Region kontra Stadt bei Gewerbegebietserweiterung in Bönnigheim Unverständnis für Regionalplanung

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Der Planungsausschuss der Region lehnt die städtischen Pläne zur Erweiterung des Gewerbegebiets im Lauffener Feld ab. Foto: Martin Kalb

Sprengstoff bot im Gemeinderat die Entscheidung des Planungsausschusses der Region Stuttgart, die von der Stadt gewünschte Erweiterung des Gewerbegebiets im Lauffener Feld abzulehnen.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ kam es in der Sitzung des Bönnigheimer Gemeinderats am Freitag zu einer lebhaften Diskussion. Anlass war die Haltung der Region zu der von der Stadt gewünschten Erweiterung des Gewerbegebiets im Lauffener Feld.

„Die Position der Stadt war doch schon immer, dass in den regionalen Grünzug eingegriffen wird. Hat die Stadt gegenüber der Region etwas versäumt?“ Gemeinderat Frank Sartorius (FWV/CDU) konnte die Stellungnahme des Planungsausschusses des Verbands Region Stuttgart zum Flächennutzungsplan (FNP) des Gemeindeverwaltungsverbands Bönnigheim, Kirchheim, Erligheim nicht nachvollziehen. Denn ausgerechnet die geplante Erweiterung des Industriegebiets im Lauffener Feld nach Osten wird vom Planungsausschuss weiterhin abgelehnt. Dessen Begründung: Die ausgewiesene Fläche liege in einem regionalen Grünzug, der nicht überbaut werden dürfe (die BZ berichtete).

Falsche Vorgehensweise?

Regionalplaner Thomas Kiwitt habe auch die „völlig falsche Vorgehensweise“ der Stadt Bönnigheim kritisiert und auf der Erweiterung auf der anderen Seite des „Ewigkeitssträßles“ beharrt, so Gemeinderat Frank Müller (FWV/CDU). Bürgermeister Albrecht Dautel wollte den Ball flach halten und abwarten, bis die offizielle Stellungnahme der Region eingetroffen sei. Die einzigen Probleme bei der Ausweisung von neuen Flächen lägen bei der Gewerbegebietserweiterung im Lauffener Feld, dem Drogeriemarkt an der Meimsheimer Straße und der Obsthalle Kirchheim. Zu diesen Themen habe sich die Region bisher immer ablehnend geäußert.

Frank Sartorius (FWV/CDU) vertrat dagegen die städtische Position, die das „Bauverbot“ nicht akzeptiert. Dautel bestätigte, dass die Stadt ihre Position mit dem gewünschten Eingriff auch immer vertreten habe.

Großer Unmut im Rat

„Planer Thomas Kiwitt will der Stadt den schwarzen Peter zuschieben“, vermutete Hans-Martin Jäger (UWG). Beim geplanten Gewerbegebiet an der Autobahnausfahrt Mundelsheim würde die Region einen Eingriff in den regionalen Grünzug sogar befürworten. Seinem Empfinden nach wird der Gemeinderat Bönnigheim seine Meinung nicht ändern. Der Unmut im Rat sei groß.

Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) wies darauf hin, dass die Grünzüge in den Plänen oft nicht mit der Realität übereinstimmen. Sie fragte: „War der Planungsausschuss überhaupt vor Ort?“ Auch Regionalpläne könnten geändert werden.

„Das Regierungspräsidium genehmigt den neuen FNP voraussichtlich ohne neues Gewerbegebiet“, vermutete Bürgermeister Dautel. Die Möglichkeit für ein Zielabweichungsverfahren sei damit nicht ausgeschlossen.

 
 
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