Quotientenregel entscheidet, Steelers treffen auf Frankfurt DEL2 zieht die Notbremse und beendet Hauptrunde vorzeitig

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Auch beim Eishockey herrscht Ansteckungsgefahr. Nach dem Derby am Samstag zwischen Heilbronn und Bietigheim hat es in beiden Teams mehrere Corona-Fälle gegeben. Das Bild zeigt eine Szene aus dem Steelers-Heimspiel am 23. Februar gegen die Falken, mittendrin Brett Breitkreuz. ⇥ Foto: Martin Kalb

Die Liga reagiert auf die Corona-Fälle an drei Standorten und die erhöhte Virusgefahr. Die Playoff-Teams werden mit der Quotientenregel ermittelt.

Das Corona-Virus hält die Deutsche Eishockey-Liga 2 (DEL2) fest im Würgegriff. Aktuell – und ausgerechnet auf der Zielgeraden der Hauptrunde – befinden sich gleich drei Mannschaften aufgrund von Infektionsfällen im Kader in Quarantäne, darunter die Bietigheim Steelers. Bei einer Sondersitzung berieten die Ligaspitze und die Vereine am Donnerstag per Videokonferenz über das weitere Vorgehen. Am Abend gab die DEL2 dann den einstimmigen Beschluss bekannt, die Hauptrunde mit sofortiger Wirkung vorzeitig zu beenden.

„Wir haben seit dem Osterwochenende in gleich mehreren Klubs Anzeichen für und zum Teil bereits bestätigte Corona-Fälle, weshalb wir gemeinschaftlich ein Fortsetzen der Hauptrunde auf Teufel komm raus nicht befürworten. Vielmehr wollen wir Sorge für die Gesundheit der Spieler tragen und mit Blick auf die anstehenden Playoffs einen dann wieder besseren Rahmen für den Wettbewerb organisieren“, begründete DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch die Entscheidung, die Hauptrunde vorzeitig zu beenden. Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch berichtete auf BZ-Nachfrage von „konstruktiven Gesprächen“ und hob die Einstimmigkeit des Beschlusses hervor: „Uns ist eine Lösung im Sinne des Sports und vor allem im Sinne der Sicherheit der Spieler wichtig gewesen.“

Gewertet wird die Hauptrunde nun nach der Quotientenregel (Punkte durch Spiele). Für die Endrunde sind die besten acht Teams der Tabelle qualifiziert. Über das weitere Vorgehen in den Playoffs werden die DEL2-Gesellschafter noch beraten, heißt es in einer Mitteilung der Liga. Bisher ist das Auftaktspiel im Viertelfinale auf den 20. April terminiert.

Die Steelers, die 49 ihrer 52 Begegnungen ausgetragen haben, schließen die Hauptrunde nun mit durchschnittlich 1,82 Zählern auf dem vierten Platz ab. Die Wölfe Freiburg kommen zwar auf den gleichen Punkteschnitt, haben aber das bessere Torverhältnis und werden somit auf Rang drei geführt. Lachender Achter sind die Heilbronner Falken, die sich mit 1,39 Zählern pro Spiel gerade noch so fürs Viertelfinale qualifizieren. Dagegen schauen die neuntplatzierten Eispiraten Crimmitschau (1,35) in die Röhre. Die dahinter liegenden Klubs aus Landshut, Bad Nauheim, Weißwasser, Dresden und Bayreuth hatten schon zuvor keine (realistischen) Chancen mehr auf den Einzug in die Playoffs.

Bietigheim trifft auf Frankfurt

Wie vor der Saison vereinbart gibt es aufgrund der besonderen Umstände infolge der Pandemie keinen Absteiger und auch keine Pre-Playoffs. „Nachdem wir nahezu 50 von 52 Spieltagen der Hauptrunde durch den unermüdlichen Einsatz der Klubs absolviert haben, hätten wir uns eine vollständige Beendigung dieser Runde gewünscht. Allerdings geht die Gesundheit aller vor“, so Rudorisch.

Bietigheim trifft jetzt im Viertelfinale auf die fünftplatzierten Löwen Frankfurt und genießt im ersten Spiel Heimrecht. Eine besondere Brisanz gewinnt das Duell dadurch, dass beide Standorte eine Bürgschaft von 816 000 Euro für eine etwaige Teilnahme am DEL-Lizenzierungsverfahren hinterlegt haben. Dasselbe gilt für den Klassenprimus Kassel Huskies. Der dritte Aufstiegskandidat im Bunde bekommt es im Viertelfinale mit Heilbronn zu tun. In den weiteren Best-of-Five-Serien kämpfen die Tölzer Löwen und die Ravensburg Towerstars sowie der EHC Freiburg und der ESV Kaufbeuren ums Weiterkommen.

Vier Steelers-Profis sind positiv

Nach dem Duell zwischen Heilbronn und Bietigheim am Ostersamstag waren in beiden Lagern mehrere Corona-Fälle aufgetreten. Die Spieler, Trainer und Betreuer der zwei Erzrivalen befinden sich jeweils bis zum 17. April in einer behördlich angeordneten häuslichen Quarantäne. Ausgenommen sind nur die Profis, die verletzungsbedingt nicht beim Derby dabei waren. Nach Auskunft des Landratsamts Ludwigsburg sind bei der PCR-Testung am Mittwoch vier Steelers-Spieler positiv getestet worden. Die restlichen Testungen hätten dagegen ein negatives Ergebnis ergeben. Als Kontaktpersonen der Kategorie 1 bleiben aber auch die negativ Getesteten in Quarantäne.

Noch am Mittwoch war das Nachholspiel des EC Bad Nauheim gegen Freiburg kurzfristig abgesagt worden. Zuvor war ein Schnelltest im Kader der Mittelhessen positiv ausgefallen. Die Bad Nauheimer Mannschaft hat sich inzwischen ebenfalls vorsorglich isoliert. Für sie ist die Saison 2020/21 – wie auch für die anderen Teams von Platz neun bis 14 – aber seit Donnerstag vorbei.

Die Paarungen im DEL2-Viertelfinale auf einen Blick:

Kassel Huskies – Heilbronner Falken, Tölzer Löwen – Ravensburg Towerstars, Wölfe Freiburg – ESV Kaufbeuren, Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt.

 
 
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