Nicht nur den Bäumen im Stadtwald setzen die Auswirkungen des Klimawandels zu, sondern auch den Bäumen auf den öffentlichen Flächen der Stadt wie beispielsweise auf Spielplätzen, Grünanlagen, auf Friedhöfen oder entlang von Straßen. Die zunehmende Trockenheit, aufkommende Pilzkrankheiten oder Insektenbefall können die Bäume schädigen und damit auch zu einer Gefährdung der Verkehrssicherheit führen.
Sachsenheim 3200 Bäume im Kataster erfasst
Nummerntafeln an den Bäumen auf den öffentlichen Flächen der Stadt weisen auf Daten wie etwa Höhe und Stammumfang hin.
„Daher ist es unsere gesetzliche Pflicht, ein Baumkataster zu führen, in dem alle Bäume auf öffentlichen städtischen Flächen im Stadtgebiet erfasst sind“, erläutert der Pressesprecher der Stadt Sachsenheim, Arved Oestringer. In den vergangenen Monaten war ein externer Gutachter für die Erstellung dieser Datenbank in allen Stadtteilen unterwegs und hat die Bäumen auf den öffentlichen Flächen genau unter die Lupe genommen und mit einer Nummer versehen.
Insgesamt 3200 Bäume hat der Fachmann verzeichnet und in das Kataster alle wichtigen Grunddaten zu den einzelnen Bäumen wie die Baumart, die Höhe, den Kronendurchmesser oder den Stammumfang aufgenommen.
Relativ wenig Schäden festgestellt
Auch mögliche Schäden wurden vom Experten genau dokumentiert und zusätzlich Fotos hinzugefügt.
„In diesem Jahr wurden relativ wenig Schäden festgestellt. Lediglich in Spielberg am Ortsausgang Richtung Ochsenbach müssen vier Robinien unter anderem wegen Stockfäule gefällt werden“, schildert Oestringer. Es handelt sich dabei wohl um das „Baumtor“, dessen Zustand bereits mehrmals Thema in den Beratungen der Spielberger Ortschaftsräte war.
Mit den Aufzeichnungen im Baumkataster können die Verantwortlichen der Stadt in Zukunft rechtssicher belegen, dass die jährlichen Kontrollen an den Bäumen auf den öffentlichen Flächen durchgeführt wurden und eventuelle Pflegemaßnahmen können schriftlich festgehalten werden.
Auch eine Sache der Haftung
„Das ist für uns auch eine Haftungsfrage, damit wir belegen können, dass für die mögliche Gefahrenabwehr alles getan wurde“, unterstreicht Oestringer. Nicht in dieses Kataster aufgenommen wurden die Bäume im Stadtwald, da die Rechtslage im Wald unterschiedlich zu den öffentlichen Flächen ist. Vor allem Ahorn-, Eschen- und Lindenbäume sind am häufigsten auf öffentlichem Grün in den Sachsenheimer Stadtteilen zu finden. „Die Eschen wurden durch das bekannte Eschentriebsterben in den vergangenen Jahren in ihrem Bestand aber deutlich reduziert wie beispielsweise entlang der Metter im Stadtteil Kleinsachsenheim“, macht der Pressesprecher der Stadt deutlich.
Grundsätzlich seien die Verantwortlichen der Stadt bestrebt, Bäume, die gefällt werden mussten, durch Arten zu ersetzen, die mit den Auswirkungen des Klimawandels besser zurechtkommen. „Natürlich muss der neu gepflanzte Baum auch in ein vorhandenes Ensemble passen. Wir können daher nicht in einer Lindenallee eine andere Baumart hinzufügen, die klimaresistenter ist“, stellt Oestringer klar.
Nummer 1 steht auf dem Friedhof
Der Baum, der die Plakette mit der Nummer „1“ trägt, steht auf dem Friedhof in Großsachsenheim und ist eine Winterlinde. Von hier aus hat sich der beauftragte Gutachter mit Hilfe eines Plans, auf dem alle städtischen Grünflächen in Sachsenheim verzeichnet waren, auf den Weg gemacht.
Auf das umfassende Baumkataster können künftig die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sowie des Fachbereichs bei der Stadtverwaltung zurückgreifen, der für den Naturschutz zuständig ist.
Damit soll es in Zukunft auch leichter fallen, die notwendigen Pflegemaßnahmen an den Bäumen finanziell zielgerecht zu planen und genau koordinieren zu können, um den Baumbestand auf den öffentlichen Grünflächen der Stadt und den Teilorten dauerhaft zu erhalten.
