Der Turnierplatz unter dem Viadukt bot auch in diesem Jahr beste Voraussetzungen: Sonnenschein, aber nicht zu heiß sowie ein perfekt federnder Boden. Für das Springen um den Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen hatten sich zahlreiche interessierte Zuschauende an den Banden eingefunden. Die Hindernisse bis zu einer Höhe von 1,45 Metern im Parcours wurden wie immer von der international renommierten Parcoursbauerin Christa Jung und ihrem Team aufgebaut: Mehrere Oxer, davon einer als überbauter Wassergraben, Steilsprung, Zweier- und Dreier-Kombination erforderten wie jedes Jahr höchste Konzentration von Pferd und Reiter.
Pferdemarkt Alshehab siegt gegen den Ersten der Weltrangliste
Das S** Springen mit Stechen um den Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen am Sonntagnachmittag, konnte in diesem Jahr Mohamad Mogheeth Alshehab für sich entscheiden.
28 Springreiterinnen und Springreiter traten gegeneinander an und gleich als erster ritt der gerade frisch gekürte Erste der Weltrangliste Richard Vogel vom RV Mannheim, der für das Pferdemarktturnier – wie bereits im letzten Jahr – noch nachgenannt hatte, ein. Sein zehnjähriges Belgisches Warmblut Quizas van’t Hulsbos beeindruckte mit einer großen Galoppade sowie viel Freude am Sprung. Beide blieben in diesem wunderbar harmonischen Ritt fehlerfrei und qualifizierten sich somit für das Stechen. Über einen Null-Fehler Ritt konnte sich auch Armin Schäfer Junior vom RV Mannheim freuen. Sein 14 Jahre alter Wallach Kjandor van Overis Z zeigte sich äußerst kraft- und temperamentvoll. Jungprofi Sönke Aldinger aus Ravensburg ist ein gern gesehener Gast unter dem Viadukt. Diesmal allerdings brauchte er 75,43 Sekunden für den Umlauf, was ihm einen Punkt wegen Zeitüberschreitung bescherte und er somit das Stechen knapp verpasste. Mehr Glück hatte Natalie Steinhauser vom RSZ am Bussenberg und konnte sich als dritte für das Stechen qualifizieren.
Tempo führt zu Abwurf
Timo Beck, der Große Preis Gewinner von 2022 machte ordentlich Tempo, was die oberste Stange der Zweier-Kombination wackeln ließ. Sie allerdings hielt, kurz danach kam es aber doch zu einem Abwurf und somit vier Fehlerpunkten. Ein weiterer Null-Fehler-Ritt gelang erst wieder dem mehrfachen Landesmeister Günter Treiber vom RV Eppelheim mit dem erst achtjährigen Belgischen Warmblut Spirit van t’Vossenhof. Zusätzlich ging er auch mit seinem bewährtem Holsteiner Wallach Cassis an den Start und auch mit ihm qualifizierte er sich für das bevorstehende Stechen.
Ebenfalls mit zwei Pferden dabei war der, ursprünglich aus Syrien stammende und seit 14 Jahren in Deutschland lebende, erfolgreiche Springreiter Mohamad Mogheeth Alshehab. Während er auf dem elfjährigen Wallach Saphir Z acht Fehlerpunkte kassierte, gelang ihm mit dem international erfolgreichen Württemberger Wallach Carlotto S ein weiterer Null-Fehler Ritt.
Spannendes Stechen
Nach einer kurzen Umbaupause standen für das Stechen noch sieben Hindernisse auf dem Rasenplatz, darunter die Zweier-Kombination. Insgesamt fünf Reiter mit sieben Pferden hatten sich qualifiziert und als erster startete erneut Richard Vogel. Seine sehr engen Wendungen und das hohe Tempo sorgten allerdings für einen Abwurf beim dritten Sprung und somit landete er nur auf dem vierten Platz. Die nachfolgenden Springreiter gingen es daraufhin etwas vorsichtiger an. Günter Treiber ritt deutlich ruhiger, was ihm den dritten Platz bescherte. Platz Nummer fünf und Nummer zwei konnte sich Armin Schäfer Junior mit seinen beiden Wallachen sichern.
Atemlos still wurde es beim Umlauf von Mohamad Mogheeth Alshehab und nach null Fehlern und der Traumzeit von 39,07 Sekunden stand er als strahlender Gewinner fest: „Ich wusste nicht, ob die Kraft reicht für heute zwei Runden, aber Carlotto war ganz fit. Er weiß, wie das Spiel geht und er hat super mitgemacht“ freute er sich. Wie gewohnt überreichte der Präsident des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg und gleichzeitig Turnierleiter beim Pferdemarktturnier Klaus Dieterich gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing die Preise und die obligatorische Siegerrunde zuerst geritten und anschließend gefahren durfte ebenfalls nicht fehlen.
