Rehazentrum in Bietigheim-Bissingen im Teil-Lockdown Auch Reha Hess zieht gegen die Schließung vor Gericht

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„Für euch da“ gilt im Rehazentrum Hess zumindest für die therapeutische Behandlung auf Rezept. Inhaber Milko Hess (auf dem Foto mit Jutta und Kim Hess) ist das zu wenig. ⇥ Foto: red

Inhaber Milko Hess berichtet von Kunden, die wieder vermehrt Beschwerden aufweisen, weil sie nicht trainieren.

Der Unmut bei den Unternehmern über die Stilllegung ihrer Betriebe häuft sich – auch wegen sinkender Inzidenzzahlen. Das Bietigheim-Bissinger Reha-Zentrum Hess hat nun Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg in Mannheim eingereicht. Das bestätigt Inhaber Milko Hess auf BZ-Nachfrage. „Die Gesundheit fällt hintenrunter“, kritisiert er und fordert: Gesundheitssport muss auch ohne Rezept wieder möglich sein.

„Wir sind kein klassisches Fitnessstudio, sondern ein medizinisches Trainingszentrum“, gibt Hess zu bedenken. Und die Kassenrezepte, die die Ärzte verschreiben können, seien nun mal endlich. Zwar könnten die Kunden sich auch Privatrezepte ausstellen lassen, es braucht aber immer eine Diagnose des Arztes. „Es gibt viele, die das nicht wollen – auch weil sie aktuell nicht zum Arzt gehen möchten“, meint Hess. Sie hätten unter anderem Angst, sich dort zu infizieren. „Wir haben aber Patienten, die hatten eine Operation oder haben ein Rückenleiden.“ Für die sei regelmäßiges und dauerhaftes Training wichtig.

Am Mittwoch hat Hess deshalb per Eilantrag Klage gegen das Land Baden-Württemberg auf Öffnung des Therapie- und Trainingszentrums eingereicht. Mit einer Antwort rechnet er am 25. Februar. „Wir rechnen uns gute Chancen aus, sagt er mit Blick auf die zuletzt stark fallenden Corona-Neuinfektionen im Kreis.

Patienten mit Beschwerden

Rund ein Viertel des Gesamtumsatzes mache im Rehazentrum der privat bezahlte Bereich aus. Die Existenz von Hess stehe also nicht auf dem Spiel. „Wir gehören noch zu den Privilegierten, dürfen in der Tagesklinik und über Heilmittel arbeiten. Und da sind wir auch glücklich drüber“, betont Hess. Aber das reiche nicht: „Ich habe Patienten, zum Beispiel mit einem Bandscheibenvorfall oder einer neuen Hüfte die maximale Beschwerdebilder bekommen haben, weil sie nicht mehr trainieren.“

Zudem seien aktuell 12 Mitarbeiter, die durch die teilweise Schließung in Kurzarbeit sind. „Um die kämpfe ich auch“, betont Hess. Für die Sicherheit der Patienten habe das Unternehmen zudem viel getan. „Wir haben Luftfilter, das sind viele Tausend Euro, die wir investiert haben. Dazu gibt es ein Lüftungskonzept Und ich weiß, dass sich bisher in unserem Zentrum keiner angesteckt hat.“

 
 
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