Oberriexingen Auf der Enzinsel spielt die Musik

Von Michaela Glemser
Den Festumzug anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums führe der Musikverein Stadtkapelle Oberriexingen an. Foto: /Martin Kalb

Die Stadtkapelle feiert ihr 100-jähriges Bestehen beim diesjährigen Inselfest mit buntem Programm für alle Generationen. 18 Gruppen beteiligten sich am Festumzug.

Er ist erst seit wenigen Monaten in seinem Vorstandsamt tätig, war in den vergangenen Wochen aber bereits fast Tag und Nacht für die Vorbereitung des beliebten Inselfestes im Einsatz. Martin Kiemes ließ Werbematerialien drucken, hat Plakate aufgehängt und hat die Erste Vorsitzende des Musikvereins Stadtkapelle Oberriexingen, Susanne Schray, am Festwochenende tatkräftig unterstützt. Die Sommerhitze bereitete den beiden Vorstandsmitgliedern einiges Kopfzerbrechen, denn bereits in der vergangenen Woche hatten sie überlegt, aufgrund der heißen Temperaturen auf den Festumzug am Sonntagnachmittag zu verzichten. „Das Team des Bauhofs hatte allerdings schon die Beschilderung der rund 2,5 Kilometer langen Umzugsstrecke hinunter zur Enzinsel vorgenommen. Wir konnten es nicht mehr rückgängig machen“, erklärte Schray.

Alle wichtigen Vereine aus Oberriexingen mit dabei

Das hat sich aber auch ausgezahlt, denn trotz Hitze jubelten die Zuschauer den rund 18 Zuggruppen begeistert zu. Mit von der Partie waren aus Anlass des 100-jährigen Vereinsbestehens des Musikvereins alle wichtigen örtlichen Vereine von den Landfrauen bis zu den Sportlern des TSV Oberriexingen. Auch die Gemeinderäte und Bürgermeister Ron Keller trotzten den Temperaturen und grüßten die Zuschauer am Straßenrand. Der Oberriexinger Rathauschef unterstützte auch als Festhelfer den Musikverein seiner Stadt. „Rund 300 Helfer haben wir insgesamt an den Festtagen im Einsatz. Wir haben keine Probleme die Helferlisten zu füllen und werden auch von Ehrenamtlichen außerhalb unserer Vereinsreihen unterstützt“, erläuterte die Erste Vorsitzende Schray. So übernahmen die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins rund um Fritz Bayha eine komplette Schicht am Festsonntag.

Nur so war es überhaupt möglich, dass auch die musikalischen Sparten des Musikvereins Oberriexingen den Festbesuchern ihr Können zeigen konnten. Angefangen von den „Wilden Noten“ und den Blockflötenkindern als den jüngsten Musikanten im Verein über die Jugendkapelle bis zum Großen Orchester mit rund 54 Mitgliedern wussten die Mitglieder des Musikvereins ihre Gäste mit ihren Melodien mitzureißen und sorgten für gute Stimmung im Festzelt.

Unterstützung erhielten die Mitglieder des Musikvereins dabei von der Kapelle „Böhmisches Kristall“, in dem das Ehrenmitglied und der Flügelhornist des Vereins, Joachim Dauser, aktiv ist. Die Musiker der Kapelle stammen aus dem gesamten Landkreis Ludwigsburg und unterhielten die Festgäste am Sonntagnachmittag mit traditioneller böhmischer Blasmusik sowie Gesang.

Rund 1000 vorwiegend junge Musikfreunde hatten bereits bei der Mallorca-Party zum Festauftakt am Freitagabend für ausgelassene Feierlaune gesorgt. Doch auch dabei hielt das Wetter die Festorganisatoren in Atem, denn am Abend zogen am Himmel über der Enzstadt dunke Wolken und ein kräftiger Wind auf. „Wir haben immer wieder die Wetter-App kontrolliert und waren in Alarmbereitschaft, aber glücklicherweise wurden wir von einem Unwetter verschont“, machte Schray deutlich.

Handwerksvesper wurde reaktiviert

Partystimmung kam trotz Spiel der deutschen Nationalelf auch am Samstagabend auf der Festinsel auf, denn auch wenn es kein Public Viewing gab, nutzten vor allem Frauen das musikalische Kontrastprogramm zum Spiel der Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Anlässlich des Vereinsjubiläums wurde auch das beliebte „Handwerkervesper“ am Festmontag reaktiviert, zu dem sich bereits im Vorfeld ortsansässige Unternehmen und Betriebe mit rund 100 Mitarbeitern angemeldet hatten.

Der Ökumenische Gottesdienst im Festzelt am Festsonntag stand übrigens auch im Zeichen des verheerenden Brandes auf dem Lindenhof in der vergangenen Woche. „Wir wollen einen Teil der Kollekte an die Familie Schmid spenden und denken ganz fest an sie, denn die Familie hat uns in der Vergangenheit nicht nur beim Inselfest immer unterstützt“, betonte Vorsitzende Schray.

 
 
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