Riesen Ludwigsburg schlagen Ulm knapp Smith entscheidet packendes Derby

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Vorher war er fast abgetaucht, doch als es zählte, war Jaleen Smith mit dem entscheidenden Dreier zur Stelle. ⇥ Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

Der Bundesliga-Spitzenreiter Riesen Ludwigsburg gewinnt das Duell mit Ratiopharm Ulm. Doch bis zum Schluss ist es beim knappen 83:77-Erfolg für die Gäste eine echte Zitterpartie.

In einer intensiven und bis zum Ende spannenden Partie hat sich der Bundesliga-Spitzenreiter Riesen Ludwigsburg am Samstagabend mit 83:77 im Derby gegen Ratiopharm Ulm durchgesetzt.

Zunächst prägten die Defensivreihen auf beiden Seiten die Partien. Fast zwei Minuten mussten die Hausherren, die zuletzt krachend mit 77:92 beim Schlusslicht Rasta Vechta verloren hatten, auf ihre ersten Punkte warten. Neuzugang Cameron Clark traf zum 3:0. Der Gegner aus Ludwigsburg, der sich ähnlich offensivschwach präsentierte wie schon zuletzt bei der 58:68-Niederlage gegen Crailsheim, musste sich sogar viereinhalb Minuten gedulden, bis Desi Rodriguez zum Stand von 8:3 das erste Mal für die Riesen punktete.

Erst der Schachzug von Riesen-Coach John Patrick, fünf Guards auf einen Schlag aufs Parkett zu schicken, brachte die Offensive der Ludwigsburger etwas in Schwung. Angetrieben von Rodriguez, der offensichtlich langsam auftaut, kamen die Riesen wieder heran und lagen beim Stand 14:15 am Ende des ersten Viertels sogar das erste Mal in Front.

Im zweiten Viertel kam Ulm immer besser mit der ungewöhnlichen kleinen Formation der Ludwigsburger zurecht und setzte sich mit einem 5:0-Lauf schnell auf 19:15 ab. Auch weil die sonstigen Stützen Jordan Hulls und MVP-Kandidat Jaleen Smith wie schon gegen Crailsheim einen schwachen Tag erwischten, wirkte Ulm gegen den Spitzenreiter auch von der Körpersprache deutlich präsenter. Zwar verlegen sich die Klubs im letzten Saisondrittel traditionell eher aufs Verteidigen, weshalb kurz vor den Playoffs in der Regel weniger Punkte erzielt werden, zur Wahrheit gehört aber auch, dass die magere Trefferquote im 30-Prozent-Bereich in der ersten Halbzeit bei beiden Teams auch mächtig zu wünschen übrig ließ. Mit einem knappen 39:33-Vorsprung gingen die Hausherren in die Halbzeit.

Und auch nach dem Wechsel blieb es eine offene Partie mit zunächst leichten Vorteilen für die Ludwigsburger. Nach einem schönen Dreier von Smith zum 43:43 nach 24 Spielminuten waren die Riesen plötzlich wieder dran. Doch die darauffolgende Auszeit der Ulmer brachte das Patrick-Team wieder etwas aus dem Tritt, sodass sich der Tabellensechste wieder auf 51:43 absetzen konnte. Die Gäste taten sich gegen die gut stehende Ulmer Abwehr weiterhin sehr schwer, überhaupt zu Abschlüssen zu kommen. Das Resultat: Mit einem 58:54 für Ulm ging es ins Schlussviertel.

Hulls dreht spät auf

Dort hatten die Riesen zunächst das Momentum auf ihrer Seite. Genau acht Minuten vor dem Ende traf Hulls zum 59:58 für die Ludwigsburger – es war die erste Gästeführung seit Langem. Danach wechselte die Führung mit jedem Angriff. Sechs Minuten vor Schluss lag Ulm mit 66:63 in Front, sodass John Patrick noch einmal seinen Auszeitjoker ziehen musste. Riesenglück hatte der Bundesliga-Primus, als Smith in der 35. Minute einen Ball in die Hände von Thomas Klepeisz spielte, der die Hundertprozentige jedoch liegen ließ. Auf der Gegenseite traf dagegen der auffällige Yorman Polas Bartolo zum knappen 67:66 für seine Farben.

In der Schlussphase war es dann einmal mehr Hulls, der Verantwortung übernahm und mit zwei Dreiern in Serie die Riesen mit 76:75 in Führung brachte. Schon im Hinspiel war Hulls der entscheidende Mann, als der US-Amerikaner per Buzzerbeater die Partie entschieden hatte, Ein dicker Bock von Troy Caupain, der 50 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 77:78 den Ball durch die Hände gleiten und ins Seitenaus fallen ließ, brachte die Riesen überraschend wieder in Ballbesitz, den Smith per Dreier zum 77:81 zur Entscheidung nutzte. Den Schlusspunkt setzte Polas Bartolo mit einem Korbleger zum umjubelten 83:77-Derbysieg für den Tabellenführer.

Nur lobende Worte hatten Desi Rodriguez und John Patrick nach dem Spiel für ihren Matchwinner Smith übrig: „Jaleen hat das Selbstvertrauen, den entscheidenden Wurf zu nehmen. Er spielt seit Saisonbeginn sehr stark, daher kommt wohl dieses Selbstvertrauen“, so Rodriguez. Und Patrick schlug in die gleiche Kerbe: „Jaleen ist seht stabil. Er hat zwar nur eine durchschnittliche erste Hälfte gespielt, aber irgendwann kommt er immer.“

 
 
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