Oberriexingen Dachstuhlbrand hält Feuerwehren in Atem

Von Markus Wirth
Auf einem Bauernhof nahe des Friedhofs in Oberriexingen gab es ein Großaufgebot an Einsatzkräften. Foto: /Martin Kalb

200 Feuerwehrleute in Oberriexingen im Einsatz, lediglich eine leicht verletzte Person.

Die mächtige schwarze Rauchsäule, die am frühen Mittwochnachmittag über Oberriexingen zu sehen war, verhieß nichts Gutes, zumal in der kleinen Stadt im mittleren Enztal schon im Juli ein verheerender Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens mit mehr als 60 toten Tieren zu beklagen war (die BZ berichtete mehrfach).

Um 14.55 Uhr war, so Einsatzleiter Tobias Grieble, ein Erstalarm der Kategorie B 3 eingegangen, der sich allerdings der unsicheren Lage wegen und um Sicherheit und überörtliche Hilfe hinzuzuziehen, auf die höchste Alarmstufe B 5 ausgeweitet wurde. „Zunächst trafen neben unseren Kameraden auch jene aus Sachsenheim und Sersheim ein, mit Letzteren haben wir tagsüber eine Kooperation. Sachsenheim hilft uns im Bereich Atemschutznotfall.“

Schon bald wurde klar, dass keine vermissten Personen beklagt werden mussten, ein Anwohner wurde auf Verdacht einer Rauchgasintoxikation zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

Brandursache noch unklar

„Was den Dachstuhlbrand eines Nebengebäudes eines landwirtschaftlichen Anwesens in unmittelbarer Nähe zum Friedhof ausgelöst haben könnte, ist aktuell noch nicht klar“, so Grieble, es könnte, da es ein Betriebsgebäude ist, sich um einen technischen Defekt handeln, dies aber sei alles im Bereich der Spekulation. „Außerdem ist es anhaltend trocken und ziemlich warm, auch hier könnte die Brandursache zu suchen sein.“

Der Dachstuhl brannte auf der gesamten Fläche des 40 auf zehn Meter großen Gebäudes ab, die Feuerwehren aus dem gesamten Kreis hatten das Feuer jedoch schnell im Griff. Die Wehrkollegen aus Bietigheim-Bissingen und Vaihingen unterstützten, neben der Entnahme von Löschwasser aus Hydranten, mit zwei Wassercontainern und insgesamt 40.000 zusätzlichen Litern an Löschwasser die Brandbekämpfung, zudem war, um dem Feuer Herr zu werden, auch eine Drehleiter im Einsatz. „Wir hatten alles in allem großes Glück“, so Kommandant Grieble, „dass die Flammen nicht auf die beiden benachbarten Wohngebäude übergriffen und somit für uns ein Innenangriff erspart wurde“. Zwei unter dem Vordach stehenden Erntemaschinen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Im Zuge der Alarmierung von B 3 auf B 5 wurde auch die Zahl der Einsatzkräfte drastisch erhöht, sodass an Spitzenzeiten über 200 Wehrkräfte aus der Region vor Ort waren sowie weitere unterstützende Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes.

Kameraden aus dem Umkreis

Kameraden aus dem gesamten Kreis – aus Bönnigheim, Bietigheim-Bissingen, Löchgau, Vaihingen, Sachsenheim, Ludwigsburg, Oberriexingen, Markgröningen und Sersheim halfen bei der Entnahme von Löschwasser und bei der Sicherung des Brandortes. Ebenfalls vor Ort waren die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen sowie, für den Fall von verschmutztem oder kontaminierten Wasser, auch Mitarbeiter des Klärwerks.

Bürgermeister Ron Keller zeigte sich bei der Lagebesprechung mit dem Einsatzleiter und Kreisbrandmeister Andy Dorroch erleichtert über den dann doch relativ glimpflich verlaufenen Brand. Einsatzleiter Tobias Grieble konnte im Gespräch mit der BZ späten Nachmittag die Höhe des entstandenen Schadens noch nicht beziffern.

Während des rund drei Stunden andauernden Feuerwehreinsatzes, der gegen 17 Uhr beendet war, war der Bereich rund um die Sersheimer Straße zwischen Abzweig von der Hauptstraße bis vor dem Kreisverkehr abgesperrt und der Durchgangsverkehr umgeleitet worden.

 
 
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