Bei 19 Springprüfungen, davon sieben in der schweren Klasse S zeigte die Springreiterelite unter dem Viadukt ihr Können. Das Highlight, das S** Springen mit Stechen um den Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen am Sonntagnachmittag, konnte in diesem Jahr erneut Jan Müller für sich entscheiden.
Pferdemarktturnier 2025 Jan Müller siegt erneut beim Großen Preis
Wie bereits im Vorjahr konnte sich Lokalmatador Jan Müller den Sieg beim Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen sichern.
Dicht gedrängt saßen die Menschen rund um den großen Turnier-Rasenplatz und warteten gespannt auf den Startgong zur Springprüfung der Klasse S** mit Stechen. Dieser Große Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen markiert in jedem Jahr den Höhepunkt des dreitägigen Springturniers. 27 Pferd-Reiter Paare hatten genannt und aufgebaut waren 13 Hindernisse mit insgesamt 16 Sprüngen: Steilsprung, Oxer sowie Zweier- und Dreierkombination mit einer Höhe bis 145 cm forderten volle Konzentration und gleich dem zweiten Starter, Marcel Marschall vom RV Altheim gelang eine fehlerfreie Runde ebenso wie der folgenden Reiterin Elisabeth Meyer vom RV Hüttental. Ihr niederländisches Warmblut Let it Shine schien förmlich über die Hindernisse zu fliegen und zusätzlich machte seine Reiterin Tempo. Ein weiterer Null-Fehler-Ritt gelang erst wieder dem mehrfachen Landesmeister Günter Treiber vom RV Eppelheim mit seinem Holsteiner Wallach Cassis. Beide machten ebenfalls Tempo und sehr aufmerksam folgte der Holsteiner Warmblutwallach seinem äußerst erfahrenen Reiter am Sprung. Mit besonders großer Spannung wurde der Vorjahressieger Jan Müller vom RV Ilsfeld erwartet. Erneut saß er im Sattel seines bewährten Wallachs Ciricu und sie bewiesen, wie gut sie aufeinander eingespielt sind. Der mitgereiste Fanclub jubelte nach dem letzten Sprung über den fehlerfreien Ritt.
Sechs Pferde im Stechen
Nach einem kurzen Umbau standen für das Stechen, für das sich fünf Reiter mit sechs Pferden qualifiziert hatten, noch sieben Hindernisse auf dem Springplatz. Der erste Starter Marcel Marschall auf seinem schwedischen Warmblut Kanhan L ritt äußerst knappe Kurven und legte ein gutes Tempo vor: Es galt die Zeit von 36,91 ohne Fehlerpunkte zu unterbieten und das gelang gleich dem zweiten Pferd-Reiter Paar Elisabeth Meyer mit Let it Shine in einer Zeit von 36,43. Günter Treiber ließ sich von seinen Vorgängern nicht irritieren, ritt schnell, aber deutlich ruhiger, was ihm eine Zeit von 40,95 bescherte. Somit klar war, dass er nicht gewinnen würde.
Gewinnen wollte offensichtlich erneut Jan Müller. Auf den Rängen wurde mitgefiebert und schließlich stand die Traumzeit von 35,28 auf der Anzeigentafel. Obwohl noch zwei Reiter antraten, war klar, den Sieg machte Jan Müller auch diesmal keiner mehr streitig: „Wenn ich gut reite, ist er auch schnell“, lobt er seinen Wallach Ciricu und ergänzte in Bezug auf seine Konkurrenz: „Ich wusste, wenn ich nicht alles perfekt erwische, habe ich keine Chance“.
So aber ritt er strahlend eine Sieger-Galopprunde und fuhr mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing die zweite Ehrenrunde im Auto, an das der Ehrenpreis angekoppelt war. Wie gewohnt gab es einen Pferdeanhänger der Firma Böckmann zu gewinnen und auch den diesjährigen versprach Jan Müller zu behalten, ist er doch eine besondere Erinnerung: „Es gibt selten so einen tollen Ehrenpreis, das ist schon ein Symbol“, erklärte er und versprach gleichzeitig, im nächsten Jahr wieder antreten zu wollen.
Positive Bilanz
Überreicht wurden die Preise von Oberbürgermeister Jürgen Kessing gemeinsam mit Turnierleiter Klaus Dieterich, der eine positive Bilanz zog: „Das war ein besonders schöner Pferdemarkt und es hat sich alles gut gefügt“, denn zunächst sah die Wettervorhersage nicht gut aus. Auch die Nennungen waren mit 652 ein Grund zur Freude: „Dass Richard Vogel, der amtierende Europameister, nachgenannt hat und hier geritten ist – besser konnte es nicht kommen“, freute sich Dieterich.
Vogel vom RV Mannheim trat bei der zweitwichtigsten Springprüfung des Turnierwochenendes unter dem Viadukt an, der dritten Qualifikationsprüfung zum BW-Bank Hallenchampionat. Dort konnte er sich mit seiner zehnjährigen Stute Cubi Cubells den ersten Platz sichern, knapp vor Lokalmatador und BW-Bank Hallenchampionat-Gewinner von 2023 Markus Kölz vom PSV Burkhardshof, der mit seinem siebzehnjährigen Wallach Dornadello auf Platz zwei landete.
