Riesen feiern 86:83-Zittersieg gegen Bamberg Favorit wackelt, aber er fällt nicht

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Kollektive Erleichterung: Die Riesen-Spieler und ihr Trainer John Patrick bejubeln den zweiten Sieg gegen Bamberg. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Riesen Ludwigsburg zittern sich im zweiten Viertelfinalduell gegen Bamberg zu einem 86:83-Sieg.

Zweites Spiel, zweiter Sieg – die MHP Riesen Ludwigsburg bleiben auch in den Playoffs auf Kurs. Allerdings mussten sie am Freitagabend bei ihrem 86:83-Heimerfolg über Brose Bamberg bis zum Schluss zittern. Keine Frage: Das zweite Viertelfinalduell gegen die diesmal viel mutiger und aggressiver agierenden Oberfranken hätte auch andersherum ausgehen können. Zum Matchwinner avancierte MVP Jaleen Smith, der beim Stand von 83:83 nach einem Ballverlust der Gäste durchstartete und den Ball zehn Sekunden vor Spielende in den Korb stopfte. „Wir waren in den letzten 90 Sekunden dominant. Deshalb kann ich mich nicht beschweren“, sagte Trainer John Patrick.

Nun können seine Riesen bereits am Sonntag (15 Uhr) die Best-of-Five-Serie für sich entscheiden und vorzeitig ins Halbfinale einziehen – mit einem weiteren Erfolg in der dritten Begegnung, die dann erstmals im Oberfränkischen steigt. Für die nächste Runde bahnt sich das allseits erwartete Kräftemessen zwischen dem Hauptrunden-Triumphator Ludwigsburg und dem Topfavoriten FC Bayern München an. Denn auch der Euroleague- Teilnehmer von der Isar hat sich in seiner Serie gegen Crailsheim bisher keine Blöße gegeben und liegt mit zwei Siegen vorne.

Das Riesen-Aufgebot blieb zwar unverändert. Jacob Patrick bekam jedoch keine Einsatzzeit – der 17-jährige Youngster klagte vor dem Spiel über Bauchschmerzen. „Er hat wohl etwas Falsches gegessen“, klärte sein Vater und Coach John Patrick auf. Abgesehen vom Personal war vieles anders als im Auftaktspiel, das Ludwigsburg klar mit 83:69 gewonnen hatte: Es ging auf dem Feld viel enger, viel intensiver, viel emotionaler zu. Immerhin verpatzten die Mannen in Gelb diesmal die Anfangsphase nicht und gingen mit einer 24:16-Führung aus den ersten zehn Minuten – und nicht mit einem Vier-Punkte-Rückstand wie zwei Tage zuvor. Schon nach acht Minuten hatte Jordan Hulls seine miese Trefferbilanz aus Spiel eins – nur ein Dreier bei neun Versuchen – zurechtgerückt und zweimal aus der Distanz getroffen. Auf der Gegenseite lief Center David Kravish heiß und markierte neun Zähler – zwei mehr als am Mittwoch im gesamten Spiel. Am Ende war der US-Amerikaner mit 17 Punkten der beste Werfer der Gäste. Bei Ludwigsburg wurde diese Ehre Jamel McLean (21 Punkte) zuteil

Im Gegensatz zum Serienauftakt ließen sich die Gäste nicht so leicht abschütteln, was auch an der anfangs schwachen Dreierquote der Schwaben lag. Ausgerechnet Smith, der zwei Tage zuvor noch Ludwigsburgs Topscorer war, zielte zunächst ähnlich schlecht wie Hulls zwei Tage davor. Hulls und Jonas Wohlfarth-Bottermann mit einem Dunking produzierten nach einem 39:36-Zwischenstand noch ein ordentliches Sieben-Punkte-Polster zur Halbzeitpause (43:36).

Smith wird zum Matchwinner

In der zweiten Hälfte wurde es aber kritisch für die Hausherren. Bamberg wendete das Blatt und lag mit 52:48 (24.) vorne. Die drei Dreier in Folge von Hulls (2) und Smith verhinderten Schlimmeres, doch plötzlich wackelte der Favorit. Die Führung wechselte ständig hin und her. In der Schlussphase waren Nervenstärke und der Beistand Fortunas gefragt. Die Oberfranken witterten ihre Chance und führten in der Crunchtime zweimal mit sechs Zählern, zuletzt mit 83:77 exakt 128 Sekunden vor Schluss. Jetzt mobilisierten die Riesen die letzten Reserven und wendeten das Unheil noch ab. Auch, weil Point Guard Smith mit drei Freiwürfen und seinem finalen Treffer wieder mal zeigte, warum er als wertvollster Spieler der Liga ausgezeichnet wurde.

 
 
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