Regiorad im Eichwald – Diskussion geht weiter Stadt bleibt beim Ja für Radstation

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Eine neue Regiorad-Station soll im Gewerbepark Eichwald entstehen. ⇥ Foto: Martin Kalb

Stadträte fordern eine Beteiligung des Zweckverbands Eichwald, Bürgermeister Albrich hat dabei aber keine große Hoffnung.

Die Diskussion um die Regiorad-Station, die im Eichwald entstehen soll, hatte am Montag in der Sitzung des Zweckverbands Eichwald begonnen (die BZ berichtete). Am Donnerstag ging sie im Technischen Ausschuss in Sachsenheim weiter.

Thomas Wörner (GLS), der schon am Montag Wortführer gewesen war, führte aus: „Wir wollen die Station nicht verhindern, im Gegenteil.“ Er finde es nur überraschend, dass Sachsenheim „mit seinen klammen Kassen“ diese Station alleine zahlen soll. Denn alle vier Mitgliedskommunen des Gewerbeparks Eichwald profitierten. Daher solle der Zweckverband die Station beantragen. Das brächte einen weiteren Vorteil: Dann hätten sowohl die Stadt als auch der Zweckverband eine Erststation und könnten zu dieser eine Gegenstation beantragen. Der Eichwald zum Beispiel im nördlichen Teil des Gewerbeparks. Und die Stadt in Kleinsachsenheim. Anträge für Förderung durch den Verband Region Stuttgart (VRS) seien noch kurze Zeit möglich. „Dann wäre das ganze wirtschaftlicher und sinniger.“ Denn worüber sich fast alle einig waren: Je dichter das Netz an Regiorad-Stationen, desto attraktiver wird es. Die Ausführungen Wörners fanden breite Zustimmung im Gremium.

„Keine Bereitschaft“

Sachsenheims Bürgermeister und Zweckverband-Chef Holger Albrich trat aber auf die Euphoriebremse. Nicht weil ihm die Idee von vier Radstationen nicht gefiel. Aber unter den Bürgermeistern im Zweckverband sei das Interesse an einer Station im Eichwald eher gering. Bietigheim setzt aktuell auf eine Gegenstation zum Bahnhof im Zentrum, Oberriexingen hat im Gemeinderat eine Station für die eigene Stadt bereits abgelehnt. „Glauben Sie mir, ich habe es versucht“, sagte Albrich, „da war keine Bereitschaft da, die Kosten mitzutragen. Also stand ich vor der Wahl: Machen wir es alleine oder gar nicht.“ Eine Gegenstation sei nur „folgerichtig“, wenn man vernünftige Nutzerzahlen erreichen möchte.

Auf BZ-Nachfrage sagte er: Er könne die Kollegen erneut ansprechen, erhoffe sich aber wenig davon – zumal alles bis zur Beantragung der Fördergelder in wenigen Wochen über die Bühne gehen müsste. „Ich sehe nicht, dass der Eichwald auf die Schnelle zwei Radstationen beantragt.“ Und es gebe sicher in der Zukunft weitere Fördermöglichkeiten. Die Stadt will auf jeden Fall an der Station festhalten. Eine Zustimmung vom Gemeinderat braucht sie bei Gesamtkosten von rund 25 000 Euro nicht.

Die Kosten legte die Stadt wie folgt dar: Die Einrichtung der drei auf acht Meter großen Fläche hinter dem Breuninger-Gebäude, für die zwei Fahrräder und drei Pedelecs angeschafft werden, kostet einmalig 5000 bis 6000 Euro. Dazu kommen jährliche Betriebskosten von 7500 Euro. Die Hälfte der Kosten übernimmt der VRS. Die Einsparungen für Sachsenheim, wenn der Eichwald die Station übernimmt, seien also nicht allzu groß. Denn als fast 50-prozentiger Teilhaber am Zweckverband müsste Sachsenheim auch dann knapp die Hälfte der Kosten zahlen, sprich pro Jahr rund 1700 statt 3250 Euro.

Stadtrat Hugo Ulmer (CDU) sah die Kosten bei den aktuell geringen Nutzungszahlen (siehe Infobox) grundsätzlich als „nicht gerechtfertigt“ an. Ohnehin glaubt er nicht an den Erfolg des Projekts: „Viele haben doch heute ein eigenes Pedelec oder E-Fahrrad – und das wird noch zunehmen.“ Thomas Feiert als Fachbereichsleiter Technik bezweifelte die Aussage und fügte an: „Selbst wenn man ein eigenes Pedelec habe, wolle man damit nicht unbedingt zur Arbeit fahren, da es oft keine sicheren Abstellmöglichkeiten wie Fahrradboxen gebe. „Ich glaube, dass es schon Potenzial gibt.“ Und Stadträtin Angela Brüx fügte an: „Regiorad ist dazu da, die letzten Meilen zu absolvieren“, und sei daher vor allem für Bahnpendler attraktiv. „Ich kriege mein eigenes Fahrrad zur Rush Hour gar nicht mit im Zug.“⇥

 
 
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