Sachsenheim Alte Mauern sind fit für die Zukunft

Von Michaela Glemser
Die Sanierung ist abgeschlossen, jetzt kann das Pfarrhaus bezogen werden: Pfarrer Christoph Fritz (rechts) mit Helfern beim Umzug.  Foto: /Martin Kalb

Das denkmalgeschützte Pfarrhaus in Hohenhaslach wurde ein Jahr lang umfangreich saniert und modernisiert. Jetzt müssen nur noch die Büros eingeräumt werden.

Die Umzugskisten sind gepackt und in den nächsten Wochen wird das frisch sanierte Pfarrhaus auf dem Berg in Hohenhaslach mit Leben erfüllt. Zunächst beziehen die Mitarbeiter des Pfarrbüros im Erdgeschoss ihre einstigen Büroräume, die jetzt in hellem, frischem Glanz erstrahlen. Anschließend wird die Familie von Pfarrer Christoph Fritz ihre Wohnräume im Obergeschoss des Gebäudes aus dem Jahr 1896/97 einnehmen.

Im November 2022 hatten Vertreter des Landesbetriebs „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“, des Oberkirchenrats der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Evangelischen Kirchengemeinde Hohenhaslach das Pfarrhaus bei einer Begehung eingehend unter die Lupe genommen. „Die Vergabe der notwendigen Sanierungsarbeiten hat sich aber so lange hingezogen, bis die vakante Pfarrstelle bei uns besetzt war“, sagt der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Hohenhaslach, Reinhard Baumgärtner.

Pfarrhaus stand leer

Er hat die gesamten Bauarbeiten federführend von der Evangelischen Kirchengemeinde betreut. Nach dem Wegzug des einstigen Pfarrers Michael Wanner, der im Oktober 2022 in den Ruhestand ging, standen die Räumlichkeiten im Pfarrhaus leer. Das Pfarrbüro war für die rund einjährige Dauer der Sanierungsmaßnahmen im Evangelischen Gemeindehaus untergebracht worden. Der neue Pfarrer Christoph Fritz zog nach seiner Investitur im September 2024 mit seiner Familie interimsweise in eine Wohnung in Hohenhaslach ein. „Ich freue mich jetzt auf unseren Einzug ins Pfarrhaus, bei dessen Gestaltung wir schon mitreden durften“, so Pfarrer Fritz.

Getan hat sich an dem Gebäude mit dem markanten Treppengiebel, das sich im Besitz des Landes Baden-Württemberg befindet, in den vergangenen Monaten einiges: Die alte Ölheizung wurde durch eine moderne Heizanlage mit Wärmepumpe und Solaranlage für die Warmwasserbereitung ausgetauscht. Die Fenster wurden ebenfalls ersetzt.

Fenster wie damals

„Dazu gibt es eine nette Geschichte. Bei der Begehung haben die Vertreter des Denkmalamts ein altes Foto mit den historischen Holzfenstern des Pfarrhauses entdeckt und ließen anschließend Fenster einbauen, die den einstigen Modellen möglichst nahekommen“, erzählt Baumgärtner. Auch die Treppen- und Bodenbeläge sowie die Türen wurden teilweise erneuert oder entsprechend auf Vordermann gebracht. Zudem wurden die Sanitäranlagen durch moderne Varianten ersetzt und der Grundriss des Badezimmers im Dachgeschoss vergrößert.

„Das Dach war an einigen Stellen undicht und musste ausgebessert werden. Auch neue Dachfenster wurden eingebaut“, sagt Baumgärtner. Die Fassade hat ebenfalls eine umfangreiche Pflegekur hinter sich, bei der auch schadhafte Natursteine ausgetauscht wurden. Die Mauer im Gartenbereich des Pfarrhauses in unmittelbarer Nachbarschaft der Sankt Georgskirche wurde ebenfalls saniert.

Bei den Arbeiten im Garten des Pfarrhauses haben auch Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Hohenhaslach tatkräftig mitangepackt. Die Kostenschätzung belief sich einst auf 950.000 Euro. Ob dieser Kostenrahmen eingehalten werden kann, ist derzeit noch nicht klar, da noch nicht alle Erneuerungsarbeiten abgerechnet oder gänzlich abgeschlossen sind.

Kosten noch nicht abgeschlossen

Den Hauptanteil der Kosten trägt das Land Baden-Württemberg. Auch die Evangelische Kirchengemeinde ist wie die Landeskirche Württemberg an den Sanierungsinvestitionen beteiligt. „Wie hoch unser Kostenanteil letztlich ausfällt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, denn die Abrechnungsmethode ist äußerst kompliziert“, so Baumgärtner.

Zuletzt war das Hohenhaslacher Pfarrhaus 1987 vor dem Amtsantritt des damaligen Pfarrers Ernst Misol umfangreich erneuert worden. Jetzt kommt Pfarrerfamilie Fritz nach fast zweijähriger Wartezeit in den Genuss der freundlichen, hellen Räume, die alten Charme mit modernem Glanz verbinden.

 
 
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