Oberriexingen Auf der Enzinsel geht’s rund

Von Michaela Glemser
Hoch die Humpen (v.l.): Zum Inselfest stießen die Musikvereinsvorsitzende Susanne Schray und ihr Stellvertreter Uwe Zimmermann mit dem stellvertretenden Bürgermeister Erich Bannert und Interims-Bürgermeister Gerd Maisch mit frisch gezapftem Bier an. Foto: /Martin Kalb

Rund 2300 Besucher feiern ausgelassen auf dem beliebten Fest des Musikvereins Stadtkapelle. 

Mit vier Schlägen brachte der ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeister Erich Bannert das Bier beim Inselfest des Musikvereins Stadtkapelle Oberriexingen zum Fließen. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Gerd Maisch stieß er auf einen unterhaltsamen Festabend im gut besuchten Festzelt an. Zwar hatten die rund 50 Musikanten des großen Orchesters auf ihren Marsch vom Ennery-Platz auf die Enzinsel wegen Regens verzichtet, doch nach dem Fassanstich strahlte die Sonne über der Stadt.

Verregneter Start ins Fest

„Schon am Freitagsabend war der Besuch mit rund 700 Besuchern nicht ganz so gut wegen des Wetters, aber wir sind zufrieden. Die Stimmung war wirklich sehr gut“, sagte die Erste Vorsitzende des Musikvereins, Susanne Schray. Sie hatte am gesamten Festwochenende rund 200 Helfer im Einsatz, unter denen auch einige Nicht-Mitglieder aus Verbundenheit zum Musikverein mit anpackten.

„Seit Anfang der 70er-Jahre findet unser jährliches Fest auf der Insel statt“, erzählte Helmut Gräßle, der der im Orchester die Tuba spielt und schon so einige Inselfeste miterlebt hat. „Die Auflagen, die einzuhalten sind, werden von Jahr zu Jahr größer“, kritisierte er.

Das Festzelt befindet sich inzwischen im Eigentum des Musikvereins und wird von diesem auch das Jahr hindurch vermietet. „Allein drei Zeltmeister gibt es in unserem Verein, die für den Auf- und Abbau des Zelts zuständig sind. Auch die Abstände zum Kühlwagen müssen genau stimmen“, erläuterte Gräßle die Hürden, die im Vorfeld des Inselfests genommen werden müssen.

Doch der Aufwand hatte sich wieder gelohnt, denn im Festzelt steppte nicht nur am Freitagabend bei der Cover-Rock-Band „Good News“ aus dem Raum Schwäbisch Hall der Bär. Auch die Stadtkapelle Oberriexingen und der Musikverein aus dem benachbarten Unterriexingen brachten das Festzelt mit Stimmungshits wie „Atemlos“ oder „Major Tom“ auch am Samstagabend zum Beben. Sogar ein Abba-Medley war zu hören.

Sonne zum Festgottesdienst

Geruhsamer ging es am Festsonntag nach dem ökumenischen Gottesdienst zu, als im Laufe des Nachmittags alle Sparten des Musikvereins ihr Können darboten. „Der Sonntag ist unser besucherstärkster Tag, ein echter Familiensonntag, bei dem auch für die Kleinen mit Ponyreiten, einer Hüpfburg und Kinderschminken viel Abwechslung geboten ist“, erklärte die Vereins-Vorsitzende Schray.

Gerade einmal ein halbes bis ein ganzes Jahr spielen die Mitglieder der „Wilden Noten“ unter der Leitung von Margit Slunsky ihr Instrument, während die Jugendkapelle unter Andreas Musch schon mehr Routine hat. Auch die Blockflötenabteilung durfte beim gemeinsamen Auftritt mit dem Großen Orchester nicht fehlen und zeigte die musikalische Vielfalt des Oberriexinger Musikvereins.

Viele auswärtige Besucher

In Erinnerungen schwelgten die Teilnehmer am Ehrenstammtisch, die allesamt zu den Ehrenmitgliedern des Musikvereins gehören und teilweise schon über 90 Jahre alt sind. Richtig laut wurde es im Festzelt, als die Schlagzeugformation um Bernhard Thumm die Bühne einnahm und dem Publikum einheizte.

„Unsere Besucher kommen aus den gesamten umliegenden Gemeinden und loben nicht nur die musikalische Unterhaltung, sondern auch unsere kulinarischen Angebote vom Fleischbrot bis zu den Grillhähnchen“, berichtete Schray. In diesem Jahr gab es für alle Vegetarier ein ganz besonderes Schmankerl, eine Pilzpfanne, die vom Oberriexinger Christoph Essich zubereitet wurde. Er züchtet Shiitake-Pilze und brachte diese Spezialität den Festbesuchern nahe.

„In der Vergangenheit mussten wir die Enzinsel für die Festbesucher schon sperren, weil bereits 1500 Menschen auf der Insel waren. Es gab aber auch Jahre, in denen der Regen so stark war, dass beim Abbau das ganze Zelt unter Wasser stand und beim Fest alles mit Sandsäcken gesichert werden musste“, erinnerte sich Schray.

Für ihren Verein ist das Inselfest die finanzielle Haupteinnahmequelle im Jahr, die nötig ist, um die laufenden Ausgaben decken zu können. Umso erleichterter waren alle Oberriexinger Musikanten, dass in diesem Jahr die Besucher wieder so zahlreich auf die Enzinsel strömten.

 
 
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