Oberriexingen „Diesen Bürgerentscheid durchzuführen war richtig“

Von Michaela Glemser
Einen gefüllten Terminkalender erwartet der Oberriexinger Bürgermeister Ron Keller auch im Jahr 2026. Foto: /Martin Kalb

Bürgermeister Ron Keller blickt auf das Jahr 2025 zurück und gibt einen Ausblick auf die Vorhaben im neuen Jahr.

Ein arbeitsreiches Jahr 2025 liegt hinter Bürgermeister Ron Keller, denn gleich zu Beginn galt es den Bürgerentscheid im Februar vorzubereiten, bei dem 69,35 Prozent der abgegebenen Stimmen für den Verkauf eines Flurstücks in der „Steingrube“ an einen Investor und die Bebauung mit einem Lebensmittelmarkt, mit Praxisräumen, dem Stammhaus der Bäckerei Laier und einem Regenrückhaltebecken votierten. „Diesen Bürgerentscheid durchzuführen war absolut richtig, denn es hat dem Projekt Rückenwind gegeben und hat seine Akzeptanz in der Oberriexinger Bevölkerung erhöht“, sagt Bürgermeister Keller.

Runder Tisch am Jahresanfang

Bei der frühzeitigen Beteiligungsrunde im Zuge des entsprechenden Bebauungsplanverfahrens sind inzwischen zahlreiche Stellungnahmen bei der Stadtverwaltung eingegangen, die jetzt genau abgewogen werden. „Es wird im Januar oder Februar 2026 einen runden Tisch mit allen Beteiligten geben, und anschließend werden die Abwägungen auch im Gemeinderat behandelt“, erläutert der Oberriexinger Rathauschef. Er geht davon aus, dass alle Punkte abgearbeitet werden können und keine größeren Überraschungen beim Bebauungsplanverfahren mehr auftreten. Parallel dazu werden derzeit in der „Steingrube“ die notwendigen Gutachten erstellt und eine Befreiung vom Landschaftsschutzgebiet beantragt, das durch das Planverfahren tangiert wird.

Aber auch an anderer Stelle im Stadtgebiet wurde in diesem Jahr ein Großprojekt mit einer Millioneninvestition in Angriff genommen. Die Verantwortlichen der Stadt haben für rund 7,4 Millionen Euro das Intek-Gelände in der Austraße gekauft, um dort Bauhof und Feuerwehr, aber auch Handwerker und kleine Gewerbebetriebe anzusiedeln. „Dieses Jahrhundertprojekt ist richtig und notwendig, um die städtische Infrastruktur auf zukunftsfähige Beine zu stellen, aber auch um eine Industriebrache städtebaulich zu nutzen und dafür alle Entscheidungen selbst in der Hand zu haben“, unterstreicht Bürgermeister Keller.

Lagerflächen für die örtlichen Vereine könnten ebenfalls in den bereits bestehenden Gebäuden entstehen. Keller will zu diesem Projekt ebenfalls eine breite Bürgerbeteiligung initiieren, die schon im Zuge der Einwohnerversammlung im März 2026 detailliert in Angriff genommen werden soll.

„Aber auch die Diskussionen um die geplanten Windkraftanlagen haben in den vergangenen Monaten meinen Terminkalender gefüllt. Es ist schade, dass die Bemerkungen von Oberriexingen und Sersheim zum Windvorranggebiet in der Abwägung der Region nicht so berücksichtigt wurden“, sagt Keller. Seiner Ansicht nach wäre noch ausreichend Zeit für eine erneute Offenlage besagter Teilfortschreibung des Regionalplans gewesen. Aber es sei künstlich Zeitdruck erzeugt worden und vor allem die vorgesehene Gleichstrom-Trasse nicht ausreichend beim Beschluss des Windvorranggebiets „LB 16“ berücksichtigt worden. Der Oberriexinger Rathauschef verwies darauf, dass er gemeinsam mit seinem Kollegen Jürgen Scholz aus Sersheim das weitere Verfahren des Energieparks „Weitfeld“ und der geplanten acht Windkraftanlagen kritisch begleiten und alle Möglichkeiten ausschöpfen werde, die Interessen der beiden Kommunen geltend zu machen.

Gemeinschaftliche Aufgabe

Auch die Finanzsituation der Gemeinde hat den Oberriexinger Bürgermeister in den zurückliegenden Wochen in Atem gehalten, denn im Haushaltsplan für das Jahr 2026 klafft ein Defizit von rund vier Millionen Euro. „Wir müssen, was den kommunalen Haushalt betrifft, 2026 durch das Tal der Tränen gehen, und ab 2027 wird sich die Finanzlage wieder stabilisieren. Daher sind auch die Gebührenerhöhungen nicht schön, aber notwendig und ebenso dürfen Steuererhöhungen kein Tabu-Thema mehr sein“, so Keller.

Die Reduzierung des Etatdefizits sei eine gemeinschaftliche Aufgabe aller in der Stadt, aber Keller ist optimistisch, dass sich die Finanzlage in den kommenden Jahren verbessern werde. Bei der Erreichung dieses Ziels setzt der Oberriexinger Bürgermeister auch auf die finanziellen Ausschüttungen an die Verbandskommunen aus dem Zweckverbandsgebiet „Eichwald“. „Die Erweiterung des Zweckverbandsgebiets ist für mich alternativlos. Wir müssen auch künftig Anfragen von Unternehmen für Gewerbegrundstücke im Zweckverbandsgebiet bedienen können und dafür vorbereitet sein“, stellt Keller klar.

Im Jahr 2026 werden ihm die Aufgaben nicht ausgehen, denn die Pläne für ein Wärmenetz vorwiegend im Stadtkern, für die Sanierung des Zwischendachs bei der Sporthalle, für die Erneuerung des Kleinspielfelds beim Sportzentrum und die Gestaltung eines möglichen Mehrgenerationenspielplatzes wollen vorangebracht und weiterentwickelt werden. „Ich kann mir dafür einen ‚Bürger für Bürger-Park‘ vorstellen, der mit Spenden und Eigenleistungen verwirklicht wird. Diese Realisierung würde die Identifikation der Einwohner mit dem Park verstärken und wäre für die Stadt kostenneutral“, berichtet Keller. Zudem strebt der Oberriexinger Bürgermeister für die Bildungseinrichtungen in der Stadt die Gründung eines Fördervereins an.

„Ein großer Wunsch vor allem für die ältere Bevölkerung in Oberriexingen ist auch eine weitere Einrichtung des Betreuten Wohnens. Dafür gibt es bereits Überlegungen“, erklärt der Oberriexinger Bürgermeister, dessen Terminkalender auch 2026 dicht gefüllt sein dürfte.

 
 
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