Oberriexingen „Steingrube“ ist in der entscheidenden Phase

Von Michaela Glemser
Auf der Fläche am nördlichen Stadtrand an der Straße nach Sersheim soll ein Penny-Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern entstehen. Foto: Martin Kalb

Das Bebauungsplanverfahren „Steingrube“ schreitet trotz umfangreicher Stellungnahmen voran.

Das Interesse der Bevölkerung in der Römerstadt an diesem Bauvorhaben ist groß, das hat sich in den Einwohnerfragestunden der jüngsten Gemeinderatssitzungen immer wieder gezeigt, bei denen Bürgermeister Ron Keller nach dem aktuellen Stand des Bebauungsplanverfahrens „Steingrube“ gefragt wurde. Auf einer rund 9000 Quadratmeter großen Fläche am nördlichen Stadtrand an der Straße nach Sersheim soll ein Penny-Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern und Räumlichkeiten zur Gesundheitsvorsorge im Obergeschoss errichtet werden.

Neues Bäckerei-Stammhaus

Zudem plant der ortsansässige Bäcker Markus Laier auf besagtem Areal das neue Stammhaus seines Unternehmens mit Backstube, Café, Drive-In-Konzept und Betriebsleiterwohnung. Die Stadt möchte auf der Fläche ein Regenrückhaltebecken und Retentionsflächen verwirklichen.

Im November 2024 haben die Oberriexinger Gemeinderäte für diese Maßnahmen einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Steingrube“ aufgestellt, der inzwischen auch bereits öffentlich auslag und zu dem die Träger öffentlicher Belange, Behörden sowie die Bürger Stellung nehmen konnten. „Aus dieser frühzeitigen Beteiligung kamen insgesamt rund 70 Seiten an Stellungnahmen von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und privaten Anregungen zusammen, die seit dem Frühjahr 2025 gewissenhaft abgearbeitet werden“, berichtet der Oberriexinger Bürgermeister Keller. Ziel ist es, in der Gemeinderatssitzung im April dieses Jahres den Entwurfs- und Offenlagebeschluss nach allen Abwägungen zu fassen. Davor soll es noch einen runden Tisch mit allen Beteiligten geben, an dem Details und Fakten zum Planverfahren eingehend besprochen werden können. Auch zahlreiche Gutachten müssen im Zuge des Bebauungsplans „Steingrube“ umgesetzt werden. „Uns liegen bereits die Ergebnisse einer Marktanalyse, des Verkehrs-, Artenschutz- und Starkregen-Gutachtens vor. Derzeit werden noch das Staub- und Geruchsgutachten sowie ein Lärmgutachten erstellt“, so Keller.

Agenda ist noch lang

Weiterhin gilt es bei den Planungen noch die notwendige Entwässerungskonzeption zu erarbeiten. Abstimmungen bezüglich der Verkehrssituation und die detaillierte Planung des Regenrückhaltebeckens stehen ebenfalls noch auf der Agenda der Verantwortlichen für dieses Vorhaben. Im Einmündungsbereich zum neuen Supermarktgelände soll die Geschwindigkeit auf Tempo 50 reduziert werden. Weiterhin ist die Ausgestaltung der bestehenden Verkehrsinsel vorgesehen, um Fußgängern und Radfahrern einen sicheren Überweg zu ermöglichen. Da das Plangebiet der bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche an seinem südwestlichen Rand auch in ein Landschaftsschutzgebiet eingreift, muss mit den Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Ludwigsburg eine Einigung für eine Befreiung erzielt werden. „Dabei stehen wir im guten und engen Austausch mit den Vertretern des Landratsamts“, sagte der Bürgermeister.

Keller will ins Bauen kommen

Er hofft darauf, dass noch vor der Sitzungspause im Sommer dieses Jahres der endgültige Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Steingrube“ von den Gemeinderäten gefasst werden kann. „Anschließend könnten zeitnah auch die Bauarbeiten beginnen“, so Keller. Als Investor für den Lebensmittelmarkt tritt die Wohnbau Oberriexingen auf, die den Markt für 15 Jahre mit einer Option für weitere zehn Jahre an die Supermarkt-Kette Penny vermieten will.

Zur Erinnerung: Die Oberriexinger Bürgerschaft hatte sich bei einem Bürgerentscheid vor genau einem Jahr mit einer deutlichen Mehrheit von 69,35 Prozent der abgegebenen Simmen für das Vorhaben ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 87 Prozent. Dies zeigte schon, wie sehr die Oberriexinger Bevölkerung an diesem Planverfahren und seinen Neubauten interessiert ist. Es gab auch kritische Stimmen einer Bürgerinitiative, die negative Auswirkungen auf das Starkregenrisikomanagement, die Frischluftschneise der Stadt sowie den ortsansässigen Tante-M-Laden und die Oberriexinger Hofläden befürchtete.

 
 
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