Pläne für Kindergarten Schillerstraße in Bissingen Abriss und Neubau ganz ohne Container

Von Uwe Mollenkopf
Die Kita in der Schillerstrstraße in Bissingen. Die Stadt plant einen Neubau.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Der Gemeinderat entscheidet am Dienstag über die Kindertagesstätte Schillerstraße in Bissingen. Im Zuge der Baumaßnahmen sollen auch vier bis fünf Wohnungen entstehen.

In jüngster Zeit hatte der Bietigheim-Bissinger Gemeinderat immer wieder über Kindergartenprojekte zu entscheiden. Im Juli dieses Jahres wurde der Bau eines Kindergartens für 9,3 Millionen Euro im Lothar-Späth-Carré beschlossen, 2020 standen unter anderem ein Anbau in der Breslauer Straße für fast vier Millionen Euro und eine Kita plus Wohnungen für fast acht Millionen Euro in der Gerokstraße auf der Tagesordnung. An diesem Dienstag geht es erneut um ein Kindergartenprojekt – und wieder um etliche Millionen.

Kosten: 8,8 Millionen Euro

Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, das Verfahren zur kombinierten Planungs- und Bauvergabe für den Neubau der Kindertagesstätte Schillerstraße in Bissingen vorzubereiten und ein Büro mit der Entwurfsplanung zu beauftragen. Der bestehende Kindergarten soll abgerissen und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden. Auch vier bis fünf Wohnungen sind vorgesehen, ähnlich wie in der Kita Gerokstraße, die auch sonst als Vorbild dient. Die Kosten sind in der Vorlage von Baubürgermeister Michael Wolf mit 8,8 Millionen Euro angegeben, wovon 6,8 Millionen auf den Kindergarten und 2 Millionen auf den Wohnungsbau entfallen.

Das Vorhaben kommt nicht unerwartet. Bereits im Sommer vor einem Jahr hatte der damalige Bürgermeister Joachim Kölz dieses und weitere Projekte zum Kita-Ausbau angekündigt. Hintergrund sind fehlende Betreuungsplätze, die damals auf rund 200 beziffert wurden. Der Neubau soll Platz für 71 Kinder bieten, damit hätte man gegenüber dem Bestandsgebäude 21 zusätzliche Plätze gewonnen. Laut Verwaltung wäre ohnehin bald eine Komplettsanierung notwendig geworden. Die Einrichtung habe auch seit Jahren mit ungeklärten und nicht zu behebenden Geruchsproblemen zu kämpfen. 

Vorgesehen ist ein zweigeschossiger Neubau mit einer Nutzfläche von 900 Quadratmetern für den Kindergarten. Die Wohnungen sollen in einem zusätzlichen Dach- oder Staffelgeschoss entstehen und insgesamt etwa 400 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen.

Ob es für den Kita-Bau Fördermittel gibt, sei derzeit noch unklar, so Wolf in der Vorlage. Für die Wohungen könnten bei Vermietung an Inhaber mit Wohnberechtigungsschein und einer Verminderung der ortsüblichen Vergleichsmiete um 33 Prozent Zuschüsse aus dem Förderprogramm der L-Bank beantragt werden. Es winken 504 000 Euro.

Ausweichdomizil Gerokstraße

Stimmt der Gemeinderat zu, wird ein Baubeginn im dritten Quartal 2023 angestrebt. Der Neubau soll dann im ersten Quartal 2025 bezugsfertig sein.

Mit dem Abriss werde man erst beginnen, wenn der Neubau in der Bissinger Gerokstraße fertig sei, sagte Anette Hochmuth, die Sprecherin der Stadt, auf Anfrage. Die Kinder aus der Schillerstraße würden dann zunächst in die Kita Gerokstraße gehen. Eine Unterbringung in Containern könne so vermieden werden.

 
 
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