Pilgern im Landkreis Ludwigsburg „Beim Pilgern erlebt man normale Orte neu“

Von Heidi Vogelhuber
Das Pilgern gebe ihm sehr viel, erklärt Johannes Sigg, der mittlerweile Pilgerbegleiter ist. Foto: Johannes Sigg

Die katholische und evangelische Kirche haben gemeinsam 18 Pilger-Kurse vor Ort in einem Pilgerflyer zusammengestellt. Der Flyer erscheint im dritten Jahr.

„Hurra, wir pilgern noch“, sagt Jörg Maihoff bei der Vorstellung des neuen ökumenischen Pilgerflyers 2022 unter dem Motto „Pilgern. Mit Leib und Seele unterwegs sein.“ Der Leiter der katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Ludwigsburg (keb) bestätigt, dass das Interesse am Pilgern während der Corona-Pandemie nicht abgenommen habe, „der Hunger nach dem gemeinschaftlichen Unterwegssein ist groß, auch wenn einige Kurse ausfallen mussten.“ Die würden jedoch alsbald nachgeholt, verspricht der ökumenische Arbeitskreis, der den Pilgerflyer und damit das Pilger-Angebot zusammengestellt hat, und bietet in diesem Jahr 18 verschiedene Formate an.

Es wird die „SpiriTour mit dem Fahrrad“ angeboten, die sich vor allem an Studenten richtet. Es gibt spezielle Formate für Familien. Männer können unter sich den „Weg durch die Nacht“ gehen. Einige Formate integrieren den Martinus- sowie den Jakobsweg. Es kann um den Michaelsberg und im Bietigheim-Bissinger Forst gepilgert werden oder auch auf dem E-Bike.

Neu: Pilgern mit dem E-Bike

Letzteres sei ein ganz neues Angebot. „Das E-Bike ist auf dem Vormarsch“, da docke man an, sagt Isabel Hausser, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Katholischen Dekanats Ludwigsburg.

Wer mal ins Pilgern hineinschnuppern und einen ersten Eindruck bekommen möchte, kann die „Stadtpilgerstunde in Ludwigsburg“ nutzen, die besondere und spirituelle Orte in der Barockstadt ansteuert. Denn „beim Pilgern erlebt man normale Orte neu und das mit allen Sinnen“, sagt Pfarrer Steffen Kaupp. Der Kurs „Frühlingserwachen – Auszeit in der Fastenzeit“ wurde in Pandemiezeiten entwickelt: Morgens gibt es online einen Impuls, tagsüber wird selbstständig gewandert und abends kann der Tag mit einem virtuellen Zusammentreffen abgerundet werden. Ein besonderes Erlebnis seien die „Schritte in den Ruhestand“, die mit einer Umbruchzeit im Leben verknüpft seien, so Maihoff. Diese Erfahrung, durch Pilgern eine Brücke zwischen Berufsleben und Ruhestand zu schlagen, machte auch Johannes Sigg, ein passionierter Pilgerer und mittlerweile auch selbst Pilgerbegleiter. Auf seinem Weg von Tamm nach Santiago de Compostela konnte er 2015 „reflektieren, was war und was kommt“ und so durch das „Beten mit den Füßen“ seinen Weg finden. Noch immer begleitet er Pilgerreisen. „Das gibt mir viel und bereitet mir viel Freude“, sagt Sigg.

Maihoff und Diakon Christoph Wiemann, der in der evangelischen Seniorenarbeit tätig ist, hätten gesehen, welche Sehnsüchte es in unterschiedlichen Zielgruppen mit verschiedenen thematischen Ausrichtungen gibt und, dass Pilgern die Menschen verbindet. Vor drei Jahren hätten sie den ersten Flyer auf die Beine gestellt, sagt Dekanatsreferentin Birgitta Negwer. Durch verschiedene Kooperationen sei eine tolle Vielfalt entstanden. Die Arbeit von Wiemann wird künftig von Pfarrer Kaupp übernommen.

Info Den Flyer sowie weitere Infos gibt es über die katholische sowie evangelische Kirche, im MIK, über die Martinus-Gemeinschaft und die Karlshöhe sowie online.

www.dekanat-lb.de

 
 
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