Pfarrerin für Hofen, Schlossfeld und Kleeblattheim Weit gereist und bodenständig

Von Jürgen Kunz
Investitur von Pfarrerin Rebecca Fischer am Sonntag in der Bönnigheimer Cyriakuskirche (von links): geschäftsführender Pfarrer Ulrich Harst, Dekan Eberhard Feucht und Schuldekan Dr. Andreas Löw. Foto: /Oliver Bürkle

Die 38-jährige Rebecca Fischer ist die neue Pfarrerin für das zweite Bönnigheimer Pfarramt. Besonders reizt sie die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Entwicklung eines Konzepts für Familien.

Am Sonntag wurde die Investitur von Pfarrerin Rebecca Fischer in der Bönnigheim Stadtkirche gefeiert. Die 38-jährige Theologin und Seelsorgerin übernimmt das zweite Pfarramt der evangelischen Kirchengemeinde und betreut Hofen, das Schlossfeld sowie die Bewohner des Kleeblattheims. „Die Arbeitsbereiche der zweiten Pfarrstelle reizen mich“, sagt Fischer, denn dazu gehören auch die Kinder- und Jugendarbeit und die Entwicklung eines Konzepts für Familien.

Da Ulrich Harst als geschäftsführender Pfarrer die erste Pfarrstelle betreut, machen es die Aufgaben der zweiten leichter, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, wie die Mutter von zwei Mädchen (ein und drei Jahre) betont. Ihr Ehemann hat zurzeit die Betreuung der jüngsten Tochter übernommen, wird aber danach wieder als Bezirksjugendreferent in Brackenheim in seinen Beruf zurückkehren.

Geboren wurde Fischer in Schwenningen, aufgewachsen ist sie in Tuttlingen. Eigentlich ganz klassisch für viele Pfarrer ist Fischer in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit groß geworden. „Die Jungscharlager oberhalb vom Kloster Beuron haben mich beeindruckt“, erinnert sich die 38-Jährige. Eintauchen in die biblische Geschichte, die Gemeinschaft, aber ganz viel Spaß, das alles führte später dazu, dass sie in die Mitarbeiterschaft eingestiegen ist: „Ich war immer irgendwie in der Kinder- und Konfirmandenarbeit aktiv. Irgendwann war mir klar, dass mein Glauben mein Leben trägt und das muss mein berufliches Leben sein“, sagt Fischer.

Gespräche mit Freuden („Du must Pfarrerin werden.“) bestärkten die damals 18-Jährige, Theologie zu studieren. Zunächst von 2004 bis 2008 in Wuppertal, dann ein Wintersemester in Tübingen.

Studium in Oslo

Durch das Erasmus-Programm, einem Förderprogramm der Europäischen Union, ergab sich die Möglichkeit für ein Studium in Oslo. „Es war spannend, da es damals in Norwegen ein staatskirchliches System gab, außerdem war das Studium dort viel praxisorientierter“, so die Pfarrerin. Zum Abschluss des Theologiestudiums ging sie 2009 wieder nach Tübingen, mit dem Examen 2011.

Sonderauftrag in Genf

Ihr Vikariat absolvierte Fischer im Dekanat Göppingen und es folgte ein Sonderdienst-Auftrag beim Lutherischen Weltbund in Genf. Als Pfarrerin zur Dienstaushilfe kam sie dann beim Dekan in Brackenheim, zum ersten Mal mit der hiesigen Region in Berührung. Fünfeinhalb Jahre war Fischer geschäftsführende Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde Kleinglattbach. Offiziell ist Rebecca Fischer seit 1. September im Amt. Sie freut sich, nach der Zeit als geschäftsführende Pfarrerin, auf ihre neuen Aufgaben: „Es ist schön, wieder das mehr zu machen, zu was ich ausgebildet wurde.“ Es reize sie in einem Pfarrerteam zu arbeiten. „Mir ist der Austausch wichtig und die gegenseitige Unterstützung“, betont Fischer, die mit ihrer Familie in Hofen wohnt.

 
 
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