Im Verfahren vor der 7. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart berichtete ein Polizeibeamter der Drogenfahndung Ludwigsburg ausführlich von den fast zwei Jahre währenden Ermittlungen gegen den Mann, der für die Polizei kein Unbekannter war. Danach war der Angeklagte bereits im Jahr 2019 bei der Polizei als Beschuldigter von Drogengeschäften geführt worden und ein Jahr später in einem anderen Komplex als Kontaktperson in Erscheinung getreten.
Prozess gegen Ludwigsburger Mit Drogen eigene Sucht bezahlt
Ein 43 Jahre alter Mann aus Ludwigsburg hat im großen Stil Drogen aus Brüssel nach Deutschland geschmuggelt.
Ermittler hörten Gespräche im Auto ab
So konnte die Polizei Nachrichten zwischen dem Angeklagten und seinem Bruder rekonstruieren, in denen der Angeklagte diesen mit einem Mietwagen nach Brüssel schickte, dazu ein Bild von seinem dortigen Ziel. Diese Tiefgarage in Belgiens Hauptstadt war den Beamten bereits als Umschlagplatz von Kokain bekannt. Darüber hinaus hörten die Ermittler Gespräche im Auto sowie an Handys ab.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Albaner vor, über verschiedene Kuriere kiloweise Kokain nach Deutschland geschafft zu haben, um es hierzulande gewinnbringend zu veräußern. Der Gesetzgeber sieht für die Einfuhr und den Handel von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor. Laut Anklage hat der 43-Jährige über 1,2 Millionen Euro eingenommen und soll diese auch zurückbezahlen.
Seinem Verteidiger Andreas Baier zufolge haben mehrere der in der Anklageschrift aufgeführten Taten nicht unter Mitwirkung seines Mandanten stattgefunden, mitnichten sei er ein Großdealer. Stattdessen habe er sich von einem Bekannten 50.000 Euro geliehen, wollte ihm dafür ein Auto besorgen, was offenbar nicht klappte. Er räumte aber ein, dass sein Mandant „unfassbar kokainsüchtig gewesen sei und auch gedealt habe“. Angaben hat der Angeklagte bislang nicht gemacht.
Petra Häussermann
