Polizei Ludwigsburg Polizei kontrolliert Barbershops

Von Helena Hadzic
Ein Mitarbeiter des Barbershops in Gemmrigheim, zwei Zollbeamte des Hauptzollamts Heilbronn und Betriebsleiter Ameed Khouri (von links) während der Kontrolle: es konnte nichts Auffälliges festgestellt werden. Foto: /Oliver Bürkle

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg hat einen Fahndung-und Sicherheitstag zur Stärkung der Sicherheit und zur Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum durchführt – die BZ war mit dabei.

Gewerbeanmeldungen, Schwarzarbeiter oder womöglich ein Kilo Kokain – all das gilt es zu überprüfen, wenn das Team vom Hauptzollamt Heilbronn, die Polizei Ludwigsburg und die Kriminalpolizei mit Schwerpunkt auf Wirtschaftskriminalität gemeinsam auf Kontrollgang gehen.

Am Freitag hat das Polizeipräsidium zum ersten Mal einen Fahndungs- und Sicherheitstag durchgeführt, an dem die BZ mit dabei sein und die Arbeit der Beamten aus nächster Nähe erleben durfte. Die Zielobjekte: Barbershops im Kreis Ludwigsburg. Fünf Stück standen dabei auf dem Plan: Ein Barber in der Oststadt Ludwigsburg, in Remseck, in Gemmrigheim, in Besigheim und einer in Bönnigheim.

Einen bestimmten Grund für gerade diese ausgewählten Barbers gibt es nicht – sie wurden per Zufallsprinzip ausgewählt. Eine zweite Gruppe war ebenfalls im Einsatz in Ludwigsburg, Kornwestheim, Pleidelsheim und Freiberg, um dort zu kontrollieren. Und warum das alles? „Es geht darum, Präsenz zu zeigen“, sagte Yvonne Schächtele, Pressesprecherin und Polizeihauptkommissarin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Betriebskontrollen wie diese gehören aber zum Arbeitsalltag, zumindest für Zollbeamten. Große Razzien führt die Polizei heute nicht mehr durch, sondern eher kleinere Geschichten, so Schächtele.

Der erste Barber hat geschlossen

Mit zwei zivilen Einsatzwagen war der Trupp der Polizei und des Zolls unterwegs. In einem dritten Auto waren die Pressesprecherinnen Victoria Zahler, Kriminaloberkommissarin, und Yvonne Schächtele begleitend dabei.

Mit dem Einsatzleiter und einem Praktikanten waren es somit acht Beamte und Beamtinnen, die kurz nach 9 Uhr den ersten Barbershop aufsuchten. Doch bereits der erste Halt stellte sich als Flopp heraus: vor den Türen blieben die Beamten buchstäblich im Regen stehen, denn dieser hatte geschlossen. Auch der zweite Halt brachte nicht den erhofften Erfolg, der Remsecker Barber hat ebenfalls einen Schließtag.

Beim drittem Shop hingegen waren die Beamten erfolgreich. Der Gemmrigheimer Barber „Barber Shop Khouri“ hatte planmäßig geöffnet. Sichtlich überrascht allerdings war Ameed Khouri, Betriebsleiter des Geschäfts, als die Beamten seinen Shop betraten. Auch die Kundschaft wirkte verdutzt. Ein Gast bemerkte kopfschüttelnd: „So viele Polizisten nur für einen Friseur“. Die Inhaberin der Barbershops war allerdings nicht vor Ort – Betriebsleiter Khouri konnte jedoch die nötigen Unterlagen vorlegen und zeigte sich kooperativ.

Kontrolliert wurden unter anderem die Gewerbeanmeldung, die Ausweise und die Aufenthaltstitel, die Arbeitserlaubnis der Mitarbeiter und ihre Arbeitszeiten sowie die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften.

Sprachbarriere überwinden

Als Hürde stellte sich die sprachliche Barriere heraus. Ein Mitarbeiter der Geschäfts konnte nur sehr gebrochenes Deutsch sprechen, wodurch es für die Zoll-Beamten und Beamtinnen schwer war, mit dem Mann zu kommunizieren. Khouri allerdings sorgte für einen Übersetzer und zog einen Kunden hinzu, der zwischen dem Zoll-Beamten und dem Mitarbeiter vermittelte. In solchen Fällen seien die Beamten vor Ort häufig auf eine „ad hoc- Lösung“ angewiesen, erläuterte der Einsatzleiter.

Nahezu eine Stunde lang ging die Kontrolle. Lediglich die Arbeitserlaubnis von Ameed Khouri war überschritten – eine neue sei aber bereits beantragt – und das Zusatzblatt, welches befristeten Aufenthaltstiteln beigefügt ist, fehlte seinem Mitarbeiter. Dieses befinde sich noch bei der Ausländerbehörde. Die Beamten werden kontrollieren, ob die fehlenden Unterlagen in Arbeit sind.

Ameed Khouri, der gebürtig aus Bethlehem, Palästina, stammt, sah die Kontrolle gelassen: „Die machen auch nur ihre Arbeit, so wie ich“, sagte er. Auch das Fazit der Polizei und des Zolls fiel positiv aus: nichts Auffälliges war zu finden.

Insgesamt wurden sieben von neun geplanten Barbershops und 15 Personen an diesem Tag in Gemmrigheim, Bönnigheim, Besigheim, Kornwestheim, Ludwigsburg Stadtmitte, Pleidelsheim und Freiberg am Neckar überprüft. Dabei konnten in zwei Shops ähnliche Probleme mit der Arbeitserlaubnis, wie in Gemmrigheim, festgestellt werden.

 
 
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