Oberriexingen Gemeinsam mit dem Bürgermeister Müll einsammeln

Von Corinna Müller
Bürgermeister Ron Keller und Mitarbeiterin Alexandra Pistikos entsorgen ihren gesammelten Müll in einem Container. Foto: /Martin Kalb

Am Aschermittwoch fand in Oberriexingen die diesjährige Markungsputzete statt. Auch Bürgermeister Ron Keller half tatkräftig mit.

Bereits zum sechsten Mal trafen sich am Aschermittwoch in Oberriexingen Freiwillige zur traditionellen Gemarkungsputzete, um Städtchen, Wald und Flur auf Vordermann zu bringen. Alexandra Pistikos, unter anderem Standesbeamtin und Archivmitarbeiterin im Oberriexinger Rathaus, berichtete, dass die gemeinsamen Putzaktionen schon seit Jahrzehnten betrieben würden. Durch die Corona-Zeit habe sich dies aber verändert.

Tradition durch Corona pausiert

Die Leute mussten damals alleine oder in Kleinstgruppen losziehen, um für Sauberkeit zu sorgen. Der seit 2024 amtierende Bürgermeister Ron Keller hatte vorgeschlagen, zumindest einen gemeinsamen Auftakt zu veranstalten, der im vergangenen Jahr bereits umgesetzt wurde. In diesem Jahr war bereits im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt worden.

Ziel der Putzete sei, die Gemarkung Oberriexingen zu reinigen und die Bevölkerung auf die zu schützende Natur aufmerksam zu machen. „Wir wollen das Bewusstsein in Sachen Umwelt fördern und dabei gemeinsam und mit Spaß gegen den Müll vorgehen“, so Keller und Pistikos.

Am Mittwoch um 9 Uhr trafen sich also rund 15 Erwachsene bei sonnigem Wetter vor der Alten Kelter. „Es war heute Vormittag ein bisschen gefroren und das war gut so – es war dadurch nicht so matschig“, beschrieb Keller, der wie alle anderen mit dicker Jacke und warmen Stiefeln bekleidet war.

Unterstützt wurden die Erwachsenen von zwölf Kindern des örtlichen Wald- und Naturkindergartens Reutwaldfüchse sowie weiteren elf Kindern des Beate-Kaltschmid-Kindergartens aus der Eichendorffstraße mit ihren betreuenden Personen.

Erwachsene und Kinder wurden von der Gemeinde mit Zangen, Müllsäcken und Handschuhen ausgestattet. Während die Erwachsenen in erster Linie – mit Warnwesten versehen – den Straßenrand säuberten, zog es die Kinder zu den Spielplätzen innerorts oder in den Wald. Überall wurde emsig gesammelt. „Die Dreijährigen sind kaum größer als die Zangen“, beschrieb eine der Erzieherinnen, „das machte es etwas schwierig.“ Dennoch packten die Kinder alles in die Säcke, was sie an Unrat finden konnten: Zigaretten, Kabelbinder, jede Menge volle und leere Flaschen, Schokoladen- und Chipspackungen, Scherben, Schrauben, Unterlegscheiben und vieles mehr. „Sogar metallene Stelzen, eine Perücke und eine Fliegenklatsche waren dabei“, berichteten zwei kleine Mädchen staunend.

Auch Schätze waren dabei

Ein Sechsjähriger deutete begeistert auf seine vollen Jackentaschen: „Ich habe ganz tolle Schätze gefunden. Aber was das ist, ist mein Geheimnis.“

„Es findet sich alles mögliche unterwegs, die dollsten Sachen“, beklagte sich Pistikos, „im Wald liegen häufig Reifen von Autos oder Fahrrädern.“ Größere Dinge wurden vom Bauhof direkt abgeholt und in den vor der Kelter stehenden Container geworfen, Kleinigkeiten wurden in die Säcke gepackt und an vereinbarten Stellen bis zur Abholung gelagert. Nach über zwei Stunden waren die fleißigen Helfer zurück. Als besonderen Bonus erhielten alle Kinder vom Bürgermeister eine kleine Überraschung.

Die Familien-Frühjahrsputz-Woche in Oberriexingen läuft noch bis zum 26. Februar. Dafür liegen im Bürgeramt rund 30 Zangen sowie Handschuhe und Müllsäcke bereit.  Corinna Müller

Info

Die Familien-Frühjahrsputz-Woche in Oberriexingen läuft noch bis zum 26. Februar. Dafür liegen – während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses – auf dem Bürgeramt rund 30 Zangen sowie jede Menge Handschuhe und Müllsäcke bereit. Interessierte erhalten zudem einen in zehn Zonen eingeteilten Markungsplan zur Orientierung und können ohne Anmeldung alleine losmarschieren.

 
 
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