Pandion in Asperg Wohnprojekt stockt nach Insolvenzantrag

Von Michael Soltys
Auf dem großen Gelände von Pandion zwischen Markgröninger Straße (links oben) und Gartenstraße (vorne rechts) tut sich seit Langem nichts mehr. Leerstehende Verkaufscontainer weisen auf das geplante Wohnquartier Pandion Bastide hin. Foto: /Martin Kalb

Hat „Pandion Bastide“ in Asperg noch eine Chance auf Realisierung? Der Projektentwickler Pandion in Köln ist zahlungsunfähig.

Mit großem Aufwand blies Pandion Mitte Juni zum Verkaufsstart. Am Ortsrand von Asperg wollte der Projektentwickler aus Köln ein neues Wohnquartier bauen. Mit direkter Sicht auf den Hohenasperg, „eingebettet zwischen Wiesen und Weinbergen“, wie es in einer Mitteilung von Pandion hieß, sollten im ersten Bauabschnitt 65 Eigentumswohnungen entstehen. „Fertigstellung ab Sommer 2029“, kündigte das Unternehmen an. Auf diesen ersten Schritt sollten später 185 weitere Wohnungen folgen, sämtlich in Verantwortung der Stuttgarter Pandion-Niederlassung, die 2019 gegründet wurde. Der Projektname: „Pandion Bastide“.

Insolvenzantrag gestellt

Doch hinter allen diesen Plänen steht jetzt ein großes Fragezeichen. Pandion ist zahlungsunfähig. Am Montag stellte der Projektentwickler beim zuständigen Gericht in Köln einen Insolvenzantrag. In Eigenverwaltung möchte sich das Unternehmen, das in Bonn, Düsseldorf, München, Berlin und Stuttgart milliardenschwere Projekte realisiert, wieder auf finanziell solide Füße stellen. Die Zahlungsprobleme hatten sich bereits Anfang August angekündigt. Ein wesentlicher Finanzierungsbaustein sei zu diesem Zeitpunkt weggefallen, teilt das Unternehmen aus Anlass des Insolvenzantrags mit. Nach Berichten des Branchenmediums „Immobilienmanager“ war nicht genügend Geld in der Kasse, um fällige Zinsen auf eine Unternehmensanleihe zu bezahlen.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Laut dem Fachmagazin soll Pandion vor der Zinswende mehrere Grundstücke für große Büroprojekte erworben haben, die aktuell schwer zu vermarkten sind, unter anderem wegen gestiegener Finanzierungskosten. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, kündigt Pandion an. Ziel sei es, „die laufenden Projekte bestmöglich fortzuführen“.

Doch trifft das auch auf Asperg zu? Die Antwort des Unternehmens auf eine entsprechende Anfrage der BZ lässt Zweifel an der Realisierung des Projekts aufkommen. „Die projektbezogenen Prüfungen und Abstimmungen haben gerade erst begonnen“, bittet darin eine Sprecherin des Unternehmens um Verständnis.

Belastbare Aussagen zum aktuellen Vermarktungs- und Projektstand, zu möglichen Auswirkungen auf Bauabläufe und Zeitpläne, zum weiteren Umfang der Realisierung sowie zu bestehenden projektbezogenen Verpflichtungen seien daher „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich“, fährt sie fort. In der Mitteilung von Pandion heißt es lediglich, dass gemeinsam mit den jeweiligen Projekt- und Finanzierungspartnern „tragfähige Lösungen“ für die weitere Umsetzung gefunden werden sollen. Damit bleibt auch unklar, ob in Asperg bereits Vorverträge oder sogar notarielle Kaufverträge mit Immobilieninteressenten abgeschlossen wurden.

Ein Schock für den Bürgermeister

Für Christian Eiberger, den Bürgermeister von Asperg, war die Nachricht vom Insolvenzantrag ein Schock, wie er im Gespräch mit der BZ deutlich machte. „Ich habe das bisher als ein sehr gutes Projekt wahrgenommen“, sagte er.

Das Gelände zwischen Garten- und Markgröninger Straße, auf dem das Wohnquartier entstehen sollte, war über Jahrzehnte als Gewerbegebiet genutzt worden. Einige Gewerbehallen wurden abgerissen. Seitdem lag das Gelände brach. Zeitweise waren dort Flüchtlinge untergebracht.

Plan aus 2015 noch nicht realisiert

Im Jahr 2015 hatte die Stadt einen Bebauungsplan verabschiedet, um Wohnungen und kleinere Gewerbeeinheiten errichten zu können, erläuterte Eiberger. Später habe Pandion die Brache von Dritten erworben.

Nach dem Verkaufsstart hatte Eiberger noch die konkrete Hoffnung, dass Pandion zeitnah mit dem Bau loslegen kann. „Es ist städtebaulich wichtig für Asperg.“ Mehr als ein Container, in dem Interessenten beraten werden können, ist von diesen Bemühungen jetzt noch nicht zu sehen. 

 
 
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