Sachsenheim Abschied von Öl und Gas

Von Michaela Glemser
An vielen Häusern und in Vorgärten mittlerweile ein vertrauter Anblick: die Wärmepumpe. Laut Klimamanagerin Florina Wolf wird sie auch in Sachsenheim bevorzugte Energiequelle sein. Foto: /Martin Kalb

Die kommunale Wärmeplanung ist bald abgeschlossen und sieht den Ausbau der bestehenden Netze vor.

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ie kommunale Werbeplanung ist weit fortgeschritten und soll in der Sitzung des Technischen Ausschusses am 18. Juni dieses Jahres öffentlich vorgestellt und in der Gemeinderatssitzung am 28. Juli in ihrer finalen Fassung beschlossen werden. „Die Wärmepumpe wird wohl in Zukunft die Hauptwärmequelle für die Haushalte in der Stadt Sachsenheim sein“, erklärt die Klimamanagerin der Stadt, Florina Wolf. Sie kennt bereits die Kennzahlen des Konzepts, welches Vertreter des Fachbüros RBS Wave mit Sitz in Stuttgart im Auftrag der Stadt in mehreren Stufen erarbeitet haben.

Zunächst ging es in der Bestandsanalyse darum, eine Übersicht über den bestehenden Wärmebedarf und die vorhandenen Energiequellen in Sachsenheim zu erhalten. Dabei ergab sich für das Jahr 2023 für das Sachsenheimer Stadtgebiet ein Gesamtwärmebedarf von rund 156 GWh.

Viele Gebäude über 45 Jahre alt

Der überwiegende Anteil des Endenergiebedarfs floss dabei in Wohngebäude, wobei immerhin 59 Prozent davon älter als 45 Jahre sind und durch kommende Sanierungen Möglichkeiten der Energieeinsparung eröffnen. Bezogen auf das Basisjahr 2023 wurde ein deutlicher Anteil von 83 Prozent des Endenergieverbrauchs durch Öl- oder Gasheizungen gedeckt, wobei 61 Prozent der bestehenden Gasheizungen nicht älter als zwanzig Jahre waren.

„Einzellösungen für Sanierungen der Heizanlagen werden in Zukunft im Stadtgebiet Sachsenheim vor allem Wärmepumpen sein. Zudem sollen die vorhandenen drei Wärmenetze ausgebaut werden“, erläutert Klimamanagerin Wolf. Bei einem Workshop mit den Wärmenetzbetreibern im Januar waren mögliche Erweiterungen detailliert diskutiert worden.

Diverse geeignete Standorte

In Großsachsenheim bietet sich der Ausbau des Wärmenetzes rund um das Blockheizkraftwerk auf dem Gelände des Schulcampus in nördliche und südliche Richtung an. In Kleinsachsenheim ist ein solcher Wärmenetzausbau mit der Energiequelle der bestehenden Biogasanlage vorteilhaft, und in Ochsenbach könnten sich die Betreiber der Bio-Energie Laub GmbH eine Erweiterung ihres Wärmenetzes vorstellen, das mit Holzhackschnitzeln befeuert wird.

„Für Gebäude, die zu weit von diesen Wärmenetzen entfernt liegen, ist ein Anschluss natürlich nicht wirtschaftlich. Wir wollen die weiteren Details beispielsweise in Großsachsenheim mit Hilfe einer Machbarkeitsstudie klären“, machte Wolf deutlich.

Im Jahr 2023 waren, gemäß der Zahlen der Wärmeplanung, lediglich 49 Gebäude im Stadtgebiet an die Wärmenetze angeschlossen, die dafür 4,5 GWh Wärme lieferten. Klimamanagerin Wolf verweist darauf, dass die städtische Wärmeplanung, die in ihrer Endfassung auch auf der Homepage der Stadt veröffentlicht werden wird, für alle Bürger eine nützliche Orientierungshilfe bei der Erneuerung ihrer bestehenden Heizanlage sein kann.

„Natürlich richten wir uns auch bei der Sanierung von unseren städtischen Liegenschaften nach dieser Wärmeplanung“, betont die Sachsenheimer Klimamanagerin.

Die 150 Seiten dicke Wärmeplanung soll ein Zielszenario für eine klimaneutrale Wärmeversorgung des Stadtgebiets Sachsenheim aufzeigen und Maßnahmen darstellen, wie dieses Zielszenario auch tatsächlich erreicht werden kann, ist Florina Wolf überzeugt.

 
 
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