Profiboxer Leonardo Di Stefano Ruiz Technischer K.o. zu Beginn der vierten Runde

Von Michael Nachreiner
Leonardo Di Stefano Ruiz kommt nicht aus seinem sportlichen Tal nicht heraus. Gegen OIuwafemi Oyeleye verlor er den dritten seiner vergangenen vier Kämpfe. Foto: /360 Promotion

Leonardo Di Stefano Ruiz geht gegen den Nigerianer Oluwafemi Oyeleye sogar zwei Mal zu Boden. 

Nächster Rückschlag für Leonardo Di Stefano Ruiz: Der Profiboxer aus Bietigheim-Bissingen hat in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania zum dritten Mal in den vergangenen vier Duellen im Superweltergewicht (bis 69,8 Kilogramm) den Kürzeren gezogen. Gegen den weiterhin ungeschlagenen 29-jährigen Nigerianer Oluwafemi Oyeleye ging „El Niño“ (der Junge) nach einem Wirkungstreffer nach 42 Sekunden in der vierten Runde zu Boden, worauf der Ringrichter den Kampf abbrach.

Linkes Ohr immer wieder entblößt

Di Stefano Ruiz versuchte zwar, die Initiative zu übernehmen und Oyeleye zu beschäftigen. Der wusste aber seine Längenvorteile von knapp zehn Zentimetern zu nutzen. Dazu kam, dass der Italo-Spanier aus Bietigheim-Bissingen dem Linkshänder, „Southpaw“ genannt, aus Nigeria immer wieder sein linkes Ohr ungeschützt präsentierte, an dem er im vergangenen Jahr gegen den Argentinier Ismael Flores in Barcelona einen Trommelfellriss erlitt.

Nach einem ersten rechten Haken Oyeleyes gegen Di Stefano Ruiz’ linkes Ohr ging der 28-Jährige schon ein Mal in den ersten drei Runden zu Boden und wurde von Ringrichter Shawn Clark kurz angezählt.

Nach einem Angriff von Di Stefano Ruiz, der Oyeleye in die Seile trieb, lief der Bietigheim-Bissinger aber in einen Konter des Nigerianers. Wieder traf der 29-Jährige mit einem rechten Haken Di Stefano Ruiz’ linkes Ohr, worauf „El Niño“ k.o. zu Boden ging. Ringrichter Clark brach den Kampf sofort ab.

„Ich wusste und ich weiß, dass ich diesen Kampf gewinnen hätte können. Ich hatte das Gefühl, ich kann ihn ausschalten. Zu Beginn der vierten Runde habe ich ihn mit meiner Rechten getroffen. Danach habe ich etwas entspannt“, erklärt Di Stefano Ruiz gegenüber Los-Duros-TV. „Am Ende bin ich zwar zu Boden gegangen. Aber ich habe nicht viel von dem Aufprall gespürt.“ Spuren im Gesicht trug der Bietigheim-Bissinger auch nicht davon. Und Oyeleye ergänzt: „Ich boxe, seit ich fünf Jahre alt bin, und habe schon viel mitgemacht. Ich war beispielsweise auch schon obdachlos. Deshalb lasse ich nichts zwischen mich und mein Ziel kommen. Ich will Weltmeister werden und haue jeden um.“

Di Stefano Ruiz bleibt kämpferisch

Der Nigerianer hat nach dem Sieg einen weiteren Sprung in der Weltrangliste von Platz 64 nach vorne gemacht. „Ich bin stark, schnell und intelligent mit einem hohen Ring-IQ. Das nächste Ziel sind die Top ten“, sagt er. Doch auch Di Stefano Ruiz, der vorerst weiter in den Tiefen der Weltrangliste dahindümpeln wird, hat sein Ziel, einen WM-Gürtel zu erringen, noch nicht ad acta gelegt. „Ich mache weiter alles, um Weltmeister zu werden“, erklärt der 28 Jahre alte Italo-Spanier kämpferisch. „Und ich werde der Welt zeigen, dass es möglich ist, dieses Ziel zu erreichen, auch wenn man von weit unten kommt.“

 Michael Nachreiner

 
 
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