Leitern werden aufgestellt, Hammerschläge sind zu hören, aber auch der Akkuschrauber kommt zum Einsatz und ein zarter Zuckerduft liegt in der Luft. Auf dem Festplatz am Viadukt herrscht gerade ein geschäftiges Treiben, denn die Schausteller bauen ihre Buden und Fahrgeschäfte für den 90. Pferdemarkt in Bietigheim auf, der am Freitag beginnt.
Pferdemarkt Bietigheim „Ein sehr schönes Fest, das noch so traditionell ist“
Auf dem Festplatz am Viadukt laufen die Vorbereitungen für den 90. Bietigheimer Pferdemarkt auf Hochtouren. Die ersten Fahrgeschäfte stehen bereits.
Johann Hinzen ist mit seinem „Freddys Circus“, einem mehrstöckigen Spaßhaus dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Bietigheimer Pferdemarkt. „Wir haben von anderen Schaustellern erfahren, dass das hier eine gute Veranstaltung ist und deshalb haben wir uns beworben“, sagt Hinzen, dessen Familie Schausteller in der 7. Generation sind. Bereits am Donnerstag begann Hinzen mit seinem Team das Spaßhaus aufzubauen.
„Ein schöner Platz“
Die Schausteller Familie, die aus Roermund in den Niederlanden kommt, ist derzeit mit ihrer Geisterbahn in Augsburg, mit der sie dann später zum Wasen nach Stuttgart weiterziehen. Daher haben sie schon früher mit dem Aufbau auf dem Pferdemarkt begonnen. Zwölf Leute braucht es für den Aufbau. „Das ist ein schöner Platz und relativ flach. Das ist gut für den Aufbau“, sagt Hinzen. Zu viert wird er mit Mitarbeitern auf dem Pferdemarkt arbeiten. „Ich bin gespannt wie es wird“, sagt er.
Stefanie Bogner-Lustnauer hingegen kennt den Pferdemarkt sehr gut. Seit mehr als 25 Jahren ist sie mit ihrem Schokofrüchte-Stand dabei. „Bietigheim ist ein sehr schönes Fest, das noch so traditionell ist mit dem Umzug, dem Turnier und dem Krämermarkt“, sagt Bogner-Lustnauer. Ihr Wagen steht seit Freitag gegenüber vom Festzelt. „Das ist seit einiger Zeit jetzt schon unser Platz.“
Wenig Schlaf
Nachdem sie am Samstag grob alles aufgebaut hatten, ging es nun am Montag mit dem Putzen weiter. „Wenn der Pferdemarkt dann beginnt ist es schon ganz schön stressig. Da hab ich wenig Schlaf“, sagt Bogner-Lustnauer und lacht. Obwohl sie aus Stuttgart kommt, übernachtet sie in Bietigheim, da früh morgens das Obst für die Schokofrüchte angeliefert wird und durch die Fahrtzeit die Schlafenszeit sonst noch mehr verkürzt würde. Sie freut sich schon auf den Festbetrieb, denn bis zum Schluss sei immer viel los, „auch der Dienstag ist ein guter Tag, da kommen noch viele Familien vorbei“. Auf gutes Wetter hofft sie, denn das sei schon wichtig. Wenn es die Arbeit erlaubt, läuft sie auch gerne mal über den Krämermarkt in Bietigheim, der sei wirklich gut.
„Für uns ist das fast ein Heimspiel“, sagt Markus Erber von der Schaustellerfirma Kinzler-Rasch. Alle zwei Jahre kommen sie mit dem Fahrgeschäft Breakdance auf den Bietigheimer Pferdemarkt. Man kennt das Gelände und weiß mit den Schrägen umzugehen. Am Donnerstag wurde mit bis zu acht Mann der Aufbau begonnen, den sie am Montags abschließen konnten. Nun stehe noch das Waschen des Fahrgeschäfts an und „danach kommen die Lichterketten“. Mitte der Woche findet die Bauabnahme statt und dann ist das Breakdance bereit für die Pferdemarktbesucher. Mit einem achtköpfigen Team plus Aushilfskräften in den Stoßzeiten ist die Firma Kinzler-Rasch dann fünf Tage vor Ort.
