Nachdem das Voltigierturnier im letzten Jahr leider kurzfristig abgesagt werden musste, stand nun das Wochenende im Reiterverein Bietigheim-Bissingen erneut ganz im Zeichen der Akrobaten des Pferdesports. Neben dem Einzelvoltigieren und den Gruppen-Prüfungen J und L wurde vor allem die Gruppen-Prüfung M mit großer Spannung erwartet.
RV Bietigheim-Bissingen Bietigheim I als strahlender Sieger
Die Bietigheimer gewannen nicht nur die Team-Wertung der Gruppe M, Lilly Bachmann erhielt auch den Sonderpreis für die beste Pflicht.
Es ist bereits das achte Voltigierturnier auf dem weitläufigen Gelände des Reitervereins Bietigheim-Bissingen, und es war auch in diesem Jahr wieder gut besucht. Neben dem WBO-Bereich am Sonntag zogen vor allem die LPO-Prüfungen am Samstag interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer in die Reithalle.
Einzelprüfung Junior muss komplett entfallen
Von den knapp 60 Nennungen bei insgesamt 300 Voltigierern gab es allerdings krankheitsbedingt einige Ausfälle, sodass schließlich nur noch 50 Nennungen übrig blieben und die Prüfung Nummer neun, das Einzel LK Junior am Samstagvormittag, ausfiel. Turnierleiterin Berenike Klösch bedauerte die rückläufigen Zahlen: „So wird es natürlich auch eine immer größere Frage des Aufwands und des Nutzens“.
Bei den Junior-Gruppen trat nur das Team Pegasus-Mühlacker an und mit einer Wertnote von 5,750 landeten die sechs Mädchen daher auf dem ersten Platz. Bewertet wurden Schwierigkeit und Ausführung. Der Blick richtete sich zusätzlich auf die Gestaltung, aber auch auf die Harmonie mit dem Voltigierpferd: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung sowie eine aktive Hinterhand waren gewünscht. Mit großer Spannung wurde die Prüfung Nummer zwei, die M-Gruppen, erwartet, trat hier doch mit dem Team Bietigheim I auch der gastgebende Verein mit an. Den Anfang machte aber das Team Winnenden I mit ihrem Wallach Urmel aus dem Ei. Insgesamt sieben Übungen mussten im Pflichtteil gezeigt werden: Aufsprung, Grundsitz, Fahne, Mühle, Schere, Stehen und die Flanke mit Abgang nach innen.
Ganz besondere Konzentration erforderte dabei das freie Stehen auf dem galoppierenden Pferd, denn vier Sprünge muss diese statische Figur gehalten werden, was nicht allen auf dem schwingenden Pferderücken gelang.
Präzise achteten die Richterinnen und Richter auf die Erfüllung der Kriterien der teilnehmenden M-Gruppen – das war neben Bietigheim I noch das Team Krumbach. Ihr Wallach Socarron machte ordentlich Tempo, bestach aber trotzdem durch seine ruhige Galoppade. Ambrosiushofs Boniface, kurz Bo genannt, präsentierte sich dagegen zuerst deutlich nervöser, aber der routinierten Longenführerin Carolin Böhm-Frings gelang es schnell, ihn zu beruhigen: „Er ist leider bodenscheu, was bedeutet, dass viel Beziehungsarbeit erforderlich ist“, charakterisierte sie den 10-jährigen Wallach.
Den Winter über viel geübt hat das Team Bietigheim I mit ihrem vierbeinigen Partner. Dieser musste einspringen, nachdem Comic 2024 leider viel zu früh an einer Kolik verstorben war.
Inzwischen hat Bo sich zu einem verlässlichen Voltigierpferd entwickelt. Brav drehte er sowohl während des Pflichtteils als auch in der Kür seine Runden. Letztere war in diesem Jahr auf einer Variante des Liedes „Toxic“ von Britney Spears aufgebaut, was das Team aufgrund der neuen tiefgrünen Anzüge als passend empfand.
Team Bietigheim I überzeugt mit Pflicht und Kür
Strahlender Sieger mit einer Wertnote von 6,321 wurde das Team Bietigheim I, das sowohl im Pflichtteil als auch in der Kür die Richterinnen und Richter völlig überzeugte. Richterin Ute Lockert äußerte sich schon direkt nach der M-Prüfung begeistert: „Wie weich sie voltigiert haben und wie harmonisch sie mit ihrem Pferd zusammengearbeitet haben, hat mir sehr gut gefallen. Meinen großen Respekt dafür“, lobte sie. Zusätzlich ging auch der Sonderpreis für die beste Pflicht an Lilly Bachmann vom Team Bietigheim I, mit einer Wertnote von 6,675.
