eng beieinanderlag“, erklärt Kickers-Coach Mustafa Ünal. „3:0 ist vom Ergebnis her etwas zu hoch.“ Und Sbonias ergänzt: „Ich habe nicht ein Team gesehen, das drei Tore schlechter war. Ich bin unheimlich stolz darauf, was die Spieler an Einsatz und Leidenschaft auf den Platz gebracht haben.“

Erst nach dem Seitenwechsel nahm die Partie allerdings so richtig Fahrt auf. Einen Schuss von Stuttgarts David Kammerbauer klärte Großaspachs Niklas Mohr kurz vor der Linie mit dem Kopf (57.). In der 69. Minute wurde es dann richtig laut. Als Dominik Salz im gegnerischen Strafraum zu Boden ging, forderten sämtliche SG-Verantwortlichen und alle Ersatzspieler an der Seitenlinie vehement einen Elfmeter. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Lars Erbst blieb stumm. „Für mich war das ein glasklarer Elfmeter. Wenn wir da den Ausgleich gemacht hätten, wer weiß, wie das Spiel weitergelaufen wäre“, erklärt Sbonias.

Zwei Tore in Schlussphase

In der Schlussphase machten die Kickers dann den Sack zu. Nach einem Großaspacher Einwurf auf Höhe des Stuttgarter Strafraums schickte David Braig Loris Maier. Benedict Dos Santos zog nicht voll durch, da er auf seinen Torwart vertraute, dass er mitspielte. Doch Maximilian Reule war bereits auf dem Weg in den Kasten zurück. Damit hatte Maier leichtes Spiel, der noch mal auf Konrad Riehle querlegte – 2:0 (83.).

Und in der Nachspielzeit überlistete Maier mit einem Chippass auf Marian Riedinger die SG-Abwehr. Den Querpass von der Torauslinie drückte Braig mit seinem zehnten Saisontor über die Linie.

 
 
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