Relegation zur Verbandsliga Der FV Löchgau scheitert wieder in der Relegation

Von Niklas Braiger
Enttäuschte Gesichter und hängende Köpfe: Mouhamad Gueye und fer FV Löchgau scheitern an Empfingen. Foto: Britsch/Baumann

Schon 2024/25 reichte es für den FVL nicht in den Entscheidungsspielen. In diesem Jahr gibt es ein 0:2 gegen die SG Empfingen.

Wie schon in der Vorsaison will es nicht gelingen. Der FV Löchgau scheitert erneut in der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga und muss sich mit 0:2 der SG Empfingen geschlagen geben. Dabei kochen nach Spielende die Emotionen hoch. Schon während der Partie sehen Janis Feufel und Lukas Mann die Gelb-Rote Karte, hinzu kommt ein Platzverweis gegen die Bank des FVL. Nach Abpfiff bekommt auch Ivanilson Guerra Matias die Ampelkarte gezeigt, Mladen Panic sieht von Schiedsrichter Benjamin Schmid sogar Glatt Rot.

„Da kochen die Emotionen hoch, da wird sich beschuldigt. Der Frust sitzt tief“, erklärt Löchgaus Coach Markus Lang nach der Partie, will die Streitigkeiten allerdings nicht weiter ausführen. Dabei startet seine Mannschaft gut in die Partie. „Wir haben es verpasst, in den ersten 15, 20 Minuten das Führungstor zu erzielen“, schildert Lang. Denn Youngster Mouhamad Gueye hat nach sechs Minuten den ersten Hochkaräter auf dem Fuß, wird im Sechzehner aber noch gestört, kommt zu Fall und setzt den Abschluss nur am Kasten vorbei. Einen Strafstoß bekommen die Hausherren nicht zugesprochen. „Wenn ich zehn Meter vor dem Tor bin, will ich abschließen“, sagt der ehemalige Stürmer Lang.

Löchgauer Spiel mit dem Feuer

Drei Zeigerumdrehungen später bringt Peter Wiens eine Hereingabe ins Zentrum, Mario Andric verpasst es aber, aus kürzester Distanz das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0 zu erzielen. Sein Schüsschen trudelt auf der Linie und wird dort von der SGE noch geklärt. In der Anfangsphase bleibt Löchgau weiterhin aktiver, nach rund 20 Minuten sind die Gäste dann aber auch voll und ganz in der Begegnung angekommen. Sergen Erdem trifft nur den Pfosten mit einem cleveren Schuss auf das kurze Eck von FVL-Keeper Leon Dobler, der den Abpraller vor Pascal Schoch sicher unter sich begräbt. Der Alu-Treffer ist ein Warnschuss für die Lokalmatadoren, die im Gustav-Siegle Stadion in Besigheim deutlich den Fansupport auf der eigenen Seite hat.

„Dann hat das Spiel eine Wende genommen, das Tor hat sich herauskristallisiert“, weiß auch Lang. Denn während sich seine Mannschaft nun immer häufiger einfache Fehler im Aufbauspiel leistet, bleiben die Empfinger tadellos. Eine saubere flache Hereingabe unmittelbar vor dem Pausenpfiff landet zwischen den beiden FVL-Innenverteidigern und genau auf dem Fuß von Schoch, der zum 1:0 einschiebt (44.).

Frische Kräfte, kaum Wirkung

Zur Pause reagiert Lang, bringt mit Panic und Tim Schwara neue Kräfte für den unter der Woche erkrankten Benjamin Hamann und den bis dahin schwachen Andric. Wirkung zeigt das jedoch nicht. Empfingen scheint nun Blut geleckt zu haben, erst verpasst Schoch, Philipp Kress’ Abschluss aus der Distanz streicht dann knapp über den Querbalken (48.). Guerra Matias und Gueye arbeiten zwar weiter als Aktivposten bei den „Roten“ – die am Mittwochabend in Grau antreten – auf den Flügeln, bekommen aber zu wenig Hilfe von den Mitspielern im Zentrum.

Als dann Feufel, der gerade erst aus einer Sperre zurückgekommen ist, in der 77. Minute auch noch den ersten Platzverweis der Partie wegen eines Stoßen in den Rücken kassiert, wird die Lage immer misslicher – doch Löchgau gibt sich nicht auf. Jens Krieger schickt die Partie beinahe in die Verlängerung, sein Schlenzer trifft aber nur die Latte. Den nachfolgenden Kopfball bringt Lukas Bittner zu zentral auf den SGE-Kasten. So schaukeln sich die Emotionen immer weiter hoch, der FVL wirkt frustriert. Auch Mann fliegt mit Ablauf der regulären Spielzeit vom Platz, zudem muss ein Betreuer der Löchgauer die Bank räumen. In der achtminütigen Nachspielzeit macht Schoch dann alles klar. Die doppelte Überzahl nutzt die SGE eiskalt aus, spielen ein Drei-gegen-eins gegen Kapitän Komninos Delkos sauber aus und der Mittelstürmer der Gäste belohnt sich mit dem verdienten 2:0 (90+6.). Schon in der Folge gerät Guerra Matias mit einem Empfinger aneinander, beide sehen gelb. Nach Abpfiff brennen dann die Sicherungen durch. Am Mittelkreis entsteht eine Spielertraube, aus der der Löchgauer und Mannschaftskollege Panic ebenfalls mit einem Platzverweis gehen.

Auch Köngen ist weiter

„Wir hatten ein, zwei Spieler auf dem Platz, die ihr Limit heute nicht abrufen konnten“, kritisiert Lang nach der Partie und spielt damit unter anderem auf Stürmer Furkan Yumurtaoglu an, der die gesamte Partie über blass bleibt. So verpasst es der FVL, in die zweite Relegationsrunde einzuziehen und am Wochenende ein Duell mit dem TSV Köngen zu haben. Stattdessen ist es Empfingen, die am Samstag auf die Neckartäler treffen.

Löchgau – Empfingen 0:2 (0:1)
FV Löchgau: Dobler – Krieger, Feufel, Mann, Hamann (46. Panic)– Guerra Matias, Wiens, Delkos, Gueye (83. Bittner) – Yumurtaoglu (63. Aras), Andric (46. Schwara). SG Empfingen: Fritz – Nico Rebmann (80. Ramic), Schlecht, Dennis Rebmann, Scheurenbrand – Wössner (90+2. Mihic), Schüssler, Erdem, Göttler (89. Tittjung) – Schoch (90+8. Zug), Kress (73. Bozicevic). Tore: 0:1 Schoch (44.), 0:2 Schoch (90+6.).Gelb-Rote Karte: Feufel (77./FVL) Mann (90./FVL), Guerra Matias (90+8./FVL). Rote Karte: Panic (90+8./FVL). Schiedsrichter: Benjamin Schmidt. Zuschauer: 645.

 
 
- Anzeige -