Parteien stellen Personal für Landtagswahl auf Corona erschwert die Kandidatenkür

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Wegen der Pandemie sitzen auch die Abgeordneten im Stuttgarter Landtag weiter auseinander. Wer in das Rennen um die Sitze aus dem Landkreis für die nächste Legislaturperiode einsteigt, ist längst noch nicht bei allen entschieden. ⇥ Foto: Tom Weller

Die Parteien im Kreis bringen sich langsam für die Landtagswahl im März in Position. Wegen der Pandemie müssen viele Personalentscheidungen auf den Herbst verschoben werden.

Im März steht die nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Im Landkreis Ludwigsburg gibt es mehrere Wahlkreise und daher auch eine hohe Zahl an Bewerbern. Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Parteien die Kandidaten-Nominierungen verschieben. Die BZ hat sich bei den im Landtag vertretenen Parteien vor Ort umgehört, wie der aktuelle Stand in der Vorbereitung zur Wahl ist.

Wie viele Wahlkreise gibt es im Landkreis?

Im Landkreis Ludwigsburg gibt es drei Wahlkreise für die Landtagswahl: Wahlkreis 12 (Ludwigsburg) zu dem neben der Kreisstadt unter anderem Kornwestheim, Tamm und Asperg gehören. Wahlkreis 13 (Vaihingen) zu dem unter anderem Bönnigheim, Sachsenheim, Sersheim und Oberriexingen gehören. Der Wahlkreis 14 (Bietigheim-Bissingen) umfasst neben der namensgebenden Stadt unter anderem Löchgau, Besigheim, Ingersheim, Freiberg, Freudental, Pleidelsheim und Walheim.

Wollen die drei Grünen Landtagsabgeordneten weitermachen?

Ja, sowohl Daniel Renkonen (Bietigheim-Bissingen) als auch Jürgen Walter (Ludwigsburg) und Markus Rösler (Vaihingen) haben erklärt, weiterhin ihre Wahlkreise vertreten zu wollen. Offiziell hat der Grünen-Kreisverband aber die Kandidaten noch nicht gekürt. Auf seiner Homepage teilt der Verband mit, dass die Nominierungen erst im Herbst stattfinden sollen. Grund ist die Corona-Pandemie. Neben dem Asperger Walter wollen die Ludwigsburger Silke Gericke und Uwe Stoll die Nominierung im Wahlkreis 12 ergattern. Renkonen bekommt es mit dem Murrer Tayfun Tok zu tun, Rösler hat bislang noch keinen Konkurrenten. Übrigens: Die Sprecherin des Ludwigsburger Kreisverbands bei den Grünen Swantje Sperling tritt im Wahlkreis Waiblingen an. Der BZ erklärt sie, dass sie familiäre Bindungen dorthin hat und zum Wahltermin auch in Leutenbach wohnen wird. Die Nominierungsveranstaltung im Herbst werde sie noch als Kreissprecherin begleiten, danach aber ihr Amt niederlegen.

Wer folgt bei der CDU auf Fabian Gramling?

Gramling (Bietigheim-Bissingen) hatte erklärt, für den Bundestag kandidieren zu wollen, nachdem Eberhard Gienger, der den hiesigen Wahlkreis derzeit vertritt, seinerseits verkündet hatte, keine weitere Legislaturperiode in Berlin anzustreben. Offizielle Bewerber um den Platz im Wahlkreis 14 gibt es laut Isabel Kling, Pressesprecherin des CDU-Kreisverbands, noch keine. „Das liegt daran, dass ich noch nicht offiziell als Bundestagskandidat nominiert bin“, ist sich Gramling sicher. Die Bewerber wollten sich vorher nicht aus der Deckung wagen. Gramling glaubt, dass es sogar mehrere Bewerber um die Kandidatur geben wird. Er werde es aber ganz sicher nicht sein. Im Wahlkreis 13 hat die CDU bereits im Februar den bisherigen Abgeordnete Konrad Epple erneut nominiert. Im Wahlkreis 12 findet die Nominierung am 25. Juli statt. Bewerber sind Prof. Dr. Andrea Wechsler aus Ludwigsburg, Jens Wätjen aus Korntal-Münchingen, Helge Hajek aus Kornwestheim sowie Ulrich Raisch aus Stuttgart.

Wer tritt für die SPD an?

Die offizielle Nominierung steht bei den Sozialdemokraten noch aus. Sie soll am 19. September in Ditzingen erfolgen. Der Kreisvorstand hat  schon zwei Kandidaten offiziell und einstimmig nominiert. Im Wahlkreis 12 soll Colin Sauerzapf für die SPD ein Mandat erringen. Der 22-Jährige ist Juso-Kreisvorsitzender und Gemeinderat in Remseck. Für den Wahlkreis 14 soll der 31-Jährige Freiberger Daniel Haas antreten. Er ist Vorsitzender des Ortsvereins Pleidelsheim. Laut SPD-Sprecher Roland Peter soll zudem Torsten Liebig für den Wahlkreis 13 antreten. Der 32-jährige Asperger ist der bislang einzige Bewerber um die Kandidatur.

Welche Pläne hat die AfD?

Die AfD ist derzeit viertstärkste Fraktion im Stuttgarter Landtag, aus dem Landkreis Ludwigsburg und seinen drei Wahlkreisen stellt sie bislang aber keinen Abgeordneten.  „Die AfD wird nach derzeitigem Planungsstand ihre  Aufstellungsversammlungen für die Wahlkreise 12, 13 und 14 im September/Oktober haben. Die genauen Termine stehen derzeit noch nicht fest“, erklärt der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Martin Hess.

Wen schickt die FDP neben Roland Zitzmann ins Rennen?

Bei den Freien Demokraten steht bislang nur der Kandidat für den Wahlkreis 13 fest. Der Vaihinger Stadtrat und Ortsverbandsvorsitzende Zitzmann wurde vergangene Woche bei der Wahlkreiskonferenz im Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasium gewählt.  An diesem Freitag findet  die Wahlkreiskonferenz für den Wahlkreis 12 in Ludwigsburg statt. Einzige Bewerberin ist die Ludwigsburger Stadträtin Stefanie Knecht. Der Kandidat für den Wahlkreis 14 wird erst im Herbst gekürt.

 
 
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