Ortsmitte Löchgau Aus dem Sportgeschäft wird die Ortsbücherei

Von Jonathan Lung
In das Geschäft von Sport Trinkner wird die Ortsbücherei einziehen. Foto: /Oliver Bürkle

Der neue Standort soll ein sozialer Treffpunkt werden. Darum und um weitere Projekte soll sich zukünftig auch in Quartiersmanager kümmern. 

Die Löchgauer Ortsmitte verändert sich: Ihre Rolle soll sich verschieben, vom reinen Ort des Handels zu einem „Ort der Begegnung“, der mit der Bücherei dort entstehen soll, so formulierte es Bürgermeister Robert Feil am vergangenen Donnerstag im Gemeinderat.

Geschaffen werden soll dieser Ort in den Räumen des bisherigen Sport Trinkner, der seit 2016 in der Hauptstraße 42 ansässig war. Auf Jahresende wurde der Mietvertrag auf Grund Geschäftsbeendigung gekündigt. Ein potenzieller Nachfolger sagte im November eine Übernahme des Ladens ab, während die Konzeption eines verbliebenen Interessenten nicht überzeugte, so die Verwaltung.

Was also tun mit dem Leerstand?

Die Gemeinde will die Räume nun selbst nutzen, das Ladengeschäft wird zur Ortsbücherei umgenutzt. Diese ist bisher im Schulcampus untergebracht. Die Grundschule sieht den Umzug der Bücherei als möglich an, die Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen geht aber weiter.

Dabei geht es aber um mehr als nur den Umzug der Bücher und Medien in neue Räume. Zukünftig soll, an der Hauptstraße zentral im Ort, die Ortsbücherei zu einem Treff- und Verweilpunkt für alle erweitert werden, gemäß den Zielen der Ortskernsanierung – der Förderung von Begegnungsmöglichkeiten, Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Stärkung der Ortsmitte.

Büchereien entwickeln sich zunehmend als sogenannter „Dritter Ort“, an dem sich Menschen begegnen, neben dem privaten und dem beruflichen Aufenthaltsort. Sie entwickeln sich weg von der reinen Medienausleihe mit Beratung und Aktivitäten der Leseförderung hin zu einem lebendigen Erlebnisraum mit hoher Aufenthaltsqualität und vielfältigen Möglichkeiten, so der Deutsche Bibliotheksverband.

In diesem Sinne soll sich auch die Löchgauer Bücherei weiterentwickeln, so der Plan. Die neue großzügige Fläche in der Hauptstraße 42 biete beste Voraussetzungen. Auch eine öffentliche Toilette soll dort integriert werden. „Eine ganz tolle Geschichte“, fand Monika de Coninck (CDU), auch wegen der Barrierefreiheit in den neuen Räumen.

„Ich unterstütze lieber Pädagogik als Einzelhandel“, stimmte auch Robert Fiesel (SPD) den neuen Plänen zu. Es sei gut, dass man „nicht auf Biegen und Brechen einen Nachfolger suchen“ wolle, es sei die „beste Variante für unseren Ort.“ „Die Bücherei gehört eigentlich zum Bildungscampus“, kritisierte dagegen Birgit Griesinger (FW).

Ein „wahnsinnig große Chance für den Ort“, betonte Bürgermeister Feil. Die konzeptionelle Weiterentwicklung der Bücherei als „Dritten Ort“ sowie deren Umzug in die Räumlichkeiten des bisherigen Ladengeschäfts soll nun weiterverfolgt werden, der Gemeinderat gab einstimmig seine Zustimmung.

Mit der Umgestaltung der Ortsmitte und dem Umzug der Bücherei sowie dem Bau des Bürgerzentrums im Areal der Krone sorge die Ortskernsanierung für hervorragende Rahmenbedingungen für das Ziel „Förderung von Begegnungsmöglichkeiten“ ist die Verwaltung überzeugt.

Neue Stelle: Quartiersmanager

Im Rahmen der Ortskernsanierung will man in Löchgau die Stelle eines Quartiersmanagers schaffen. Dieser soll die Aufgaben des konzeptionellen Aufbaus und der Leitung des neuen Bürgerzentrums, der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, der Weiterentwicklung der Bücherei und das Citymanagement umfassen und maximal Entgeltgruppe 11 entsprechen. Ein halbe Stelle müsste reichen, sagte Birgit Griesinger (FW) zur Vollzeitstelle. Der Gemeinderat aber beschloss die Schaffung der Stelle mit zwei Gegenstimmen.

 
 
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