Traditionell findet jedes Jahr im Januar das Stiftungsfest des Pädagogisch-Kulturellen Centrums Ehemalige Synagoge Freudental, kurz PKC, statt und in diesem Jahr hielt die Polizeidirektorin Bettina Rommelfanger die Stiftungsrede mit dem Titel „Gemeinsam gegen Hass und Hetze – Zivilcourage auch im Netz“.
PKC Freudental Zivilcourage gegen Antisemitismus
Auf dem Stiftungsfest hielt Polizeidirektorin Bettina Rommelfanger die Rede.
Die ehemalige Synagoge Freudental als besonderer Ort
184 Anmeldungen zum Stiftungsfest in der Freudentaler Schönenberghalle waren in diesem Jahr bei den Verantwortlichen vom PKC eingegangen, was den Bönnigheimer Bürgermeister und ersten Vorsitzenden des PKC, Albrecht Dautel, freute. Mit „Shalom“ begann er seine Begrüßungsrede, erinnerte an das 40-jährige PKC-Jubiläum im vergangenen Jahr, an Menschen und Begegnungen und betonte, dass es in diesem Jahr genauso weiter gehen soll: „Ein Ort der Begegnung und des Lernens wollen wir sein“. Außerdem forderte er einen erneuten Applaus für das Vokalensemble des Evangelischen Lichtenstern-Gymnasiums Sachsenheim, der jüngsten Kooperationsschule des PKC. Unter der Leitung von Jasmin Joos hatten die Schülerinnen mit dem Stück „Bellas Finals“ aus dem Kinofilm „Pitch Perfect 2“ das Stiftungsfest musikalisch eröffnet und Schulleiter Helmut Dinkel richtete ebenfalls Grußworte an die Gäste.
Landrat Dietmar Allgaier, der zugleich zweiter Vorsitzender des PKC ist, verwies darauf, dass das jährliche Stiftungsfest ein schöner Anlass sei: „Man feiert, man begegnet sich und man darf auch ein wenig stolz sein. Stolz auf das, was hier in Freudental entstanden ist“ und weiter lobte er das reiche kulturelle wie auch wissenschaftliche Angebot für Jung und Alt: „In der ehemaligen Synagoge Freudental ist ein Ort entstanden, der jüdische Geschichte und Kultur lebendig hält und sich aktiv für Toleranz, Demokratie und Erinnerungskultur einsetzt“, bekräftigte er. Die Einzigartigkeit des PKC liege dabei nicht nur im Programm, sondern auch im Ort selbst. Hier sei Geschichte nicht abgeschlossen, sondern hier werden Fragen an unsere Gegenwart gestellt, führte Dietmar Allgaier weiter aus: „Schließlich steht das PKC Freudental bis heute für Demokratie, für Toleranz und für den entschiedenen Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft“. Allgaier konstatierte das globale Problem des Antisemitismus und forderte Zivilcourage, eben nicht zu schweigen, wenn andere angegriffen werden.
Zivilcourage auch in der digitalen Welt
Zur diesjährigen Stiftungsrede war Polizeidirektorin Bettina Rommelfanger, zuständig für die Task Force „Gemeinsam gegen Hass und Hetze – Zivilcourage auch im Netz“ eingeladen und sie legte einen besonderen Fokus darauf, dass man auch in der digitalen Welt zivilcouragiert aktiv werden könne. Sie sprach über Ursachen für Hass und Hetze im Netz, ebenso erklärte sie Begrifflichkeiten wie Hasskriminalität und sie machte klar, dass eine Aufklärungsrate von über 60 Prozent dafür stehe, dass das Internet eben kein rechtsfreier Raum sei: „Wir lassen niemanden ohne Hilfe gehen“, machte Bettina Rommelfanger deutlich und verwies darauf, dass man immer etwas tun könne, nämlich Anzeige erstatten.
Zivilcourage gelte eben auch im Netz, allerdings solle man sich auch dort nicht selbst in Gefahr bringen und stets daran denken, persönliche Daten zu schützen, lauteten weitere praktische Tipps. Zudem stellte sie das Netzwerk vor, das zur Task Force gehört, wie zum Beispiel der Airport Stuttgart, das Demokratiezentrum aber auch die Hilfsorganisation Weißer Ring. Interessant sowie aktuell der Einblick in die Kampagne „Sicher im Wahlkampf“ und nicht weniger informativ ihre Vorstellung des Onlineportals „Toleranz im Netz“.
Helga Spannhake
