Römerhaus Walheim Römer in Aktion: Geschichte zum Mitmachen

Von Dietmar Bastian
Die Besucher, vor allem Kinder durften im originalgetreuen Römerlager mit exerzieren. Foto: /Oliver Bürkle

 Im Römerhaus Walheim fand ein Thementag zum Alltag der Legionäre statt.

„Wer die Vergangenheit vergisst, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“, sagte einst der frühere FDP-Politiker Hans-Dietrich Genscher. Damit Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, braucht es eine lebendige Erinnerungskultur. Genau das war am vergangenen Sonntag beim Thementag „Römer in Aktion“ im Römerhaus Walheim zu erleben.

Grenzwache zeigt das Leben am Limes

Der Förderverein hatte dazu die befreundete Welzheimer Römergruppe „Numerus Brittonum“ eingeladen. Gemeinsam brachten die Akteure den zahlreichen großen und kleinen Besuchern das Leben entlang des Neckar-Limes näher – jener Grenzwache des Römischen Reiches im Südwesten Deutschlands.

Begrüßt wurden die Gäste von „Maximus Primus“, einem „Miles“, also einem einfachen Legionär in originalgetreuer Gewandung. Der „Wahl-Römer“ gehört der Welzheimer Gruppe an und widmet einen großen Teil seiner Freizeit der Darstellung römischer Geschichte. „Das, was wir von Asterix und Obelix kennen, stellt nicht die Realität dar“, erklärte er. „Die Römer waren extrem gut organisiert und bestimmt keine Waschlappen, die vor Galliern Angst hatten – trotz Zaubertranks.“

Auf dem Gelände des Römerhauses gab es viel zu entdecken. Neben dem geöffneten Freilichtmuseum präsentierten verschiedene Stände römische Handwerkskunst und Mitmachangebote. Auf der Wiese nebenan war ein originalgetreues Römerlager aufgebaut. Dort fanden Weihezeremonien, öffentliche Exerzierübungen und Erklärungen zur Ausrüstung der Legionäre statt – mutige Besucher durften dabei sogar selbst mitmachen.

Aktionen für Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt

Auch Kinder kamen auf ihre Kosten: Unter Anleitung bastelten sie eine „Mola Rotunda“, ein römisches Gesellschaftsspiel. An weiteren Tischen entstanden aus gebrannten Tonperlen sogenannte „Melonenperlen“-Ketten und dekorativer Schmuck für Pferdegeschirre.

Geschicklichkeit war beim Spiel „Ludus Delta“ gefragt, während ein Marktstand Lederarbeiten, Öllampen und römisches Kinderspielzeug anbot. Ein vom Förderverein in Auftrag gegebener Videofilm versetzte die Zuschauer zudem eindrucksvoll zurück in das zweite und dritte Jahrhundert nach Christus – jene Zeit, als die Römer das Leben südlich des Neckars prägten. Dass Geschichte keineswegs trocken sein muss, wurde an diesem Tag spürbar. Gerade Kinder und Jugendliche stehen deshalb für Markus Lorch, den Vorsitzenden des Fördervereins, im Mittelpunkt der Arbeit: „Nicht Historiker sind unsere wichtigste Zielgruppe, sondern junge Menschen, die wir begeistern und zum Entdecken anregen wollen.“

Dazu sollen auch die kommenden Veranstaltungen beitragen: Vom 23. Mai bis 16. August wird im Römerhaus die Sonderausstellung „Kleider machen Römer“ gezeigt, die sich vor allem an Erwachsene richtet. Für den 3. Oktober ist zudem bereits ein großer Familientag mit Puzzles, Fühlkästen und Rätseln für alle Altersgruppen geplant. Dietmar Bastian

 
 
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