Riesen beim Final Four in Bilbao Bereit für den großen Wurf

Von Andreas Eberle
Jonah Radebaugh und die Riesen Ludwigsburg wollen mit einem Triumph in der Champions League Basketball-Geschichte schreiben. ⇥⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Riesen kämpfen in Bilbao beim Final Four der Champions League um ihren ersten internationalen Titel – und ein Preisgeld von einer Million Euro.

Für das schönste Bonmot im Vorfeld des Champions-League-Finalturniers hat Alexander Reil gesorgt. „Bilbao ist eine wunderschöne Stadt, aber wir fahren dort nicht für eine Stadtbesichtigung hin. Wenn wir unter den letzten Vier sind, dann wollen wir auch den Titel gewinnen“, sagte der Vorsitzende der MHP Riesen Ludwigsburg mit Blick auf das Final Four im Baskenland. Dort können die Korbjäger aus der Barockstadt am Wochenende Basketball-Geschichte schreiben. Nur zwei Siege trennen die Riesen vom ersten internationalen Triumph der Vereinshistorie. An diesem Freitag (21 Uhr/Live auf Magenta Sport) treffen sie im Halbfinale auf das spanische Überraschungsteam von BAXI Manresa. Zuvor spielen ab 18 Uhr Lenovo Tenerife (ebenfalls Spanien) und Hapoel U-Net Holon aus Israel den anderen Finalisten aus. Das Endspiel findet am Sonntag um 20 Uhr statt, das Duell um Platz drei ist auf 17 Uhr terminiert.

„Wir wissen, was da auf uns zukommt. Für uns ist es ein toller Erfolg, so weit gekommen zu sein. Trotzdem wollen wir das bestmögliche Ergebnis erzielen, zwei Spiele und den Titel gewinnen“, stellt Reil fest. Im Hinterkopf wird der Riesen-Boss dabei auch das Preisgeld haben, das der ausrichtende Verband FIBA Europa auslobt: Der Sieger erhält eine Million Euro. So ein Geldsegen würde dem aktuellen Bundesliga-Fünften bei der Kaderplanung für die neue Saison zusätzliche Spielräume eröffnen – etwa auch für die Gespräche mit den Stars Jonah Radebaugh oder Justin Simon, die von der Konkurrenz heiß umworben sind.

Letzte deutsche Titelhoffnung

Nach dem Aus des FC Bayern München am Dienstag in der Euroleague sind die Schwaben die letzte deutsche Mannschaft, die noch eine internationale Trophäe holen kann. 2018 war Ludwigsburg schon einmal beim Showdown in der Champions League vertreten. Vor fast genau vier Jahren scheiterte ein ersatzgeschwächtes Riesen-Ensemble in Athen im Halbfinale. Eine 65:87-Pleite gegen Monaco ließ damals den Traum vom Titel platzen. Diesmal sind die Riesen, die bereits am Mittwoch per Direktflug von Stuttgart nach Bilbao gereist sind, personell wesentlich besser bestückt. Zwar wird Coach John Patrick nicht müde, nach der Ochsentour der vergangenen Wochen auf die Müdigkeit seiner Profis hinzuweisen – innerhalb von 56 Tagen hatten diese 19 Partien in der  BBL sowie der Champions League zu bestreiten. Doch beim Saisonhöhepunkt werden die Ludwigsburger nun gewiss noch mal alle Kräfte für den großen Wurf mobilisieren.

„Wir müssen die Belastung überwinden, damit wir am Freitag unseren besten Basketball spielen können,“ sagt Patrick und hebt die Bedeutung des Turniers hervor: „Für jeden Spieler und jedes Staff-Mitglied ist das eine große Karrierechance.“

Bei der Generalprobe am Sonntag waren die Riesen von ihrem besten Basketball noch weit entfernt: Nach einem unkonzentrierten Heimauftritt unterlagen sie Oldenburg mit 86:102. Womöglich waren die Patrick-Schützlinge da auch schon mit dem Kopf in Bilbao – natürlich bei ihrer sportlichen Mission. Denn wie Reil schon richtigerweise feststellte: Zum Sightseeing ist das Team nicht vor Ort, so schön die Stadt im spanischen Norden auch ist. 

Info Das gesamte Final Four der Champions League in Bilbao ist live und kostenlos beim Streamingdienst Magenta Sport zu sehen.

 
 
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