Ottmarsheimer Wald Waldbegehung des Besigheimer Gemeinderats

Von Gabriele Szczegulski
Revierförster Bernd Renner zeigte dem Besigheimer Gemeinderat im Ottmarsheimer Pfahlhofwald die Douglasienkulturen. Foto: /Oliver Bürkle

Revierförster Bernd Renner nutzte die Waldbegehung, um in die zukünftige Bewirtschaftung des Ottmarsheimer Walds mit Nadelbäumen einzuführen.

Judith Lauber, die das Amt von Revierförster Bernd Renner ab Januar übernimmt, hatte bei der Waldbegehung des Besigheimer Gemeinderats ihren ersten Einsatz. Schließlich, so der Ende des Jahres in den Ruhestand gehende 62-Jährige, „muss sie die künftige Bewirtschaftung des Waldes organisieren“.

Douglasie riecht nach Orange

Im Ottmarsheimer Pfahlhofwald trafen sich Renner und Lauber mit den Gemeinderäten und Bürgermeister Steffen Bühler, um sich über die Douglasienkultur informieren zu lassen. Lauber setzte auf praktische Beispiele und gab jedem Gemeinderat Douglasiennadeln in die Hand: „Zerreiben Sie die Nadeln und riechen Sie daran.“ Bürgermeister Bühler hatte die richtige Antwort: „Es riecht nach Orange.“ Der Duft des ätherischen Öls in dem Baum ist es, weswegen die Douglasie für Rehe so interessant ist. „Wir müssen die jungen Douglasien vor dem Verfegen durch Wild schützen“, so Lauber und zeigte im Ottmarsheimer Wald auf junge Bäume, die mit Plastikgittern geschützt sind. Allerdings, so Lauber, wird der Plastikschutz nur noch so lange benutzt, bis die vorhandenen Vorräte aufgebraucht sind. „Aus Umwelt- und Naturschutzgründen werden wir künftig aus Holz gefertigte Gestelle benutzen“, sagte sie, die man auch nicht wieder entfernen müsse, wie jene aus Plastik. „Das spart Geld und Arbeitszeit“, so Lauber. Der Holzschutz werde einfach mit der Zeit verwittern.

Auch wenn die Douglasie davor geschützt werden muss, von Wildtieren beschädigt zu werden, sei, so Lauber, Renner und der Leiter des Fachbereichs Wald im Landratsamt, Dr. Michael Nill: Vor allem die Red-Wood-Douglasie der Baum der Zukunft, wegen ihrer Hitzebeständigkeit, ihrer geringen Anfälligkeit gegen Insekten und Pilze sowie ihres schnellen Wachstums.

Wissenswertes über Revierförster Bernd Renner

1984
hat Bernd Renner das Amt des Revierförsters von Wilhelm Bechtle übernommen. Renner war 38 Jahre Revierförster und geht Ende des Jahres in Ruhestand, seine Nachfolgerin ist Forstinspektorin Judith Lauber aus Esslingen, die derzeit von Renner eingeführt wird. Der Waldrundgang mit den Besigheimer Gemeinderäten am vergangenen Donnerstag war der letzte seiner Karriere.

Insgesamt
habe er 270 Holzversteigerungen organisiert und rund 200 000 Festmeter Holz eingeschlagen. Neben Besigheim betreut Renner noch weitere Wälder von Kreiskommunen, beispielsweise Freudental und Löchgau.

Der Besigheimer Forst
der größte, den Renner betreut, er umfasst auf Besigheimer und Ottmarsheimer Gebiet zirka 270 Hektar. Im Ottmarsheimer Mischwald sollen aufgrund der guten Bodengegebenheiten zukünftig vor allem Douglasien angebaut werden. Erst in diesem Jahr wurde ein Acker in Ottmarsheim mit einer Größe von 1,5 Hektar mit Douglasien bepflanzt. Zudem werden immer wieder Douglasien in den Wald gepflanzt.

Die Douglasie
kann dem Klimawandel laut Untersuchungen sehr gut standhalten und produziert in relativ kurzer Zeit verwertbares Holz. Sie wird meist mit der Fichte zusammen gesetzt, als Schutz. Die Fichte hat dabei eine „dienende Funktion“, so Förster Bernd Renner. Sie schiebe die Douglasie nach oben, die dann auch nicht zu sehr in die Breite gehe. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 60 Metern, wächst schnell. Im Besigheimer Wald werden vor allen Redwood-Douglasien gepflanzt. Diese können bis zu 120 Meter hoch werden und vertragen die Hitze noch besser als gewöhnliche Douglasien und sind auch resistenter gegen Insekten. Zu den Fressfeinden der Douglasie zählt in ihrer Aufwuchsphase auch das pflanzenfressende Wild. Fegen und Schälen durch Wild tritt typischerweise bis zur Ausbildung der Grobborke im Alter von rund 15 Jahren auf. sz

 
 
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