Der Grundkonsens ist eigentlich klar – die Sachsenheimer möchten eine Zukunft mit erneuerbaren Energieformen, auch Windkraft und Sonnenenergie gehören dazu. Für die Befürworter ist daher der geplante Energiepark Alleenfeld eine gute Sache – zwei Windräder mit dazugehörender Freiflächen-Photovoltaikanlage und Batteriespeicher würden die Stadt künftig autark von Energieanbietern von außerhalb und auch ein Stück weit vom weltweiten Energiemarkt machen.
Sachsenheim 16 Seiten über ein emotionales Thema
Die Stadtverwaltung hat eine Bürgerbroschüre aufgelegt, die sich mit dem geplanten Energiepark Alleenfeld beschäftigt und das Vorhaben aus allen Blickwinkeln beleuchtet.
Platz für Befürworter und Gegner
Gegner des Vorhabens stören sich jedoch an der Wahl des Standorts, befürchten zudem eine Verschandelung des Landschaftsbilds und eine Gefährdung der Tierwelt sowie Raubbau an der Natur. Dass dieses Thema emotional geführt wird, wie derzeit kaum ein anderes in der Stadt, verwundert da nicht weiter. Nun wird es am 1. Februar zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte Sachsenheims kommen, und damit die Bürger im Vorfeld optimal informiert werden, über was sie dann abstimmen können, hat die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Forum Energiedialog eine 16-seitige Bürgerbroschüre herausgebracht.
Diese wird ab dem kommenden Montag in allen Haushalten per Post verteilt werden. Wobei es sich beim Bürgerentscheid eigentlich um zwei – wenn auch themenverwandte – Quoren geht. Da ist einerseits über die Frage abzustimmen, ob die Planungen für den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher unterbleiben sollen und andererseits darüber, ob die Stadt keine eigenen Grundstücke für Windkraftanlagen zur Verfügung stellen soll.
Darüber hinaus wird in diesem Kontext auch klargestellt, dass mögliche (weitere) Windenergieanlagen auf privaten Flächen innerhalb des Vorranggebiets LB-18 nicht Teil des Bürgerentscheids sein werden. Was bedeutet, dass etwa die Realisierung der geplanten Windenergieanlagen durch die Hofkammer des Hauses Württemberg davon unberührt bleibt und diese wie vorgesehen gebaut werden können. Es handelt sich hierbei um zwei Windräder mit je rund 175 Meter Naben- bei etwa 262 Metern Gesamthöhe und einer Leistung von sechs bis sieben Megawatt pro Anlage. In Abmessung und Leistungsumfang vergleichbare Anlagen würde die Stadt gerne auf dem Alleenfeld errichten, auch dies wird in der Broschüre erklärt. Die Stadtverwaltung steht hinter dem Vorhaben, die Befürworter innerhalb der Bevölkerung ebenfalls, jedoch bekommen auch die Gegner, die Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind Sachsenheim Platz in der Broschüre, ihre Argumente gegen den geplanten Energiepark darzulegen.
Stellungnahmen der Fraktionen
In der Stellungnahme der Verwaltung durch Bürgermeister Holger Albrich wirbt dieser für die Notwendig- und Sinnhaftigkeit des Parks und fordert die Bevölkerung auf, von ihrem Wahlrecht am 1. Februar Gebrauch zu machen, um eine Entscheidung auf demokratisch legitimiertem Weg zu erreichen.
Auch die Gemeinderatsfraktionen bekommen Raum, ihre Präferenzen zum Thema Energiepark darzulegen, sodass es am 1. Februar nun bei den Sachsenheimerinnen und Sachsenheimern liegt, darüber zu entscheiden, ob sich im Alleenfeld auf stadteigenen Grundstücken schon bald Rotorenflügel drehen oder nicht.
