Prozessauftakt gegen Bietigheim-Bissinger Drogen, Waffen und Falschgeld

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Einem Bietigheimer wird in Stuttgart der Prozess gemacht. Er soll eine ganze Reihe illegaler Geschäfte gemacht haben. Foto: Peter Steffen/dpa Foto: Peter Steffen/dpa

Ein Bietigheim-Bissinger ist wegen illegaler Geschäfte getätigt angeklagt. Auch ein Clan aus Neapel mischt mit.

Vor der neunten großen Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts ist unter Vorsitz von Richter Rainer Gless am Dienstag der Prozess gegen einen 40-jährigen Bietigheim-Bissinger angelaufen. Er wird beschuldigt, Geschäfte mit Kokain, Falschgeld und Waffen gemacht zu haben, wobei er auch in Verbindung mit einer „älteren Respektsperson“ aus Fellbach gestanden haben soll, die einem „neapolitanischen Familienclan“ angehört. Der Bietigheim-Bissinger hat auf für den nächsten Prozesstermin am Dienstag, 1. Juni, ein weitgehendes Geständnis angekündigt.

Ehefrau ist auch angeklagt

Der aus der Untersuchungshaft in Mannheim vorgeführte 40-Jährige ist zusammen mit seiner 38-jährigen Ehefrau angeklagt, die ihm bei seinen Drogengeschäften geholfen haben soll, indem sie Kokain portionierte und verpackte. Die Drogengeschäfte beziehen sich auf den Tatzeitraum Januar bis November vergangenen Jahres. Aus dem Handel mit Drogen, Falschgeld und Waffen insgesamt soll der Mann 34 891 Euro erwirtschaftet haben.

Der Anklageschrift zufolge war es Kokain, aber auch Marihuana, die der Mann unters Volk gebracht haben soll. Getätigt wurden die Drogengeschäfte unter anderem in einer Pizzeria in Korntal-Münchingen, in Eberdingen, auf dem Parkplatz des Hallenbads Münchingen, in Freiberg, in Gerlingen, in Tamm, in Leonberg, im Stuttgarter Stadtgebiet, am Bietigheimer Bahnhof, an einem Schnellrestaurant in Ludwigsburg und in der Bietigheim-Bissinger Wohnung des Angeklagten. Bei zwei Verkäufen am Bahnhof Bietigheim am 19. November wurde er festgenommen.

Falschgeld aus Neapel

Ein zweiter Anklagepunkt bezieht sich auf Falschgeld aus Neapel, das der Mann mit italienischer Staatsbürgerschaft Ende 2019 für 22 500 Euro dort gekauft und in Bietigheim-Bissingen, Stuttgart, Böblingen und Weissach im Tal weiterverkauft haben soll. Ein Teil der gefälschten Scheine ist beschlagnahmt. Er soll auch mit Schusswaffen gehandelt und pro Waffe mindestens 100 Euro Provision für die Vermittlung kassiert haben. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft ist der Waffenlieferant des Angeklagten im März 2020 ins Ausland abgetaucht, worauf der 40-Jährige eine „ältere Respektsperson“ in Fellbach kontaktiert haben soll, die einem „neapolitanischen Familienclan“ angehört.

 
 
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