Oberriexingen Intek-Areal als wegweisendes Projekt

Von Michaela Glemser
Das ehemalige Intek-Areal soll einmal das neue Feuerwehrmagazin und den Bauhof beherbergen. Hier bestehe, so Bürgermeister Ron Keller, großes Entwicklungspotenzial für die Stadt. Foto: /Martin Kalb

Bürgermeister Ron Keller schwört den Gemeinderat auf umsichtiges Wirtschaften ein.

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ie Verantwortlichen der Stadt wollen auf Dauer einen tragfähigen Haushalt erstellen, der sich nicht nur finanziell stabil erweist, sondern auch die möglichst erfolgreiche Erledigung der vielfältigen anstehenden Aufgaben und den Abbau des Sanierungsstaus ermöglicht.

Dies machte der Bürgermeister der Römerstadt Ron Keller in seiner Haushaltsrede in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Doch diese Aufgabe wird nicht einfach werden, denn im Oberriexinger Etat für dieses Jahr klafft ein Defizit von fast vier Millionen Euro.

Ertragsmöglichkeiten nutzen

„Wir leiden unter einem strukturellen Defizit. Daher werden wir die 2025 erfolgreich eingesetzte Finanzkommission weiterführen und arbeiten als Verwaltung jeden Tag daran, Geld zu sparen und effizienter zu arbeiten“, betonte Keller. Zudem verwies der Oberriexinger Rathauschef darauf, dass auch die Ertragsmöglichkeiten der Stadt in diesem Jahr weiter ausgeschöpft werden müssten. Aber Keller gestand in seiner Haushaltsrede außerdem ein, dass alle diese Anstrengungen nicht ausreichen würden, das strukturelle Defizit der Stadt gänzlich zu decken. Obwohl sich im Zuge der mittelfristigen Finanzplanung ab dem Jahr 2027 eine Verbesserung der Finanzsituation der Römerstadt und eine Verringerung des Defizits im Etat auf rund 700.000 Euro andeutet, forderte Keller eine Finanzreform ein, welche die Verteilung der Finanzmittel zwischen Bund, Ländern und Kommunen neu regele.

„Es kann nicht sein, dass die Kommunen ein Viertel der Staatsaufgaben tragen, aber gerade einmal ein Siebtel der Einnahmen erhalten“, stellte Keller klar. Er erwähnte auch den Mangel an Steuerausschüttungen aus dem Gewerbepark „Eichwald“ im vergangenen Jahr, die im Haushalt der Stadt Oberriexingen nachhaltig gefehlt hätten.

Aufbau des Betreuten Wohnens

Der Oberriexinger Bürgermeister blickte weiterhin auf die wichtigsten Investitionsmaßnahmen in diesem Jahr und verwies dabei auf die Fortführung des Kanalsanierungskonzepts mit den Erneuerungsmaßnahmen in der Hauff- und Friedrichstraße, den Aufbau einer Einrichtung des Betreuten Wohnens in den „Schrannenäckern“ und die weitere Entwicklung des Bebauungsplans „Steingrube“. Bei diesem Planverfahren für den Bau eines Lebensmittelmarktes, einer Bäckerei und Räumlichkeiten zur medizinischen Versorgung auf einem Gelände an der Straße nach Sersheim waren in einer ersten Beteiligungsrunde zahlreiche Anregungen eingegangen, die derzeit in der Verwaltung abgewogen werden.

Intek ist eine Herausforderung

Zudem erwarten die Verantwortlichen der Stadt in diesen Tagen die Stellungnahme des Fachbereichs „Natur- und Umweltschutz“ beim Landratsamt Ludwigsburg und die Ergebnisse einiger Gutachten zum Plangebiet. Auch auf den Erwerb des ehemaligen Geländes der Firma Intek in der Austraße ging Bürgermeister Keller in seiner Haushaltsrede ein.

„Mit dem Erwerb haben wir ein einzigartiges und wegweisendes Projekt für Oberriexingen begonnen, welches eine große Herausforderung für uns darstellt, aber im Hinblick auf die Feuerwehr, den Bauhof, die Vereine und die Wirtschaftsförderung große Möglichkeiten und Spielräume sowie eine langfristige Entwicklung und Perspektive für die Stadt mit sich bringt“, so der Oberriexinger Bürgermeister.

Beginn der Wärmeplanung

Im Bereich des Katastrophenschutzes sollen in der Römerstadt Maßnahmen zum Schutz vor Starkregenereignissen umgesetzt und dafür entsprechende Fördermittel beantragt werden. Weiterhin wollen die Verantwortlichen der Stadt und der Stadtwerke Oberriexingen mit der Realisierung der Wärmeplanung beginnen. „Wichtig für die weitere Zukunft ist, dass wir unsere Hausaufgaben machen und weiterhin einen strikten und verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen pflegen“, erklärte der Rathauschef.

Keller dankte in diesem Zusammenhang der Oberriexinger Bevölkerung für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz gerade in dieser finanziell schwierigen Zeit für die Stadt. Die Oberriexinger Gemeinderäte stimmten dem Etat 2026 einhellig zu.

 
 
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