Playoff-Viertelfinale Die Steelers stehen im Halbfinale

Von Niklas Braiger
Ein harte Serie endet mit dem besseren Ende für die Bietigheim Steelers. Cole Fonstad (mit Goldhelm) und Arne Uplegger (zweiter von links) treffen im Schlussdrittel für den SCB. Foto: /Kim Enderle

Eine nervenaufreibende Viertelfinal-Serie ist nach den vollen sieben Spielen vorbei. Die Bietigheim Steelers setzen sich dank des 4:2 am Ende gegen die Ravensburg Towerstars durch.

Auf nach Kassel. Die Bietigheim Steelers setzen sich in Spiel sieben der Viertelfinal-Serie gegen die Ravensburg Towerstars mit 4:2 durch und stehen damit im Halbfinale. Grund dafür sind die Verteidiger des SCB, die für drei der vier Tore sorgen. Allen voran Tim Schüle brilliert mit zwei Treffern in den ersten 21 Minuten. Mit dem Sieg am Dienstagabend endet die spektakuläre Playoff-Runde, in der fünf der sieben Spiele erst in der Overtime entschieden wurden. „Es war eine unfassbar enge Serie. Wir haben den Zuschauern immer was geboten. Wir hatten heute vielleicht mehr Glück, aber das braucht man auch manchmal“, ist SCB-Kapitän Alexander Preibisch nach der Partie froh.

Im Halbfinale wartet nun der Hauptrunden-Zweite aus Kassel, der sich bereits am Sonntag nach sechs Spielen gegen die Lausitzer Füchse durchgesetzt hat. Das erste Spiel findet bereits am Donnerstagabend in Hessen statt. Das Mantra vor dem Spiel von Steelers-Trainer Alexander Dück, von der Strafbank wegzubleiben, gelingt beiden Teams anfangs nur mäßig umzusetzen. Nachdem Alec Ahlroth für den ERV und Cole Fonstad auf der Gegenseite früh für die ersten Chancen sorgen, bekommen sich Mike Fischer und Louis Latta in der Ravensburger Zone in die Haare, tauschen Nettigkeiten und auch den ein oder anderen Schlag aus (6.). Als Resultat geht es für beide zwei Minuten lang zum Auskühlen.

Schüles erster Streich

Von dort aus darf SCB-Stürmer Fischer das 1:0 seiner Mitspieler bejubeln. Denn Schüle wählt nach siebeneinhalb Minuten den genau richtigen Moment für den Abschluss, durch das Getümmel, an Freund und Feind und zahlreichen Schlägern vorbei fliegt das Hartgummi ins Netz. Ilya Sharipov im Kasten der Gastgeber sieht den Puck zu spät, sodass er nicht mehr eingreifen kann.

Dass die Führung das erste Drittel überlebt, liegt an Bietigheims Goalie Olafr Schmidt und auch an seinem Aluminium. Denn Mark Rassell prüft, wie stabil das Tor im Eis verankert ist und nagelt einen Schuss an den Pfosten (11.). Zudem liefert Schmidt zwei Minuten vor der ersten Drittelpause einen Big Save, als er gegen Robbie Czarnik in letzter Sekunde noch die Schoner aus kurzer Distanz schließt und damit den Puck am Tor vorbei lenkt.

Doch dieses Momentum verpufft zum Start des zweiten Abschnitts binnen 35 Sekunden. Nach dem ersten Scheibengewinn setzen sich die Steelers im Towerstars-Drittel fest und wie schon beim 1:0 bekommt Schüle die Scheibe an der blauen Linie, fackelt nicht lange und zirkelt das Hartgummi zum 2:0 ins Netz. Erneut wird Sharipov die Sicht von einigen Mit- und Gegenspielern genommen, wodurch er nicht schnell genug reagieren kann.

Bietigheimer Cleverness

Das Spiel wird nun intensiver. Innerhalb von 30 Sekunden werden erst Filip Reisnecker und Simon Sezemsky und sowie wenig später Cole Fonstad und Erik Karlsson je zeitgleich auf die Strafbank geschickt (23.). Die Hausherren drücken weiter auf den Anschlusstreffer, finden aber mal um mal in Schmidt ihren Meister. Der SCB auf der Gegenseite spielt es nun clever, steht hinten sicher und versucht, offensive Nadelstiche zu setzen.

Doch die Steelers machen sich das Leben selbst schwer. Wie schon in Spiel vier und fünf, als man mit zwei Toren führte, lässt man die Towerstars unnötigerweise wieder herankommen. Erst kassiert Jack Dugan eine Strafe für einen hohen Stock, keine Minute später gibt es eine Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. In dieser doppelten Überzahl schlägt der ERV zu, Odeen Tufto versenkt zum 1:2. Bitter für die Ellentäler: Nur noch eine Sekunde war mit zwei Mann weniger zu spielen. Doch die restliche Strafzeit überleben die Männer von der Enz unbeschadet.

Selbst haben sie sieben Minuten vor Ende des zweiten Abschnitts die Möglichkeit in Überzahl den eigenen Abstand wiederherzustellen. Doch die Gäste sind hier zu ungefährlich und haben sogar Glück, dass es nicht zum Short-Hander der Hausherren kommt. Den Steelers fehlt es nach dem 1:2 an Genauigkeit. Häufig gehen die Pässe ins Nichts oder in die gegnerische Kelle, dem SCB scheinen die Nerven zu flattern. Daher kommt die zweite Drittelpause genau richtig, um mit frischem Kopf in den Schlussabschnitt zu gehen. „Zum Glück haben wir das Drittel nur mit einem Gegentor beendet“, resümiert Dück nach der Partie.

Uplegger in Schüle-Manier

In diesen gehen die Steelers mit einer Überzahl, nachdem 30 Sekunden vor der Sirene Ahlroth noch für ein Beinstellen auf die Strafbank geschickt wurde. Und das frische Eis unter den Schlittschuhen nutzen die Gäste prompt. 34 Sekunden – eine weniger als bei Schüles 2:0 – ist es erneut ein Verteidiger, der für das Tor aus der Distanz sorgt. Dieses Mal versenkt Arne Uplegger aus 18 Metern mit Vollgas in die Maschen. Doch aufgeben wollen die Oberschwaben noch lange nicht. Matej Mrazek, der schon am Sonntag traf, verwertet eine schöne Ablage von Philipp Mass mit einem harten Schuss direkt ins kurze Kreuzeck zum 2:3 (45.).

Mit der schnellen Antwort ist die Spannung wieder wie in den vorherigen sechs Spielen der Serie geboten. Bastian Eckl verpasst drei Minuten nach dem Gegentreffer das vierte Bietigheimer Tor und scheitert bei einem Alleingang an Sharipov. Czarnik auf der Gegenseite trifft nur das Außennetz (52.). Mit 7:51 Minuten sorgt der Mann des Viertelfinals Cole Fonstad aber dann für die Vorentscheidung. Erst checkt er an der blauen Linie hart Nickolas Latta um. Die Steelers spielen allerdings unbekümmert weiter, sodass Eckl vor dem Netz querlegt und Fonstad sein zehntes Tor der Serie erzielt.

Kein letztes Aufbäumen

Die Oberschwaben wirken davon mächtig geschockt. Bietigheim steht defensiv nun sattelfest und lässt die Stürmer der Gastgeber um Czarnik, Rassell und Karlsson kaum mehr zu Schüssen kommen. Alles, was zu Schmidt durchkommt, hat der 30-Jährige sicher. Schon dreieinhalb Minuten vor Schluss geht Goalie Sharipov vom Eis, damit die Towerstars mit dem zusätzlichen Feldspieler noch einmal alles auf eine Karte setzen. Mit 90 Sekunden auf der Uhr muss dann sogar noch Maximilian Söll auf SCB-Seiten auf die Strafbank. Doch auch hier verteidigen die Ellentäler mit Mann und Maus das eigene Netz, womit das Spiel mit 4:2 und viel Jubel der in weiß gekleideten Steelers endet.

 
 
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