Realschule im Aurain Bietigheim-Bissingen Künftige Handwerker und Ingenieure

Von Helena Hadzic
Sheila Ambrosi, Leni Rieger und Faruk Zumberi (von links) zeigen und erklären Schulleiter Claus Stöckle, Tobias Vogt (CDU) und Tayfun Tok (Grüne) ihr Projekt Foto: Werner Kuhnle

Die Klasse 7c der Bietigheimer Realschule im Aurain hat beim Nanu?!-Wettbewerb mit ihrem Projekt den dritten Platz erzielt. Tayfun Tok (Grüne) und Tobias Vogt (CDU) aus dem Landtag wollten wissen, worum es ging.

Mit dem Projekt „Farben und deren Haftung und Deckkraft auf verschiedenen Materialien“ hat die Biologie AG der Klasse 7c der Realschule im Aurain bei einem landesweiten Wettbewerb den dritten Platz belegt. Beim Nanu?!-Wettbewerb für Realschulen hat sich die AG eine Frage aus den Bereichen Biologie, Naturphänomene und Technik vorgenommen – sich mit dem Ergebnis gegen zirka 40 teilnehmende Schulen durchgesetzt. Lediglich zehn Schulen haben in diesem Jahr einen Preis erhalten.

„Wie haben über ein halbes Jahr jede Woche im Bio-Unterricht und in der Englisch-Stunde daran gearbeitet“, sagt Schülerin Leni Rieger, die am Freitagvormittag gemeinsam mit ihren Klassenkameraden Sheila Ambrosi und Faruk Zumberi ihre naturwissenschaftlichen Erkenntnisse im Biologie-Saal vorgestellt hat. Die Landtagsabgeordneten Tobias Vogt (CDU) und Tayfun Tok (Grüne) sowie Michael Jacobi, Vorsitzender der CDU in Bietigheim, wollten mehr über das Projekt erfahren und mit Schulleiter Claus Stöckle sowie seinem Stellvertreter Harald Schmidt über den Fachkräftemangel diskutieren.

Schüler stellen ihr Projekt vor

Gegen 10 Uhr ging es dann los. Die drei Schüler standen vor der Klasse und den geladenen Politikern, um ihre Ergebnis vorzutragen: Sie erklärten, welche Farben mit welchen Stoffen zu lösen sind und was sich bei ihren Versuchsreihen herausgestellt hat. Auch handwerkliches Geschick mussten die Schüler beweisen: im Technik Unterricht hatten sie eine Holz-Platte hergestellt, an der mehrere Holzrahmen befestigt waren, in welchen die gefärbten Materialien wie etwa Steine eingeschlossen waren. Claus Stöckle fragte daraufhin, ob nicht einige Schüler den Ingenieurs-Beruf anstrebten – Tobias Vogt hingegen erkannte anderes Potenzial: „Wenn ich das so sehe, tummeln sich auch ein paar künftige Handwerker hier“.

Politiker und Schule im Dialog

Angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels gab es noch ein Gespräch mit den Landtagsabgeordneten, bei dem Wünsche und Probleme diskutiert wurden. Auch Michael Rabo, Lehrer der Schule, Janet Stelse, Elternbeiratsvorstand, Verbindungslehrer Manuel Mack sowie zwei Schülervertreterinnen der zehnten Klasse waren mit von der Partie. Tobias Vogt betonte, dass der Fachkräftemangel auch die Klimapolitik betreffe. „Irgendjemand muss die Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern auch bauen – dazu braucht es das Handwerk“, sagte er. Das Problem für den Mangel, findet Vogt, läge an dem Trend zum sozialen Aufstieg über das Studium. Die Ursache dafür sei das vorherrschende Bild in den Familien. „Bei einer Ausbildung heißt es dann oft, dass es für ein Studium nicht gereicht hat“, bedauert er.

Eine Aufwertung der klassischen Ausbildungsberufe im Handwerk müsse her: Er sah die Schulen dabei in der Verantwortung, die Schüler dahingehend zu motivieren. Der Stellvertretende Schulleiter Schmidt betont hingegen, dass die Schüler persönlich und individuell entscheiden müssten, welchen Weg sie einschlagen.

Stöckle meinte, dass festangestellte Berufseinstiegsbegleiter an Schulen, die mehr Zeit und Intensität in die Beratung und Betreuung der Schüler stecken könnten als Lehrer, eine gute Lösung wären und bat die Politiker, das Modell im Landtag zur Diskussion zu bringen.

Tayfun Tok, dessen Mutter aus dem Handwerk kommt und in einer Bäckerei gearbeitet hat, betonte, dass der Migrationshintergrund keine Rolle spiele. Es sei wichtig, das Land fachkräftetechnisch voranzubringen. Abschließend motivierte er die Schülervertreterinnen: „Ihr sollt ausstrahlen, dass das auch euer Land ist – beteiligt euch am Geschehen mit eurem Handwerk.“

 
 
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