Partielle Sonnenfinsternis in Deutschland Tipps für den besten Ausblick

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Ähnlich wie auf diesem Foto von der partiellen Sonnenfinsternis 2015 in der Schweiz könnte es an diesem Donnerstag, 10. Juni, in Deutschland aussehen. Foto: Olivier Maire

Hobby-Astronom Horst Liebig gibt Tipps wo man die partielle Sonnenfinsternis an diesem Donnerstag sehen kann.

An diesem Donnerstag, 10. Juni, findet zwischen 11.28 und 13.23 Uhr (mitteleuropäischer Sommerzeit) eine teilweise Verfinsterung der Sonne durch den Mond statt. Eine solche partielle Sonnenfinsternis (SoFi) konnte in Deutschland das letzte Mal vor sechs Jahren, 2015, beobachtet werden. Der größte Bedeckungsgrad im Kreis Ludwigsburg von etwa 8,5 Prozent ist gegen 12.29 Uhr zu sehen, weiß Bietigheim-Bissingens Hobby-Astronom Horst Liebig. Der Norden Deutschlands, beispielsweise Flensburg, kann sogar einen Bedeckungsgrad von bis zu 20,2 Prozent beobachten. Zumindest, wenn das Wetter mitspielt. Horst Liebig hat einige Tipps für das Spektakel.

Wo sieht man die partielle Sonnenfinsternis am besten? „Falls es aufklaren sollte, kann das Schauspiel von jeder bequemen und passenden Stelle aus beobachtet werden“, sagt Liebig und nennt dabei Fenster, Balkon und Terasse als Beispiele. Änderungen am Tageslicht seien durch den kleinen Verfinsterungsgrad jedoch nicht bemerkbar.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man treffen? Ja nicht mit bloßen Augen und unter keinen Umständen mit Ferngläsern oder kleinen Fernrohren in die Sonne sehen, warnt der Hobby-Astronom. Auch teildurchlässige, silbrig bedampfte Kunststoff-Folien oder CD- und DVD-Scheiben sollten nicht verwendet werden. Dasselbe gilt für Schweißerbrillen, geschwärzter Negativ-Film aus der Analogfotografie oder die ‚berühmt-berüchtigte’ rußgeschwärzte Glasscheibe. „Kaufen Sie für ein paar Euro eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille im Optikergeschäft“, empfiehlt Liebig. „Vielleicht haben Sie noch eine der Brillen von der letzten partiellen Verfinsterung vor einigen Jahren, oder die inzwischen Sammlerwert erreichende SoFi-Brille von 1999.“

Was passiert bei einer SoFi? Bei einer Sonnenfinsternis ist der Neumond auf einer Linie mit Sonne und Erde. Er liegt quasi zwischen Sonne und Erde und verdeckt damit die Sonne. „Auf der Erde herrscht dann eine totale oder ringförmige Sofi.“ Gebiete außerhalb des Mondschattens zeigen jedoch nur eine teilweise, partielle Verfinsterung. Dabei wird der obere, nördliche Rand der Sonne etwas vom Mond verdeckt.

Von wo aus ist die Verfinsterung optimal zu sehen? „Von Teilen Kanadas, in Grönland, dem Gebiet um den Nordpol herum und von Teilen Russlands ist diese Finsternis als sogenannte ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen“, sagt Horst Liebig und ergänzt, dass es eine partielle Sonnenfinsternis sei, da sich der Erdmond auf seiner nicht ganz kreisförmigen Bahn um die Erde momentan in Erdferne befindet, also am Himmel etwas kleiner erscheint und so die Sonne nicht komplett abdeckt. „Einige unserer Leser erinnern sich vielleicht noch an den 11. August 1999, damals hätte man von Bietigheim-Bissingen aus, wenn es nicht bewölkt gewesen wäre, eine totale Verfinsterung sehen können“, erinnert sich der Hobby-Astronom- „Der Mond war der Erde damals näher als am Donnerstag.“

Software für Interessierte Für Computer- und Software-Begeisterte gibt es im Internet das freie Programm „Stellarium“ zu downloaden. „Stellarium ist durch VSOP-Algorithmen (Anm. red.: Variations séculaires des orbites planétaires) und modernste Daten der zur Zeit im Orbit befindlichen Vermessungssatelliten extrem genau.“ Es können für jeden Ort auf der Erde alle erdenklichen Himmelsereignisse mit Sternen, Planeten, Planetenmonden für 10 000 vor bis 10 000 nach Christi dargestellt werden. „Das Programm ist selbsterklärend und einfach in der Handhabung“, so Liebig.

 
 
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