„Pflege-Oscar“ in Bietigheim-Bissingen vergeben Thomas Dübner ist seit 46 Jahren in der Pflege tätig

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Oberbürgermeister Jürgen Kessing (rechts) überreichte im Ratssaal des Bietigheimer Rathauses den Pflegepreis an Thomas Dübner. Hinten Stiftungsratsvorsitzender Dr. Christoph Küenzlen (rechts) und der Vorsitzende des Stiftungsvorstands Thomas Reusch-Frey. Foto: Martin Kalb

Die Stiftung für die Diakoniestation Bietigheim-Bissingen hat zum dritten Mal den Pflegepreis vergeben. Er ging an Thomas Dübner, Pflegedienstleiter im Hospiz.

Ihr Titel heißt „Zuwendung“, und sie zeigt eine Person, die eine andere Person stützt. Gemeint ist die Bronzefigur der Künstlerin Uli Lüth, mit der die Stiftung für die Diakoniestation Bietigheim-Bissingen Personen aus den diakonischen Diensten in der Stadt auszeichnet, um so stellvertretend die Bedeutung des gesamten Pflegeberufes zu würdigen. Am Mittwoch durfte sich Thomas Dübner (62), Leiter des Pflegedienstes im Bietigheim-Bissinger Hospiz, über den „Pflege-Oscar“ freuen, den ihm Oberbürgermeister Jürgen Kessing im Ratssaal des Rathauses überreichte.

In der Pflege werde eine höchst anspruchsvolle Arbeit geleistet – im Stillen und immer an den kranken, hilfs- und unterstützungsbedürftigen Menschen, hob Thomas Reusch-Frey, Vorsitzende des Vorstands der Stiftung für die Diakoniestation, hervor. Und genau diese Leistung, die tagtäglich an den Krankenbetten erbracht wird, dürfe nicht vergessen werden. „Sie gehört in den Fokus des öffentlichen Bewusstseins“, begründete Reusch-Frey die Preisverleihung.

Über die Vergabe des nach dem Gründer der Diakoniestation Bietigheim-Bissingen, Pfarrer Erwin Mickler, benannten Pflegepreises entschied eine Jury, bestehend aus Vorstandsmitglied Rudolf Bayer, Dr. Christoph Küenzlen und Manfred Gläser. Der Vorschlag, ihn dieses Mal Thomas Dübner zu überreichen, habe die Jury sofort zu 100 Prozent überzeugt, sagte Reusch-Frey. Es ist insgesamt die dritte Preisverleihung, die dieses Mal corona-bedingt etwas später als ursprünglich geplant stattfand.

Ruhig und unaufgeregt

Wie Dr. Küenzlen in seiner Laudatio betonte, hat Thomas Dübner, der im Jahr 2000 die Pflegedienstleitung im Hospiz übernahm, durch sein Organisationsgeschick und seine Kreativität der damals neuen Einrichtung eine Gestalt gegeben. „Seine ruhige, unaufgeregte, liebevolle und dennoch bestimmte Art im Umgang mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern trägt mit dazu bei, dass im Hospiz eine Atmosphäre des Geborgenseins herrscht, die man schon beim Betreten des Hauses spürt“, so der Laudator.

Der gebürtige Mannheimer, der verheiratet ist und drei erwachsene Kinder hat, ist seit 46 Jahren in der Pflege tätig. Er hat von 1976 bis 1979 in Pforzheim seine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht, danach war er im Krankenhaus Zehlendorf in Berlin tätig. Von 1984 bis 1986 machte er ein Studium an der Schwesternhochschule der Diakonie in Berlin, womit er sich zum Lehrer für Pflegeberufe und Leiter von Pflegeeinrichtungen qualifizierte. Danach arbeitete Dübner von 1986 bis 1989 als Lehrer für Pflegeberufe am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und von 1989 bis zu seiner Bewerbung in Bietigheim als Lehrer und stellvertretender Schulleiter an der Krankenpflegeschule in Leonberg.

Wie Küenzlen sagte, hat der Geehrte zahlreiche Fortbildungen gemacht, darunter auch eine Ausbildung zum Clown. Sein Motto laute „Das Leben mit Humor ernst nehmen“, was oft bei den eher traurigen Lebensgeschichten im Hospiz helfe. Dübner selbst bedankte sich für die erfahrene „Wertschätzung und Anerkennung“ und gab den Dank auch an seine Mitarbeiter weiter. Denn: „Pflege ist Teamarbeit“, so der Pflegepreis-Träger.

Neue Stiftungsratsmitglieder stellen sich vor

Im Anschluss an die Verleihung des Pflegepreises stellten sich am Mittwoch im Rathaus auch die drei neuen Stiftungsratsmitglieder der Stiftung für die Diakoniestation vor. Frank Hofmeister, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, sagte, die Pflege seines schwerkranken Vaters habe ihm gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Diakoniestation sei. „Ich bin gern dabei“, so Hofmeister zu der neuen Funktion. Notar Daniel Schaal sagte, er wolle Teil der Stiftung sein, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Als Notar habe er auch viel mit dem Thema Pflege zu tun. Carsten Schüler, Geschäftsführer der Bietigheimer Wohnbau, erklärte, er habe sich sehr gefreut, als er gefragt wurde, ob er mitwirken wolle. Gerade jetzt, in Corona-Zeiten, sei „der soziale Kitt“ sehr wichtig.

Die Stiftung sei im Laufe der Jahre gewachsen, und deshalb sei es wichtig, dass auch der Stiftungsrat, der die Kontrolle ausübe, breiter aufgestellt sei, sagte Vorstandsmitglied Rudolf Bayer. Man brauche erfahrene Leute. „Eine Stiftung ist etwas Nachhaltiges“, so Bayer, sie müsse auf „stabilen Pfosten“ stehen.

Mit den drei neuen Mitgliedern sind es nun insgesamt elf Stiftungsräte. Diese beraten, begleiten und kontrollieren die Arbeit der Stiftung und des Stiftungsvorstands. Sie tagen zwei bis drei Mal im Jahr und bei Bedarf. Oberbürgermeister Jürgen Kessing, der dem Gremium laut Satzung angehört, lobte den Zuwachs an Kompetenz. „Wir sind fast ein Dream Team“.

 
 
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