Polizeieinsatz am Marstallcenter Sechs Schüsse auf das Fluchtauto

Von
Am Mittwochnachmittag wollte die Kriminalpolizei mit Hilfe eines Mobilen Einsatzkommandos einen Drogenhändler und seine Komplizen in Ludwigsburg festnehmen. Zwei wurden geschnappt, einer türmte spektakulär mit dem Auto.⇥ Foto: 7aktuell/Simon Adomat

Die Polizei hat neue Details zum Einsatz am Marstallcenter herausgegeben. Bei einem fingierten Drogendeal  in der Tiefgarage des Einkaufscenters ging es hoch her.

Ein Einsatz der Polizei in Ludwigsburg am Marstallcenter hat am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. In einem Ermittlungsverfahren der Kriminalpolizei Ludwigsburg wegen Rauschgifthandels hatten die Ermittler  den Scheinkauf einer größeren Menge Kokain in der Tiefgarage des Marstallcenters in Ludwigsburg eingefädelt, bei dem ein 34-Jähriger  festgenommen werden sollte, teilten Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstag mit.

Hauptverdächtigen erwischt

Als der Tatverdächtige mit zwei Komplizen, einem 30-Jährigen und einem 33-Jährigen, in einem silberfarbenen Peugeot zur vereinbarten Zeit auftauchte, griffen Beamte eines Mobilen Einsatzkommandos zu. Während der 34-Jährige sofort festgenommen werden konnte, ergriff der 30-jährige Fahrer mit dem Auto die Flucht. Dabei fuhr er direkt auf einen Polizisten zu, der sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte und sich dabei verletzte. „Der Kollege ist leicht verletzt, wurde aber zur Untersuchung im Krankenhaus aufgenommen“, so Polizeisprecher Peter Widenhorn gegenüber der BZ.

Einsatzkräfte gaben daraufhin mehrere Schüsse auf das Fluchtfahrzeug ab. Wie Widenhorn auf Nachfrage erklärte, geht die Polizei nach bisherigem Ermittlungsstand davon aus, dass zwei Polizisten insgesamt sechs Schüsse abgegeben und damit das Fahrzeug auch getroffen haben. „Der Schusswaffengebrauch erfolgte im Nahbereich und Unbeteiligte waren nicht gefährdet“, präzisiert Widenhorn die ursprüngliche Meldung der Polizei wonach keine Unbeteiligten in Gefahr waren.

Fluchtauto gefunden

In der Folge prallte der 30-Jährige gegen ein Einsatzfahrzeug der Polizei und fuhr anschließend in zunächst unbekannte Richtung weiter. Der 33-Jährige, der unterdessen zu Fuß zu flüchten versuchte, konnte von Polizeibeamten eingeholt und festgenommen werden, nachdem er sich bei einem Sprung verletzt hatte. Die Polizei leitete umgehend Fahndungsmaßnahmen ein, in deren Verlauf der Peugeot um 15.55 Uhr in der Badstraße in Ludwigsburg-Hoheneck verlassen aufgefunden wurde. Die Fahndungsmaßnahmen nach dem 30-Jährigen dauerten am Donnerstag weiter an.

Gegen alle drei Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart den Erlass von Haftbefehlen wegen Rauschgifthandels beantragt. Gegen den 30-Jährigen wird zudem wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.

Info Bei einem polizeilichen Schusswaffengebrauch erfolgt im Verlauf des Ermittlungsverfahrens grundsätzlich eine Prüfung der Rechtmäßigkeit durch die zuständige Staatsanwaltschaft, erklärt das Polizeipräsidium.

 
 
- Anzeige -