Bei der Anfang Juni im bayerischen Elsenfeld ausgetragenen Deutschen Meisterschaft im Ringen hat Timur Demir den Wettbewerb im griechisch-römischen Stil in seiner Gewichtsklasse (bis 63 Kilogramm) dominiert. Der erst 17-Jährige war im Vorjahr bereits Dritter geworden und ließ diesmal seinen Gegnern auf der Matte keine Chance. „Ich bin nicht wirklich in Bedrängnis gekommen und war in allen Kämpfen klar überlegen“, schildert Demir selbstbewusst. Dass er derzeit seinen kompletten Fokus auf das Ringen setzen kann, zahlt sich nun aus.
Ringen Timur Demir startet durch
Der 17-jährige Ringer aus Bietigheim hat die Deutsche Meisterschaft in seiner Gewichtsklasse gewonnen und macht derzeit immense Fortschritte.
Ringer in dritter Generation
Das Talent fürs Ringen wurde Timur Demir praktisch in die Wiege gelegt. Schon sein Großvater und auch sein Vater waren aktive Ringer. Als kleiner Junge begann er zunächst mit Judo. Doch als er seinen Vater Yasar Demir ins Training beim SV Fellbach begleitete und sich gegen Gleichaltrige versuchte, war schnell klar, dass auch er Ringer werden will. „Ich bin einmal ins Training mitgefahren und habe bei einem Anfängerturnier direkt alles gewonnen“, erzählt Demir schmunzelnd.
In der D- und C-Jugend war der Bietigheimer auch noch im Freistil aktiv. „Aber ich stand immer zu aufrecht und habe so zu viel Angriffsfläche am Unterkörper preisgeben“, erklärt Demir. Der Wechsel in den griechisch-römischen Stil, bei dem Angriffe unterhalb der Gürtellinie nicht erlaubt sind, lag auf der Hand.
Im Jahr 2021 sorgte er als erst 13-Jähriger mit dem Gewinn der deutschen B-Jugend-Meisterschaft erstmals in einem bundesweiten Wettbewerb für Furore. Nach der A-Jugend verließ er seinen Heimatverein, den SV Fellbach und wechselte zum ASV Mainz 88. Dort konnte er im Alter von 16 Jahren Einsätze in der Bundesliga-Mannschaft der Mainzer verzeichnen. Doch es war keine leichte Zeit für den Greco-Ringer, der noch die Schulbank drückte.
„Das war immer richtig stressig für mich“, sagt er über den Spagat zwischen Schule und Leistungssport. „Weil ich oft auch Mittagsschule hatte und trotzdem zweimal in der Woche nach Mainz ins Training gefahren bin. Dann bin ich erst gegen elf Uhr abends wieder zu Hause gewesen und mein Wecker hat schon wieder um 6.30 Uhr geklingelt.“
Wechsel nach Schorndorf
Die Schule hat Demir bereits im letzten Jahr abgeschlossen. Und ab September ringt der 17-Jährige für den ASV Schorndorf in der Bundesliga in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm. Derzeit setzt er voll aufs Ringen und erntet gerade die Früchte seiner harten Trainingsarbeit: „Ich habe mein Trainingspensum im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und merke, dass ich enorme Fortschritte gemacht habe. Meine Techniken habe ich verfeinert und bin fokussierter als noch vor einem Jahr.“
Das sei auch ein wesentlicher Grund für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft gewesen, sagt Demir. In Elsenfeld war er in allen Kämpfen klar überlegen. Der Auftaktkampf gegen Raphael Trautwein war bereits nach dreißig Sekunden gewonnen. Auch gegen Felix Weingart siegte Demir durch technische Überlegenheit vorzeitig. Nur im Halbfinale gegen Fabian Osman Meier gab der Bietigheimer zwei Wertungspunkte ab, zog aber durch einen 3:1-Punktsieg (9:2) klar ins Finale ein, das er gegen Denis Ghenescu wieder durch technische Überlegenheit gewinnen konnte.
„Ich bin schon heiß auf die Bundesliga-Saison mit Schorndorf und freue mich besonders auf die Kämpfe gegen ausländische Ringer“, betont Timur Demir. „Ich will Erfahrung sammeln, Siege holen und fokussiert ringen.“
