Pandemie im Kreis Ludwigsburg Corona: Entspannung aller Orten

Von Frank Ruppert
Die Lage in den Krankenhäusern in Ludwigsburg und Bietigheim entspannt sich weiter.⇥ Foto: Martin Kalb

Kliniken und Gesundheitsamt im Kreis fahren den Krisenmodus herunter. Normalbetrieb gibt es allerdings noch nicht. Und für den Herbst will man vorbereitet sein.

Praktisch alle Corona-Beschränkungen sind derzeit aufgehoben und im Kreis bewegt sich die Sieben-Tage-Inzidenz auf einem relativ niedrigen Niveau von unter 400 derzeit. Ist Corona damit vorbei? Die BZ hat bei den Kliniken und dem Gesundheitsamt angefragt.

Wie ist die Auslastung der Kliniken mit Corona-Patienten?

Ende vergangener Woche waren nach Angaben eines Sprechers der RKH-Kliniken in Ludwigsburg von 704 stationären Patienten 49 mit dem Virus infiziert. Fünf davon lagen auf Intensivstation, der Rest auf Normalstation. In Bietigheim hatten 17 von 263 Patienten Covid, zwei davon waren auf Intensivstation.

Wie sieht es generell mit der Auslastung der Kliniken aus?

Die Intensivstationen in Ludwigsburg und Bietgheim-Vaihingen sind nach RKH-Angaben zu mehr als 90 Prozent ausgelastet. Es werden aber weniger Operationen durchgeführt als vor der Pandemie. Derzeit etwa 15 Prozent weniger.

Ist der Ausfall des Personals wegen positiver Testergebnisse weiterhin ein großes Problem?

Noch vor einigen Monaten waren die immensen Personalausfälle infolge positiver Test an den Kliniken ein Hauptproblem im Umgang mit der Omikron-Welle. Dem ist nun nicht mehr so. Insgesamt entspanne sich die Lage, so der RKH-Sprecher. Wurden etwa im März auf dem Höhepunkt 155 Mitarbeiter in einer Woche positiv getestet, waren es zuletzt nur noch 37.

Wie sieht es hinsichtlich der Impfpflicht für Pflegekräfte aus?

Die RKH-Kliniken haben nach eigenen Angaben zum Stichtag 15. März eine Immunisierungsquote von 95 Prozent gehabt, da sich mittlerweile weitere Beschäftigte infiziert hätten, liege die Quote nun noch höher. Bislang hatte die Meldung noch keine Folgen für die Kliniken und deren ungeimpfte Mitarbeiter. Beim Gesundheitsamt des Kreises haben sich 1264 ungeimpfte/nicht immunisierte Pflegekräfte gemeldet. 32 haben bislang ein Attest vorgelegt. Bis 17. Mai haben die Pflegekräfte noch Zeit, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Musste auch im Kreis Ludwigsburg Impfstoff vernichtet werden, weil die Nachfrage nachgelassen hat?

„Für den Impfstützpunkt, den der Kreis betreibt, gibt es keine Auflistung, wie viel Impfstoff vernichtet werden musste. Es waren jedoch geringe Mengen“, erklärt ein Sprecher des Landratsamts Ludwigsburg. Die Zahl der Impflinge habe sich stabilisiert und der Impfstoff werde bedarfsgerecht bestellt.

Wie ist die Nachfrage nach dem sogenannten Totimpfstoff Novavax und nach der Viertimpfung?

Bei beiden ist das Interesse in den Impfstützpunkten, die der Landkreis betreibt, gering. Im Impfstützpunkt des Landkreises werden rund zehn Viertimpfungen pro Woche durchgeführt. Diese würden aber vor allem bei Ärzten gemacht, so der Sprecher. Zu Novavax nannte die Behörde keine Zahlen.

Wie gut sieht sich das Gesundheitsamt auf künftige Wellen und andere Pandemien vorbereitet?

Derzeit werde zusätzliches Personal reduziert. Was im Falle einer neuen Welle im Herbst zu tun ist, sei aber klar strukturiert, unter anderem wieder mit zusätzlichem Personal. Durch die Corona-Pandemie habe man viel gelernt beim Landratsamt. „Aktuell sind wir dabei, eine entsprechende Krisen-Struktur aufzubauen. In ruhigen Zeiten ist die Struktur fast nicht vorhanden, kann aber in kurzer Zeit entsprechend dem Bedarf vergrößert werden. Erfahrungen aus der Corona-Pandemie sind sicherlich zum Teil übertragbar“, so ein Sprecher. Jedoch habe jede Krise und jede Pandemie ihre eigenen Grundsätze und Probleme.

 
 
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