Ochsenbacher Ortschaftsrat Schließung der Verwaltungsstellen sorgt für Ärger

Von Michaela Glemser
Ortsvorsteher Dieter Baum erwartet, dass die Verwaltungsstellen im Frühjahr wieder verlässlich geöffnet werden. Foto: Martin Kalb

Die Ortschaftsräte machen ihrem Unmut über Energieeinsparungen Luft. 

Es rumort in den Stadtteilen im Kirbachtal. Die Entscheidung der Gemeinderäte und der Verantwortlichen der Stadtverwaltung, im Rahmen der Energieeinsparungen die Verwaltungsstellen in Spielberg, Ochsenbach und Häfnerhaslach in der Heizperiode vom 1. November bis zum 31. März 2023 gänzlich zu schließen und nur noch die Verwaltungsstelle in Hohenhaslach offen zu halten, hat in den Kirbachtalorten für viel Unmut und Diskussionsstoff gesorgt.

Dies zeigte sich am Mittwochabend in der Ortschaftsratssitzung von Ochsenbach. „Es ist mein Wunsch und meine Erwartung, dass die Verwaltungsstellen im Frühjahr, nach Überwindung auch der personellen Engpässe bei der Stadtverwaltung, wieder verlässlich geöffnet sind“, betonte Ortsvorsteher Dieter Baum gegenüber dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister Holger Albrich.

Auch Ortschaftsrätin Birgit Wahlers verwies darauf, dass sie bei der Entscheidung, die Verwaltungsstelle in Ochsenbach in den Wintermonaten zu schließen, schwer schlucken musste. „Da sind bei mir alle Alarmglocken angegangen. Irgendwann haben wir in Ochsenbach keine Verwaltungsstelle und irgendwann auch keinen Ortschaftsrat mehr“, empörte sich Wahlers.

Hart ins Gericht mit den Gemeinderäten ging ebenso Ortschaftsrat Martin Dürr, der früher selbst im Sachsenheimer Gremium saß. „Einigen Gemeinderäten, gerade aus Großsachsenheim, war die unechte Teilortswahl schon immer ein Dorn im Auge. Warum schließen wir eigentlich nicht das Kulturhaus, um Energie zu sparen, denn schließlich wurde das Wasserschloss für viele Millionen saniert und hat große Räume zur Verfügung. Es ist dagegen lächerlich, das Thema des Energiesparens zu nutzen, um die Verwaltungsstelle zu schließen“, machte Dürr deutlich.

Er erinnerte daran, dass wenn das in die Jahre gekommene Gebäude der Verwaltungsstelle in Ochsenbach nicht mehr beheizt werde, dieses total baufällig werde. Bürgermeister Albrich jedoch erwiderte, dass durch die Schließung der drei Verwaltungsstellen große Energiesummen eingespart werden könnten. „Die Gebäude für die wenigen Stunden der Öffnungszeiten durchzuheizen, lohnt sich nicht. Wir wollen mit den Sparmaßnahmen eine möglichst große Wirkung erzielen, aber so wenige Menschen wie möglich damit beeinträchtigen. Wenn wir genug Personal haben, möchten wir die Verwaltungsstellen im Frühjahr wieder öffnen“, so Albrich.

Auch Ortsvorsteherin Viola Lepp aus Spielberg, die der Sitzung ebenfalls beiwohnte, schaltete sich in die Diskussion ein und erklärte: „Es muss möglich sein, dass im Frühjahr genug Personal da ist, um die Verwaltungsstellen wieder zu öffnen.“ Ortschaftsrätin Sabine Schülke machte den Vorschlag, dass die Ortsvorsteher aus den anderen Kirbachtalorten in den Wintermonaten abwechselnd ihre Sprechstunden in der Verwaltungsstelle in Hohenhaslach abhalten könnten. „Ich möchte meine Sprechstunde weiterhin hier in Ochsenbach abhalten, denn dies ist den Bürgern wichtig. Dies gilt auch für den Ortschaftsratssitzungen“, unterstrich Ortsvorsteher Baum.

Seine Kollegin aus Spielberg sah dies genauso und forderte, dass es möglich sein müsse, in den Verwaltungsstellen einen Raum für eine Stunde zur Sprechstunde und den Sitzungen aufzuheizen. Auch der Vorschlag von Ortschaftsrätin Schülke, sich künftig um die sanierungsbedürftige Ochsenbacher Verwaltungsstelle im Zuge einer neu zu gründenden Bürgergenossenschaft zu kümmern, da die Stadt selbst dafür wohl auf lange Sicht kein Geld habe, brachte Ortschaftsrat Dürr auf den Plan. „Wir im Kirbachtal machen bereits so viel in Eigenleistung. Wir haben bei der Erneuerung der Pfarrscheuer und des Backhauses mitgewirkt. Was machen eigentlich die Großsachsenheimer in Eigenleistung? Man kann dies nicht immer nur vom Kirbachtal verlangen“, erzürnte sich Dürr. Bürgermeister Albrich antwortete, dass alle in Reihen der Stadtverwaltung das Engagement der Bürger im Kirbachtal zu schätzen wüssten.

Auch die Gemeinderäte hätten hinter den Plänen zur Sanierung des Backhauses in Ochsenbach gestanden. „Wir haben jetzt gesagt, was unser Herz bewegt. Wir sind nun einmal eine Flächenstadt und an diesem Haus gibt es noch viel zu bauen“, stellte Ortsvorsteher Baum zu Abschluss der Debatte klar.  Michaela Glemser

 
 
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