Oberriexingen Mehr als 1000 Übungsstunden

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Ein besonderer Moment: Kommandant Tobias Grieble dankt seinem Vater Rolf für 50 Jahre treue Dienste in der Wehr. ⇥ Foto: Vera Gergen

Die Oberriexinger Feuerwehr traf sich zur Hauptversammlung. 52 Mal musste sie vergangenes Jahr ausrücken.

Die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oberriexingen am zweiten Samstagabend im neuen Jahr begann mit einem leichten zeitlichen Verzug. Zum einen wurde ein Feuerwehrmann direkt vor der Wache in der Mühlstraße angefahren und dabei zum Glück nur leicht verletzt, und zum anderen gab es noch kurz vor der Veranstaltung einen Einsatz in Sachsenheim, der ebenfalls glimpflich verlief.

Doch dann konnte der Kommandant des Vereins, Tobias Grieble, in den Kameradschaftsräumen der „Villa Florian“ berichten, dass die kleine Oberriexinger Wehr gut aufgestellt und für ihre Aufgaben im Raum Oberriexingen, Sersheim, Sachsenheim bestens gerüstet sei. Vier moderne, voll ausgestattete Einsatzfahrzeuge, 39 aktive Feuerwehrleute (37 Männer und zwei Frauen) sowie drei Alterskameraden stehen zur Verfügung. Daneben bereiten sich 20 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr (sieben Mädchen und 13 Jungen) auf ihren späteren Einsatz in der Hauptwehr vor.

Mehr als 100 Einsatzstunden

Die aktive Mitgliedschaft verlange viel Einsatz und erhebliche zeitliche Opfer. Für die 52 Brände, technischen Hilfsleistungen und sonstigen Aufgaben im vergangenen Jahr waren rund 700 Einsatzstunden erforderlich. Dazu wurden – verteilt auf zwei Mannschaftszüge und bei spezifischen Aufgaben – mehr als 1000 Übungsstunden an 45 Terminen geleistet. Für die Aus- und Weiterbildung sowie Kurse an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal kamen nochmals mehrere 100 Einsatzstunden hinzu.

Grieble setzt auf einen „bunten Mix“ aus allen Altersklassen, Berufsgruppen und Arbeitszeitmodellen. Schwierig sei immer die sogenannte Tagesverfügbarkeit in der Zeit zwischen morgens 7 Uhr und nachmittags 17 Uhr, so Grieble. Selbstständige Ortsansässige, Schichtarbeiter und Feuerwehrleute, die im Homeoffice tätig sind, ermöglichen jedoch schnelle und effektive Einsätze rund um die Uhr. Als psychisch äußerst belastend erlebten die Oberriexinger Kräfte im April einen Verkehrsunfall zwischen Oberriexingen und Sachsenheim, bei dem ein junger Mann verstarb und eine junge Frau schwer verletzt wurde.

Optimistisch in die Zukunft

Welch hohe Bedeutung der Jugendarbeit in der Feuerwehr zukommt, hat man vor Ort schon länger erkannt. Immerhin konnte der Verein, auch durch eine Werbeaktion „Helfen Sie uns, zu helfen!“, 20 Jugendliche motivieren, sich aktiv im Traditionsverein einzubringen. Tobias Grieble blickt deshalb optimistisch in die Zukunft.

In einem Grußwort dankte Bürgermeister Frank Wittendorfer den Aktiven für ihren mental oft belastenden Einsatz, zeigte sich stolz auf das Oberriexinger Team und versprach, den Verein auch künftig auf allen Ebenen zu unterstützen. Die interkommunale, synergetische Zusammenarbeit mit Sachsenheim und Sersheim sei zweifellos ein wichtiger Baustein in der sicherheitstechnischen Abdeckung der Region.

Das Feuerwehrgebäude in der Mühlstraße erfülle zwar nach wie vor seinen Zweck, sei aber in die Jahre gekommen und wirke an manchen Stellen etwas abgewohnt. Ein Planungsausschuss aus Mitgliedern des Gemeinderates und Feuerwehrangehörigen wird sich bald daran machen, die räumliche Situation im und um das Gerätehaus zu bewerten und Optimierungsvorschläge zu erarbeiten. Mit Ehrungen und Beförderungen sowie dem traditionellen Schnitzelessen ging die Hauptversammlung zu Ende.

 

Info Geehrt wurden Andreas Grimm (15 Jahre Zugehörigkeit, Ehrenzeichen in Bronze), Steffen Jauß, Markus Buck und Tobias Grieble (25 Jahre Zugehörigkeit, Ehrenzeichen in Silber) und Rolf Grieble (50 Jahre Zugehörigkeit, Ehrenzeichen in Gold). Befördert wurden Daniel Zander (Feuerwehrmann), Manuel Hüeber, Fabian May und Jürgen May (Oberfeuerwehrmann) und Markus Müller (Brandmeister).

 
 
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